: Emilia Jones
: The Black Club, London
: Plaisir d'Amour Verlag
: 9783864952517
: Club Noir
: 1
: CHF 7.10
:
: Fantastische Literatur
: German
: 287
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Der jungen Anwältin Libba Hope wird von ihrem Vorgesetzten kein leichter Auftrag zugeschoben: Sie soll den verruchten Damian Black vom Verkauf seines heruntergekommenen Londoner Nachtclubs überzeugen. Doch als Libba den Club betritt, wird sie nicht nur Zeugin hemmungsloser Sexspiele, sondern läuft auch dem mysteriösen Cedric über den Weg. Dieser hat ebenfalls ein Interesse daran, Damian Black aus dem Weg zu räumen. Während Libba noch glaubt, dass es sich bei dem Verkauf um ein ganz normales Geschäft handelt, braut sich hinter ihrem Rücken ein Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen zusammen. Libba gerät in die Schusslinie, und ehe sie sich versieht, ist sie nicht nur nahe daran, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, sondern auch ihr Herz. Neuauflage von Teil 3 der Club Noir-Serie.

Emilia Jones ist das Pseudonym der Autorin Ulrike Stegemann. Die Autorin, Jahrgang 1978, ist bis heute wohnhaft in der niedersächsischen Kleinstadt Gronau (Leine). Sie ist gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Seit September 2000 ist sie in der technischen Abteilung einer Zeitung tätig. Bisher veröffentlichte sie ihre Kurzgeschichten in diversen Anthologien, Zeitschriften, der lokalen Zeitung sowie als eBooks. 2004/2005 erschienen in Zusammenarbeit mit Kerstin Dirks zwei Heftromane in der 'Sirius'-Reihe des Mohlberg Verlages. Seit März 2004 ist sie außerdem die Herausgeberin des phantastischen Literaturheftchens 'Elfenschrift' (www.elfenschrift.de).

 

Kapitel 1


 

Nach London

 

Cedric war müde von seinem ewigen Dasein und den Erinnerungen der Vergangenheit, die ihn jetzt auf grausame Weise einzuholen drohten. Er musste sich eingestehen, dass er sich in den vergangenen Jahren etwas vorgemacht hatte. In der Zeit seines Versteckspiels. Durch die ganze Welt war er gereist, bis er in London einen Ort zum Verweilen gefunden hatte. Doch viel zu kurz, um die Stadt tatsächlich kennenzulernen.

„Ich werde zurückgehen.“

„Nach London?“ Andrew zeigte ein wenig verständnisvolles Lächeln. Ein Schatten zog über sein makelloses Gesicht und ließ die hohen Wangenknochen stark hervortreten. Seine Erscheinung war nicht weniger dunkel als die Cedrics, jedoch jünger und kräftiger.

Ein normaler Mensch würde in diesem Augenblick sagen, er wirkte gefährlich – und vermutlich würde derjenige sogar die Flucht ergreifen.

„Was hat London, das dir Brüssel nicht bieten kann?“

Cedric riss sich vom Ausblick auf die Stadt los und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Balkonbrüstung. Ein kalter Windhauch streifte ihm um die Nase. Im großzügigen Wohnzimmer entdeckte er Jesse, Andrews Geliebte und Gefährtin für die Ewigkeit. Cedric konnte ihre starken Gefühle füreinander spüren. Sie machten sich in ihm breit, vergifteten seine Gedanken. Sie versprühten ihre Liebe mit jeder Pore ihres Seins. Wie eine Dunstwolke hüllte es ihre Körper ein, und reichte weit darüber hinaus.

Cedric fühlte sich nicht stark genug, um dagegen anzukommen. Es war ihm schier unmöglich, die Liebe der beiden zu ertragen.

Sie waren so glücklich, wie Cedric es bis ans Ende aller Zeiten nicht mehr werden würde. Verbittert wandte er sich ab.

„Einen Neuanfang“, sagte er schließlich mit rauer Stimme. „Das ist es, was London mir bieten kann.“

„Nun gut.“ Andrew ließ ein tiefes Seufzen verlauten.

Er schien zu wissen, dass er Cedric nicht aufhalten konnte – und auch niemand sonst wäre in der Lage gewesen, dies zu tun.

„Dann heißt es wohl Abschied nehmen.“

„Ja, das heißt es.“ 

 

Cedric verließ den „Club Noir“, als besäße er keine übernatürlichen Kräfte, die ihn durch Raum und Zeit katapultieren konnten, indem er den Weg durch die Eingangstür nahm. Ein letztes Mal warf er einen Blick auf die verschlungenen Buchstaben oberhalb der Tür, die im Dunkel der Nacht beinahe verblassten.

Andrew sollte die Schrift erneuern lassen, überlegte Cedric. Er musste über diesen Gedanken lachen, als er sich von seinem alten Freund abwandte.

Innerhalb weniger Minuten hatte Cedric den Vampirclub hinter sich gelassen und erreichte den Grand’ Place, den Mittelpunkt Brüssels, an dem sich das wahre Leben abspielte. 

Er blieb stehen, als ein verliebtes Paar seinen Weg kreuzte. Eng umschlungen stiegen die beiden die Treppenstufen zum Eingang einer Bar hinauf und ließen nicht einmal voneinander ab, als der Mann die Tür öffnete. Wie eine perfekte Einheit schoben sie sich ins Innere. Cedric schaute weg. Er wollte dieses Paar nicht sehen, ebenso wenig wie er Andrew und Jesse weiterhin sehen wollte.

Liebe! Er