: Christopher Moore
: Ein todsicherer Plan Roman
: Goldmann Verlag
: 9783641200114
: 1
: CHF 8.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
In San Francisco verschwinden die Seelen der Toten – um sie zu retten, braucht Charlie Asher einen todsicheren Plan ...

In San Francisco gehen seltsame Dinge vor sich: Die Seelen der Toten verschwinden einfach im Nichts, statt ins Jenseits zu gelangen. Sie dort sicher hinzugeleiten, war eigentlich der Job des Totenboten Charlie Asher. Doch der kann diese Aufgabe schon länger nicht mehr erfüllen, und sein Nachfolger Alphonse Rivera hat seinen Auftrag monatelang ignoriert – ohne dass etwas Schreckliches geschehen wäre. Doch dann nimmt das Unglück seinen Lauf, und die Welt droht im Chaos zu versinken. Nur Charlie und seine Freunde können sie jetzt noch retten. Aber dazu brauchen sie einen Plan – einen todsicheren Plan ...

Der ehemalige Journalist Christopher Moore arbeitete als Dachdecker, Fotograf und Versicherungsvertreter, bevor er anfing, Romane zu schreiben. Inzwischen haben seine Bücher längst Kultstatus. Christopher Moore liebt den Ozean, Acid Jazz und das Kraulen von Fischottern. Er lebt in San Francisco.

1

Tag der Toten

Es war ein kühler, stiller Novembertag in San Francisco. Alphonse Rivera, ein schlanker dunkler Mann von fünfzig Jahren, saß hinter dem Tresen seines Buchladens und blätterte imGroßen Bunten Buch des Todes. Das altmodische Glöckchen über der Tür bimmelte, und Rivera blickte auf, als der Kaiser von San Francisco, eine große, zerzauste Gewitterwolke von einem Mann, in den Laden wankte, gefolgt von seinen treuen Hunden Bummer und Lazarus, die mit einiger Dringlichkeit wufften und wedelten, um dann herumzuwetzen wie zottelige Secret-Service-Agenten, die den Laden filzten für den Fall, dass hinter den Stapeln arglistige Attentäter oder fleischhaltige Pizzen lauerten.

»Die Namen müssen notiert werden, Inspektor«, verkündete der Kaiser. »Damit sie ja nicht der Vergessenheit anheimfallen!«

Das konnte Rivera nicht aus der Reserve locken, und doch griff seine Hand automatisch zur Hüfte, wo früher seine Waffe gesteckt hatte. In fünfundzwanzig Jahren als Cop war ihm diese Reaktion zur Gewohnheit geworden, doch lag seine Waffe mittlerweile sicher im Safe. Unterm Tresen verwahrte er einen Elektroschocker, eineStun Gun, die er in dem ganzen Jahr seit der Eröffnung seines Buchladens nur beim Staubwischen in die Hand genommen hatte.

»Welche Namen?«

»Na, die Namen der Toten natürlich«, sagte der Kaiser. »Ich brauche einen linierten Folianten.«

Rivera stand von seinem Hocker auf und legte die Lesebrille auf den Tresen neben sein Buch. Augenblicklich waren Bummer, der Boston-Terrier, und Lazarus, der Golden Retriever, bei ihm hinterm Tresen, Ersterer auf den Hinterbeinen stehend und aus hoffnungsvollen Glupschaugen aufblickend in Anbetung der Götter aller Leckerlis, eines Pantheons, in den er Rivera zu erheben bereit war, wenn auch nur unter einer Bedingung.

»Ich habe nichts für euch«, sagte Rivera, als müsste er sich dafür rechtfertigen. »Ihr zwei dürftet nicht mal hier drinnen sein. Hunde verboten.« Er deutete auf ein Schild an der Tür, das nicht nur nach draußen zeigte, sondern außerdem in einer Sprache verfasst war, die Bummer nicht lesen konnte, was auch für alle anderen Sprachen galt.

Lazarus, der hinter seinem Kameraden hockte, hechelte friedlich und wandte sich ab, um Rivera weitere Peinlichkeiten zu ersparen.

»Schnauze!«, sagte Rivera zum Retriever. »Dass er nicht lesen kann, weiß ich selbst. Er wird mich einfach beim Wort nehmen müssen.«

»Inspektor?« Der Kaiser strich seinen Bart glatt, schüttelte den Kragen seines schmuddeligen Mantels aus und machte sich bereit, einem Bürger in Not Beistand anzubieten. »Dass Lazarus nicht sprech