: Wolfgang Hartig, Udo Richter, Hans-Joachim Schmoll
: Home Care-Konzepte: Moderne Versorgungsalternativen in der Behandlung chronisch (schwer-)kranker Patienten
: W. Zuckschwerdt Verlag
: 9783886037506
: 2
: CHF 22.20
:
: Pflege
: German
: 248
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Home Care ist eine Betreuungsform, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Dafür stehen in ihrem Angebotsspektrum breit gefächerte und an den individuellen Bedürfnissen der Patienten ausgerichtete medizinische, pflegerische, soziale und rehabilitative Dienste zur Verfügung. Es entspricht den Wünschen jedes Menschen, ein möglichst unabhängiges Leben zu führen, so weit das mit seiner Erkrankung oder seinen Schädigungen möglich ist, sowie Geborgenheit in seiner Familie zu erfahren. Letztlich soll Home Care ein Stück mehr Lebensqualität erreichen.

Ganz sicherlich aber darf Home Care nicht als isolierte Versorgungsorganisation aufgefasst werden, sondern muß als ein Teil eines komplexen Netzwerkes verschiedener Dienstleister verstanden werden, von dem einen wesentlichen Teil das Krankenhaus darstellt. Dies wird in vielen Beiträgen deutlich.
3 Organisation der Home Care-Betreuung (S. 25-26)

U. Richter

3.1 Der Aufbau der Home Care-Betreuung und die Bedeutung für den Hausarzt
3.2 Das Home Care-Netzwerk
3.3 Die ärztlichen Spezialisten im Home Care- Netzwerk
3.4 Die Home Care-Edukatoren
3.5 Home Care-Produktversorger
3.6 Notwendige Formalitäten der Home Care- Therapien
3.6.1 Der ärztliche Infusions- und Therapieplan
3.6.2 Die Rezeptierung der Produkte
3.6.3 Die Verordnungsblätter
3.7 Schlussbetrachtungen

3.1 Der Aufbau der Home Care- Betreuung und die Bedeutung für den Hausarzt

Immer mehr chronisch schwerkranke Patienten, vor allem mit onkologischen und neurologisch- geriatrischen Erkrankungen, durchlaufen Stadien mit invasiven, medizinisch und technisch anspruchsvollen Behandlungen. Die Entwicklung der letzten Jahre hat gezeigt, dass diese Patienten häufiger in den Betreuungsbereich der Hausärzte kommen.

Bisher ist die hausärztliche Home Care-Versorgung aber meist nur im Bereich der Grundpflege und der einfachen Behandlungspflege sichergestellt.

Eine Situation mit höheren Anforderungen entsteht jedoch z.B. schon dann, wenn Hausärzte kurzfristig die Versorgung therapeuti scher Stomata des Darmes, der Trachea bzw. des Urogenitalsystems zu übernehmen haben. Vor allem, wenn ein individuelles Patiententraining durchzuführen ist, das den Patienten in die Lage versetzen soll, die ärztlich verordnete Therapie selbstständig oder mithilfe von Angehörigen durchzuführen. Ähnlich verhält es sich bei den modernen Behandlungen von Wunden, wie sie typischerweise bei schweren Dekubitalulzerationen und chronischen Gefäßerkrankungen auftreten.Bei diesen Versorgungsfällen ist ein erfahrenes pflegerisches Wundmanagement erforderlich, welches mit den modernen Wundverbandstechniken so vertraut ist, dass der Einsatz der teuren Produkte mit den verbesserten Behandlungsergebnissen gerechtfertigt wird.

Zur Sicherstellung einer enteralen Ernährung, die üblicherweise über PEG-Sonden und Ernährungspumpen verabreicht wird, empfiehlt sich auch heute noch die Hinzuziehung qualifizierter Ernährungsschwestern. Sie helfen den Angehörigen und dem Pflegepersonal durch Schulung und regelmäßige Hausbesuche, den medizinischen Erfolg unter Wahrung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sicherzustellen. Zu deren Leistungsprofil gehört es, dass sie während des gesamten Therapieverlaufes jederzeit zur Lösung spezieller Problemfälle herangezogen werden können.

Noch krasser offenbart sich die Versorgungslücke, vor der ein Hausarzt resp. ein Kliniker steht, der einen Patienten entlassen will, wenn weitaus höhere fachliche Anforderungen an die Pflegekompetenz gestellt werden müssen. Dies ist z.B. bei der Behandlung von Patienten mit progressiver Pulmonalinsuffizienz zwin gend notwendig. Die Beherrschung der erforderlichen Medizintechnik in der Beatmungstherapie mit begleitenden Absaug- und Inhaliermaßnahmen setzt bei den Pflegekräften Anästhesieerfahrung und spezielle Fortbildung für den außerklinischen Bereich voraus. Das Gleiche gilt bei der häuslichen Umsetzung von parenteralen Infusionstherapien. Heimparenterale Ernährungstherapie und patientenkontrollierte pumpengesteuerte Schmerztherapie sind aber unverzichtbare palliativmedizinische Methoden des hausärztlichen Bereiches, mit denen vielen onkologischen Patienten der Verbleib zu Hause bis zum Tod gesichert werden kann.Mit vergleichbaren Schwierigkeiten sieht sich der Hausarzt konfrontiert, wenn er zytostatische oder antibiotische Intervalltherapien in den häuslichen Alltag eines seiner Patienten integrieren soll.

