: Emilia Jones
: Club Noir
: Plaisir d'Amour Verlag
: 9783864952487
: Club Noir
: 2
: CHF 7.10
:
: Fantastische Literatur
: German
: 213
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Jesse Brown arbeitet in einer Londoner Galerie. Als sie eines Tages das Angebot erhält für vier Wochen nach Brüssel zu gehen, nimmt sie nur sehr widerstrebend an. Diese Stadt ist ihr fremd und sie fühlt sich dort hoffnungslos verloren. In einer geheimnisvollen Brüsseler Bar, dem 'Club Noir', trifft die einsame junge Frau Louis, der jedoch zudringlicher wird, als es ihr lieb ist. Der charismatische Andrew McCloud, der sie auf geheimnisvolle Weise anzieht, befreit sie aus der misslichen Lage. Er beginnt Jesse zielstrebig zu umgarnen und Jesse lässt sich von seinen Verführungskünsten mitreißen. Louis hingegen wartet im Hinterhalt nur auf eine günstige Gelegenheit, um an Andrew Rache nehmen zu können. Was Jesse nicht ahnt: Andrew und Louis sind mächtige Vampire und der 'Club Noir' ein Vampir-Club ... Neuauflage des Vampir-Klassikers 'Club Noir'.

Emilia Jones ist das Pseudonym der Autorin Ulrike Stegemann. Die Autorin, Jahrgang 1978, ist bis heute wohnhaft in der niedersächsischen Kleinstadt Gronau (Leine). Sie ist gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und arbeitet in der technischen Abteilung einer Zeitung. Seit März 2004 ist sie außerdem Herausgeberin des kleinen phantastischen Literaturheftchens 'Elfenschrift'.

 

Kapitel 1


 

Brüssel

 

Grau. So wirkte die Stadt auf Jesse, als sie ankam. Selbst die Häuser wirkten grau und auch der Mann an der Rezeption ihres Hotels.

Das war also Brüssel. Die Stadt, in der sie die nächsten Wochen verbringen sollte. Sie wusste so gut wie nichts über diesen Teil der Welt. Aber das war nicht weiter verwunderlich, denn sie empfand im Allgemeinen keine Freude daran, ihre Zeit an irgendeinem anderen Ort als ihrer Heimatstadt zu verbringen. Bilder oder gar Reiseführer von fremden Plätzen interessierten sie schlichtweg nicht.

Bisher hatte sie ihr Leben einzig und allein in London verbracht. Sie liebte diese aufregende und pulsierende Stadt. Dort war sie aufgewachsen und glücklich. Nur sehr widerstrebend war sie daher auf das Angebot ihres Arbeitgebers eingegangen, den Auftrag in Brüssel zu übernehmen. Doch letztendlich bot ihr dieser Einsatz ein gutes Ansehen, neue Erfahrungen und ganz bestimmt auch ein höheres Gehalt.

Nach einem kritischen Blick auf die Rezeption und in die Lobby stellte sie fest, dass ihre Firma sich ohne Zweifel um eine vornehme Bleibe für sie bemüht hatte. Offensichtlich wollten sie ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten. Dennoch konnte die junge Frau sich nicht auf Anhieb wohl fühlen.

Seufzend blickte sie noch einmal zurück durch die milchigen Glasscheiben der Eingangspforte. Vielleicht basierte ihre trostlose Stimmung auch auf diesem tristen, verregneten Tag.

Mit den Fingerspitzen fuhr sie sich über ihre kalte Wange und strich sich dabei eine Strähne des feuchten dunkelblonden Haares aus dem Gesicht. Sie trug es zu einem langen geflochtenen Zopf, der sich nun aufzulösen drohte.

Als sie sich wieder der Rezeption zuwandte, wirkte der Mann hinter dem Tresen schon freundlicher. Er lächelte ihr auffordernd zu. Auf eine merkwürdige Weise erinnerte er sie mit einem Mal an einen Süßwarenverkäufer, bei dem sie als Mädchen jeden Freitagnachmittag frisch gelieferte Erdbeer-Bonbons gekauft hatte. Sie schüttelte diesen Gedanken ab, ehe er sie zu einem schelmischen Grinsen verleiten konnte.

Der Mann hatte unterdessen einen Aktenordner aufgeschlagen und darin zu blättern begonnen

„M. Rochelle“ las sie seinen Namen auf einem kleinen goldenen Schild ab, das an seinem Jackett befestigt war.

„Bonjour, Monsieur Rochelle“, begrüßte sie ihn höflich. Ihren großen Trolley, den sie die ganze Zeit hinter sich hergezogen hatte, stellte sie neben sich vor der Rezeption ab. Auch ihre große Umhängetasche ruhte nun ebenfalls auf dem Fußboden. Den Gurt hielt sie allerdings nach wie vor mit den Fingern umkrallt. „Mademoiselle …“, der Mann betrachtete das Papier vor sich lange und eingehend, „Jesse Brown?“ Er hatte Schwierigkeiten, ihren Namen auszusprechen, wirkte allerdings vollkommen überzeugend, als er nun zu ihr aufsah.

„Ja, das bin ich.“

Erneut widmete er sich dem Papier und las weiter. „Ah, si