: Susanne Ferolla
: Die Wolfselbin Teil 1: Der Dämon
: digital publishers
: 9783945298527
: 1
: CHF 2.60
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
Ohne die Wolfselbin Jerelin wäre das Leben für den Außenseiter Florin trostlos und ohne Träume. Als ein zum Dämon gewordener Kriegsherr hinter Jerelins Seele her ist, um wieder zum Menschen zu werden, muss er seine Ängste überwinden. Oder Jerelin ist verloren. Teil 1: Der Dämon Ohne die Wolfselbin Jerelin wäre das Leben für den Außenseiter Florin trostlos und ohne Träume. Doch Jerelin umgibt ein schreckliches Geheimnis. Florin wünschte, er wäre nie dahintergekommen. Aus Angst, die Wolfselbin würde das verhasste Dorf verlassen, verschweigt er ihr die Wahrheit.

Vor siebzehn Jahren im Hügelland von Koroth


Die Warnschreie brachen abrupt ab.
Abelka verharrte wie eine Eidechse auf dem heißen Hang.
»Dan, Göttin der Fruchtbarkeit, Göttin der Schutzlosen, bitte hilf uns!«, presste sie hervor. Disteln stachen sie in den Bauchnabel, messerscharfe Kalksteinsplitter zerkratzten Knie und Oberschenkel, zwischen ihren Zähnen knirschte Sand.
Mutter Reija drückte sich an sie und krallte die Hände in die staubtrockene Erde.
Die Spelzen der bleichen Halme raschelten über ihren Köpfen, der Wind wehte die Schreie zu ihnen herüber.
Abelka verdrehte etwas ihre Hüfte, zupfte die Distel aus dem Stoff ihres Kleides und schob schützend eine Hand auf den Unterleib, in dem das Ungeborene zuckte wie ein kleiner Fisch. Seit ein paar Tagen erst spürte sie sein zaghaftes Kitzeln. Hatte Göttin Dan kein Herz? Warum nur hatte sie es zugelassen, dass Mutter Reija es sich ausgerechnet heute in den Kopf gesetzt hatte, Silberdisteln zu sammeln? Wie hatte Dan es geschafft, die Fallensteller zu überzeugen, wegen der alten Heilerin den Umweg über die Hügel zu nehmen, anstatt in der Kühle des Waldes ihrem Tagwerk nachzugehen? Und warum, um Dans willen, hatte sich Abelka breitschlagen lassen, mitzukommen?
Jähe Stille legte sich über die flirrende Luft; ein kleiner schwarzer Vogel schoss wie ein Pfeil den Hügel hinab. Die Grillen fühlten sich gestört und hörten auf zu zirpen.
Reija wimmerte und vergrub ihr Gesicht in Abelkas Seite.
»Still!«, zischte Abelka und drückte ein Ohr in den Staub. Sie hielt den Atem an und lauschte dem kaum wahrnehmbaren Kratzen und Knirschen.
Wessen Schritte waren es? Die ihres Gemahls? Näherte sich Fulko? Hakon? Oder hatte eine der Ji’harbi-Kreaturen ihre Witterung aufgenommen und spielte mit ihnen? Das in der Sommerhitze vertrocknete Gras war dicht genug, er konnte sie unmöglich sehen.
Das brauchte ein Ji’harbi auch nicht.
Selbst wenn die Männer ihm die schmutziggelben Augen ausgestochen hätten und er nur noch kriechen könnte, würde er sie finden: Schmutzhäute rochen Blut und Tod über weite Strecken. Drehte der Wind, schmeckte er ihre Angst.
Abelka biss die Kiefer zusammen. Ihr Körper spannte sich wie eine Sehne, bereit aufzuspringen, käme die Kreatur auf sie zu.
Kurze, stoßweise Atemzüge verrieten, dass sich jemand suchend umsah.
»Wo seid ihr?«
Derk! Ein leichter Schauder wogte durch Abelkas Körper, stöhnend lie