Ich mit mir: achtsamer Umgang mit sich selbst
Hand aufs Herz: Sind Sie so einfühlsammit sich selbst wie mit Ihrer besten Freundin oder Ihrem besten Freund? Sind Sie bereit, sich selbst so zuzuhören, wie Sie einem Menschen zuhören, den Sie besonders schätzen? Oder neigen Sie eher dazu, sich zu verurteilen, wenn etwas schiefläuft?
Die Art und Weise, wie wir in schwierigen Situationen mit uns umgehen, trägt maßgeblich dazu bei, ob wir seelisch und gesundheitlich ausgeglichen sind oder nicht. Was viele schon intuitiv wissen, belegt Kristin Neff, Professor in Human Development and Culture, von der University of Texas in Austin durch ihre Forschungsergebnisse: Wer empathisch (einfühlsam) mit sich selbst umgehen kann, leidet seltener unter Depressionen und Ängsten. Er verkraftet auch Schicksalsschläge besser als Menschen, die sich eher kritisch begegnen. Selbstempathie ist ein wesentliches Element der Gewaltfreien Kommunikation, einem Ansatz, den der US-amerikanische Psychologe Marshall B. Rosenberg entwickelt hat. Er zeigt auf, wie wir aus der Dynamik der Selbstvorwürfe wieder in eine Lebenskraft zurückfinden, die uns auch in hektischen Momenten handlungsfähig hält.
Unter Selbstempathie verstehen wir die Fähigkeit