Um diese sehr speziellen, medizinisch und technisch anspruchsvollen Home Care-Therapien sicherstellen zu können, benötigt der Hausarzt therapieerfahrene und speziell für den außerklinischen Bereich weitergebildete Pflegekräfte.

Deren Aufgabe ist es, die Patienten, deren Angehörige und die nicht speziell ausgerichteten Pflegedienste zu begleiten, bis sie in der Lage sind, die verordnete Therapie »lege artis« durchzuführen.
Prof. Dr. med. Wolfgang Hartig war Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Abdominal- und Gefäßchirurgie des Klinikums St. Georg Leipzig.
Inhaltsverzeichnis5
Autoren11
Vorwort13
1 Einführung in die Home Care-Problematik – Erfahrungen aus den USA15
1.1 Zur Entwicklung von Home Care15
1.2 Zur Situation von Home Care in den USA17
1.3 Das Home Care-Team20
1.4 Technisch anspruchsvolle Verfahren in der Home Care-Versorgung25
1.5 Kulturelle Unterschiede und ihre Auswirkungen27
2 Home Care aus der Sicht der Krankenkassen30
2.1 Die zunehmende Bedeutung der ambulanten Pflege in Deutschland30
2.2 Stärkung der häuslichen Pflege durch Entlastung und Unterstützung der Angehörigen31
2.3 Innovative Pflegekonzepte32
2.4 Qualitätssicherung34
2.5 Ausblick35
2.6 Literatur36
3 Organisation der Home Care-Betreuung37
3.1 Der Aufbau der Home Care- Betreuung und die Bedeutung für den Hausarzt37
3.2 Das Home Care-Netzwerk38
3.3 Die ärztlichen Spezialisten im Home Care-Netzwerk39
3.4 Die Home Care-Edukatoren39
3.5 Home Care-Produktversorger41
3.6 Notwendige Formalitäten der Home Care-Therapien44
3.7 Schlussbetrachtungen55
4 Onkologische Kooperation: Modelle und Zielsetzungen56
4.1 Ambulante Therapie am Beispiel der pädiatrischen Onkologie56
4.2 Modalitäten einer ambulanten Therapiedurchführung57
4.3 Zusammenarbeit Hausarzt/ Krankenhaus/Facharzt58
4.4 Interdisziplinäre Tumornachsorge59
4.5 Krankheitsrelevante Kontrolluntersuchungen59
4.6 Dokumentation59
4.7 Tumorzentren60
4.8 Therapiestudien60
4.9 Versorgung onkologischer Patienten nach ökonomischen Gesichtspunkten61
4.10 Literatur62
5 Ethische Anliegen im Rahmen von Home Care63
6 Ambulante enterale Ernährung70
6.1 Mangelernährung, Definition und Diagnostik70
6.2 Enterale versus parenterale Ernährung72
6.3 Indikationen73
6.4 Kontraindikationen75
6.5 Substrate75
6.6 Dosierungen78
6.7 Applikationen80
6.8 Komplikationen, vorbeugende Maßnahmen, Pflegehinweise und Überwachung85
6.9 Ergänzung der oralen Nahrungsaufnahme durch protein- und energiereiche Supplemente88
6.10 Literatur88
7 Ambulante parenterale Ernährung (heimparenterale Ernährung – HPE)91
7.1 Energiebedarf91
7.2 Flüssigkeitsbedarf92
7.3 Substratbedarf92
7.4 Applikationstechniken93
7.5 Komplikationen97
7.6 Abklärung der Kostenübernahme, Verordnungsmodalitäten und Organisation der Produktversorgung99
7.7 Standardisierte Therapieschulung: Patient und/oder Angehörige101
7.8 Ergebnisse der ambulanten parenteralen Ernährungstherapie102
7.9 Pflegehinweise105
7.10 Literatur106
8 Schmerztherapie beim Erwachsenen108
8.1 Bedeutung und Notwendigkeit einer Schmerztherapie108
8.2 Schmerzursachen bei Tumor und Querschnittslähmung109
8.3 Schmerzarten110
8.4 Voraussetzungen und Strategien111
8.5 WHO-Stufenschema112
8.6 Besondere Applikationsformen119
8.7 Invasive Verfahren121
8.8 Physio- und Psychotherapie125
8.9 Komplikationen126
8.10 Betäubungsmittelverordnung – Verschreiben von Betäubungsmitteln127
8.11 Symptomkontrolle128
8.12 Finalphase bei Krebs und AIDS129
8.13 Literatur129
9 Ambulante Schmerztherapie in der pädiatrischen Onkologie131
9.1 Voraussetzungen einer Schmerztherapie bei tumorerkrankten Kindern131
9.2 Medikamentöse Schmerztherapie132
9.3 Therapie mit Schmerzpumpen135
9.4 Kurze schmerzhafte diagnostische und therapeutische Eingriffe135
9.5 Literatur136
10 Internistische onkologische Therapie137
10.1 Voraussetzungen für eine ambulante onkologische Behandlung137
10.2 Definition d