: Ralf H. Dorweiler
: Schwarzwälder Schinken Der Badische Krimi
: Emons Verlag
: 9783863583460
: Kommissar Schlageter, Dr. Watson, Rainer Schlaicher
: 1
: CHF 7.60
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 304
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Mädchen verschwindet spurlos bei einem Picknick mit ihrem Freund, und schon bald gibt es eine eigenartige Lösegeldforderung. Kommissar Schlageter wird von dem Fall abgezogen, ermittelt aber auf eigene Faust weiter: mit Testdieb Schlaicher als unfreiwilligem Assistenten. Dabei stolpert das ungleiche Paar über eine aufdringliche Putzfrauenvermittlung, einen besessenen Schnüffler, ein paar Tonnen Schwarzwälder Schinken und einen ungesunden Jugendkult. Und Basset Dr. Watson ist immer mit dabei.

Ralf H. Dorweiler, geboren 1973 in Nastätten im Taunus, studierte in Köln Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, bevor es ihn in die freie Wirtschaft und schließlich zum Schreiben zog. Über viele Jahre arbeitete er als Redakteur bei einer badischen Tageszeitung und verfasste parallel dazu zahlreiche Romane, in denen der Schwarzwald oft eine Rolle spielt. Mit seiner Ehefrau Daniela Gierok hat er mehr als 20 Jahre lang intensive Schwarzwald-Erfahrung gesammelt und zusammen mit seinen Basset-Hund

ZWEI

»Schlageter«, tönte es schlecht gelaunt aus dem Telefon. Schlaicher hatte die Nummer des Kommissars tatsächlich noch in seinem Zettelwust gefunden und mit Unbehagen gewählt.

»Wer ist denn da?«

»Hallo, Herr Schlageter. Hier ist Schlaicher …«

»Ach du Gott, ich hatte gehofft, nie mehr etwas von Ihnen zu hören. Was machen die Verletzungen?«

»Alles geheilt«, antwortete Schlaicher knapp. Erst vor drei Monaten hatte ihn seine Neugierde in eine lebensgefährliche Situation getrieben. Weil er sich in Schlageters Fall eingemischt hatte, wie der Kommissar nie müde geworden war zu betonen. Aber sowohl die gebrochene Rippe, als auch das angeschlagene Knie und die zahlreichen Blutergüsse, die er als Lektion aus dieser Geschichte mitgenommen hatte, waren inzwischen verheilt. Dank Martina, die ihn fast zwei Wochen lang gepflegt hatte. An den Grund seiner Verletzungen dachte Schlaicher nicht gerne zurück.

»Und, haben Sie wieder einmal eine Leiche gefunden?«, fragte Schlageter spöttisch.

»Nein«, gab Schlaicher zurück. »Es geht um ein Mädchen, das verschwunden ist.«

»Das ist nicht Ihr Ernst.«

Schlaicher schilderte dem Kommissar, was passiert war. Hanspeter Schlageter blieb erstaunlich ruhig. Erst als Schlaicher ihm berichtete, wie die Polizei auf den Anruf von Annas Eltern reagiert hatte, begann der alte Polizist, in bekannter Manier wild zu fluchen.

»Wie lange ist das Mädchen jetzt weg?«, fragte er.

»Seit drei Stunden etwa.«

Für einen Moment herrschte Stille am anderen Ende der Leitung. »Das ist wirklich noch nicht allzu lange. Und es gibt keine Anzeichen von einem Kampf?«

Schlaicher verneinte. Dann fiel ihm wieder das Brot ein. »Aber der Junge hat dem Mädchen noch ein Brot mitgegeben. Dr. Watson hat es im Wald gefunden, ziemlich weit von der Straße weg.«

Schlageter schnaufte angestrengt: »Ja? Haben Sie es liegen gelassen?«

»Dr. Watson hat es gefressen«, gestand Schlaicher. Er war nicht glücklich darüber, aber was hätte er machen sollen?

»Na ja, immerhin hat Ihr Hund es gefunden. Aber Sie wissen hoffentlich noch, wo das war.«

»Ich würde die Stelle wiederfinden.«

»Wir machen das so.« Schlageter klang müde. »Ich komme gleich vorbei, und dann schauen wir uns das zusammen an. Wir hatten eben einen großen Unfall mit mehreren Verletzten auf der B 34. Fast alle unsere Leute sind unterwegs. Vielleicht war der Kollege deshalb so abweisend. Normalerweise hätte er der Sache aber gleich nachgehen müssen.«

Schlaicher dachte daran, dass er eigentlich an seinem Coup arbeiten sollte. Aber dass Schlageter ohne Umschweife seine Unterstützung anbot, verwunderte ihn genug, um seine Arbeit hintenanzustellen. »Ich warte auf Sie.«

»Machen Sie das bitte, Schlaicher. Diesmal keine Alleingänge.«

Schlaicher nahm schon den Hörer vom Ohr, als Schlageter noch etwas nachschob: »Und Ihr Hund kommt nicht mit!«

Schlaicher legte schmunzelnd auf. Schlageters Angst vor Hunden machte noch nicht einmal vor dem friedlichen, meist ziemlich faulen Basset Halt. Schon bei ihrer ersten Begegnung vor etwas mehr als einem halben Jahr hatte sich der Polizist in Gegenwart des niedrig gebauten Dr. Watson aufgeführt, als habe er es mit einem Rudel w