: John Barns
: Das Sklavenschiff - Science-Fiction-Roman
: Verlag DeBehr
: 9783957532787
: 1
: CHF 4.40
:
: Science Fiction
: German
: 352
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Im Jahr 1974 sendete die Menschheit trotz Warnungen namhafter Wissenschaftler Nachrichten über die Existenz unserer Rasse ins All. Fünfzig Jahre später liegt die Erde in Schutt und Asche. Damals suchten wir nach anderen Zivilisationen. Ja, es gibt sie, und sie machten sich auf den Weg zu uns. Ich war einer der wenigen, die nicht ermordet wurden, die nicht als Futter für andere Wesen endeten. Man entführte mich, nahm mich als Sklave mit in die Tiefen der Galaxis, hin zu fremden Welten. Meine Herren waren Räuber, die andere Planeten überfielen. Lassen Sie mich Ihnen davon berichten...

 

Zweites Kapitel: Das Schiff

Die Fahrt dauerte eine ganze Weile und meine Augen fixierten in der Ferne mein Ziel, das unbekannte Schiff. Ich sah aber auch, wie von verschiedenen Seiten kleine Fahrzeuge auf das Objekt zufuhren. Das mussten die anderen Auserwählten sein.

Je näher wir dem Schiff kamen, umso mehr Einzelheiten erkannte ich an seiner Außenhülle. Klobige, bizarr wirkende Kuppeln und Ecken prägten sie. Außerdem sah es meiner Ansicht nach ziemlich verrottet und alt aus. Ganz anders wie ich es aus den Filmen kannte. Einzig allein seine imposante Größe schien hier zu stimmen, denn ich schätze, dass es so um die fünfhundert Meter lang war. Von vorn wirkte es wie ein riesiger Keil mit drei Flügeln. Sein äußerer Zustand glich eher einem Schrotthaufen, als einem Gefährt, das sich im Weltraum bewegte.

Meine Gedanken wurden unterbrochen, als wir an der ausgefahrenen Rampe anhielten. Ich sah hinauf zu dem gähnenden Eingang dort oben. In diesem Moment ahnte ich noch nicht, dass es für mich die Pforte zur Hölle werden sollte. Ich war innerlich so erregt, dass ich wie in Trance handelte und nicht mehr klar denken konnte. Wie unter Hypnose stieg ich aus dem Wagen und begab mich auf die Rampe. Erst jetzt bemerkte ich, dass sie sich wie ein Fließband bewegte. Ein letzter Blick zurück auf den salutierenden Sergeant, dann glitt mein Blick nach vorn, dem wartenden Schlund entgegen.

In diesem Moment nahm ich für sehr lange Zeit Abschied von meiner Heimat Red Oak!

Es dauerte einige Minuten, in denen mich die Rampe zusammen mit den anderen Auserwählten dem Schiff immer näher brachte. Dann war es soweit: Ich erreichte die geöffnete Luke und vor mir sah ich erstmals den hell erleuchteten Raum des Schiffes: Ein Wesen, eingehüllt in eine Art Raumanzug, trat mir entgegen und zeigte mir mit Gesten, dass ich ihm folgen sollte. Es ging zu einer weiteren metallisch glänzenden Türe, die sich lautlos vor mir öffnete. Ich gelangte in einen tristen, hellen Raum ohne jede Einrichtung. Hier trat mir ganz unerwartet jener Mensch entgegen, von dem ich bereits gehört hatte. Vor mir stand General Linnecker. Aber wie sah er aus?

Ich war entsetzt, als ich jenen Bügel über seinem Kopf sah, von dem augenscheinlich dünne Drähte in seinen Kopf führten. Auch bemerkte ich seinen stumpfen Blick und es kam mir so vor, als wäre er nur eine lebende Hülle ohne eigenes Leben.

„Mister Green?“, fragte er mich und der monotone Klang seiner Stimme hatte so gar nichts Menschliches an sich, was meinen zuvor gewonnenen Eindruck noch verstärkte. Ich nickte nur, doch zu meinem Erstaunen wiederholte er die Frage nach meinem Namen und fügte hinzu:

„Bestätigen Sie meine Frage mit Ihrer Stimme, da die Besatzung dieses Schiffes die menschlichen Gesten nicht deuten können.“ Ich t