Kapitel 1
Leinwandschönheiten – voll Lebenslust und Temperament
Als ich im Jahr 1954 nach Hollywood kam und bei MGM meinen Dienst antrat, war auch Grace Kelly dort unter Vertrag. Ich weiß noch, wie ich eines Morgens im Büro von Pressesprecher Dore Friedman saß, als die Tür aufflog und Grace hereinstürmte. Aufgebracht erzählte sie, sie habe gerade die Plakate zum FilmGrünes Feuer gesehen, den sie mit Stewart Granger gedreht hatte. Das Studio hatte ihren Kopf auf Ava Gardners Körper setzen lassen.
In unserem FilmDiane – Kurtisane von Frankreich aus dem Jahr 1955 kniet Lana Turner als Diane de Poitiers vor mir, Prinz Heinrich. Lana war immer für eine Überraschung gut.
»Ich habe keine solchen Titten!«, rief sie.
Das Studio verlieh seinen Plakaten gerne einen Hauch Sexappeal, damit sich die Filme besser verkauften – natürlich stets so geschmackvoll wie möglich.
Dore Friedman erzählte mir übrigens auch, wie er bei einem der »Spendenessen« in Romanoff’s Restaurant in Los Angeles gelandet war, weil er jemanden begleiten sollte. Alle Studiobosse waren anwesend – Adolph Zukor von Paramount Pictures, Jack Warner von Warner Bros., Darryl Zanuck von 20th Century Fox und so weiter. Mit einem Mal dämmerte dem armen Dore, was da vor sich ging.
Zanuck stand auf und sagte: »Ich gebe 250 000 Dollar!«
»Dann gebe ich 300 000 Dollar«, rief Zukor … und immer so weiter. Einer versuchte, den anderen zu überbieten.
Als Dore an der Reihe war, war er sich nicht sicher, wie weit er mit seinem Wochenlohn von 65 Dollar kommen würde. Er reagierte blitzschnell und verkündete: »Ich gebe das Gleiche wie letztes Jahr!«, wofür er stürmischen Applaus erntete.
Ich hatte anfangs zwar wenig Ahnung von amerikanischer Politik, aber ich wusste sehr wohl, dass Grace Kelly