2. KAPITEL
Fast hätte Keelin vor Erleichterung aufgeseufzt, als Gianni sie unterbrach. Innerlich stand sie längst am Rande eines Nervenzusammenbruchs und fragte sich ständig, welches unsinnige Thema sie noch anschneiden könnte.
Doch jetzt, mit etwas Verspätung, wurde ihr bewusst, was er gesagt hatte, und ihr Magen zog sich zusammen. Trotzdem zwang sie sich zu einem Lächeln. „Okay.“
Seltsamerweise fühlte sie sich unter seinem eindringlichen Blick in ihrem Nichts von Kleid absolut selbstbewusst. Ihre Haut prickelte, jede einzelne Nervenzelle schien zu vibrieren, und sie spürte, wie sich ihre Brüste förmlich gegen den elastischen Stoff drängten.
„Ich werde dich nicht anlügen, Keelin“, eröffnete Gianni das Gespräch. „Ich will diesen Deal mit deinem Vater, und wenn es Teil des Geschäfts ist, dass wir heiraten, bin ich dazu bereit. Aber ich bin kein Monster, das eine Frau zwingt, gegen ihren Willen vor den Altar zu treten.“
Dass ihr Verlobter sich sensibler und einsichtiger zeigte als erwartet, überraschte und freute Keelin, half ihr aber nicht weiter. Ihre Gedanken überschlugen sich. Wenn sie jetzt alles hinwarf, würde Gianni zu ihrem Vater gehen und ihm sagen, dass sie die Hochzeit gecancelt hätte. Und damit wäre die einzige Chance, ihre Loyalität zu beweisen, dahin. Er würde es als weiteren rebellischen Akt betrachten, obwohl sie das Kämpfen schon lange aufgegeben hatte. Nein, es musste so aussehen, als hätte Gianni sie abgewiesen.
Keelin kreuzte die Finger hinter dem Rücken und setzte ihr strahlendstes Lächeln auf. „Mein Vater liebt mich, und ich weiß, er würde nur einen Ehemann für mich auswählen, den er respektiert und dem er vollends vertraut.“ Ihr Blick war offen und aufrichtig. „Und ich will immer nur das Beste fürO’Connor Foods. Wenn ichDaddy auf diesem Weg helfen kann, macht mich das sehr glücklich.“ Fast wäre sie an dem WortDaddy erstickt.
Giannis Gesicht blieb absolut ausdruckslos, was Keelin irritierte. Sie konnte sich keinen Reim darauf machen, was er dachte.Trage ich vielleicht zu dick auf? Oder musste sie noch eine Schippe nachlegen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen?
„Diese Ehe wird ein reines Business-Arrangement sein. Ich möchte nur, dass du dir darüber im Klaren bist, Keelin.“ Er sprach langsam und sehr nachdrücklich, wie zu einem Kind. „Keine Blumen, keine Romantik, keine Gefühlsduseleien. Unsere Kinder werden gleichberechtigte Erben beider Unternehmen sein, und damit werden die Familiennamen erhalten bleiben. Das ist der eigentliche Sinn des Ganzen. Wenn du damit leben kannst, werde ich deinen Vater darüber informieren, dass die Hochzeit in vierzehn Tagen stattfinden kann.“
Keine Blumen, keine Romantik, keine Gefühlsduseleien, hallte es in ihrem Innern wider. Allein die Vorstellung, sich in einen eiskalten Geschäftsmann wie Gianni Delucca zu verlieben, ließ Keelin schaudern. Um ihre Befangenheit abzuschütteln, flüchtete sie sich in ein Kichern. „Nachdem du mir einen so süßen Empfang bereitet hast, weiß ich, dass ich Rom lieben werde!“ Sie sah einen Muskel auf seiner dunklen Wange zucken und lehnte sich entspannt zurück. Ganz so cool und souverän, wie er sich gab, war ihr Verlob