: Janet Evanovich
: Ziemlich beste Küsse (Plum 22) Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641199319
: Ein Stephanie-Plum-Roman
: 1
: CHF 8.90
:
:
: German
: 320
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mag sein, dass Stephanie Plum kein Albert Einstein ist, aber sie merkt es, wenn sie für dumm verkauft wird – so wie im Fall des Studenten Ken Globovic. Globovic soll den chronisch missmutigen Dekan verprügelt haben. Jetzt ist er abgetaucht. Zwar wurde er auf dem Campus gesichtet, doch seine Kommilitonen halten dicht. Als das Opfer der Prügelattacke erschossen im eigenen Vorgarten liegt und keiner irgendein Interesse an dem Mordfall zeigt, wird Stephanie klar: An diesem College ist was faul. Gemeinsam mit ihrem On-Off-Freund Joe Morelli und Ranger, Sicherheitsexperte und sexy Versuchung, stürzt sie sich in die Ermittlungen – und Hals über Kopf ins Chaos ...

Janet Evanovich, die unangefochtene Meisterin turbulenter Komödien und Erfinderin der äußerst erfolgreichen Stephanie-Plum-Reihe, stammt aus New Jersey, und lebt heute in New Hampshire. Mit jedem ihrer Romane stürmt die mehrfach ausgezeichnete Autorin in den USA die Bestsellerlisten.

1

Ginny Scott stand auf einer Fensterbank im zweiten Stock und drohte damit zu springen. Ich war schuld. Mehr oder weniger. Ich bin Stephanie Plum, und ich arbeite als Kopfgeldjägerin für die Kautionsagentur meines Cousins Vinnie.

Ginny war eineNVGlerin, unser Code für: Nicht vor Gericht erschienen. Ich hatte den Auftrag, sie zu suchen und den Behörden zu übergeben. Das ist mein Job. Bleibt der Erfolg aus, verliert mein Cousin die Kautionssumme, und ich bekomme kein Honorar. Andererseits will Ginny natürlich auch nicht wieder im Knast landen.

Meine Kollegin Lula und ich standen auf dem Bürgersteig und schauten hinauf zu Ginnys Fenster, zusammen mit einem Haufen anderer Leute, die Videos mit ihren Smartphones drehten.

»Das ist keine sehr vorteilhafte Perspektive für sie«, kommentierte Lula. »Von hier aus kann man unter ihren Rock gucken, bis rauf zu ihrer Dingsbums. Natürlich nur bis zu ihrem Tanga, aber man weiß ja, dass hinter diesem roten Stofffetzen und dem Marschriemen der Intimbereich lauert.«

Lula war früher eine angesehene Prostituierte gewesen. Vor einigen Jahren hatte sie beschlossen, ihren angestammten Strich aufzugeben und Büroangestellte zu werden. Sie macht bei uns die Aktenablage. Theoretisch. Denn wir haben kaum noch Akten abzulegen. Die meisten Akten sind heute elektronisch. Daher arbeitet Lula in letzter Zeit verstärkt als meine Assistentin und Fahrerin. Lula ist zehn Zentimeter zu klein für ihr Gewicht, ihre Kleider drei Nummern zu eng für ihre üppige Figur, ihre Haarfarbe ändert sich wöchentlich, nur ihre Hautfarbe ist standhaft schokoladenbraun.

Neben Lula fühle ich mich unsichtbar, ich werde einfach nicht beachtet. Von meinen italienischen Vorfahren habe ich die widerspenstigen braunen Haare geerbt, die süße Stupsnase ist ein Geschenk Gottes, laut meiner Oma, und die blauen Augen und die blasse Haut verdanke ich meinem ungarischen Erbe. Keine Ahnung, woher meineBH-Größe 75C kommt, aber ich kann damit leben.

Vor zehn Minuten wäre es mir beinahe gelungen, Ginny Handschellen anzulegen. Lula und ich klingelten an ihrer Tür, und ich sagte mein übliches Kopfgeldjägersprüchlein auf.

»Wir müssen mit Ihnen am Gericht einen neuen Termin vereinbaren. Es dauert nicht lange.«

Das stimmte nur teilweise. Einen neuen Termin zu machen ging schnell, aber ob Ginny noch mal gegen Kaution freikam, stand auf einem anderen Blatt. Wenn nicht, wäre sie bis zum Prozess Gast des Strafvol