Mit den Unabhängigkeitserklärungen der jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Mazedonien 1991 bricht der jugoslawische Bundesstaat als eine Spätfolge der Beendigung des »Kalten Krieges« auseinander. Die neuen Kleinstaaten kopieren nun mehr oder weniger erfolgreich »westliche« Gesellschaftsmodelle und wenden sich der kapitalistischen Marktwirtschaft und dem von den USA dominierten atlantischen Verteidigungsbündnis zu.
Für den Schriftsteller Peter Handke bricht im fast wörtlichen Sinn eine Welt zusammen. In seinem Buch »Abschied des Träumers vom Neunten Land« lehnt er unmittelbar nach der Gründung des slowenischen Staates diese neue politische Entwicklung ab. Er argumentiert dabei nicht politisch oder ökonomisch, sondern als Schriftsteller.
Unmittelbar darauf erschütterten in und um Kroatien und Bosnien schreckliche Sezessionskriege mit Vertreibungen und genozidalen Gewaltexzessen, die erst Ende 1995 in Friedensabkommen beendet wurden. Jugoslawien war nun endgültig zerfal