: Stephany Rose
: Die Tränen der Einhörner 1 Die Prophezeihung
: Jim Humble Verlag
: 9789088790713
: 1
: CHF 8.80
:
: Fantasy
: German
: 185
: DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Nachdem Miriel den Gral nach Elysion zurückgebracht hat und die Welt gerettet scheint, beginnt ihr Bruder Caylen sich in seinem Zorn über die Ungerechtigkeit der Welt zu verlieren und strebt nun nach der Vernichtung allen Lebens. Das Chaos, das das Teala der Dunkelheit behütet, soll ihm dabei helfen, seinen Wunsch zu erfüllen eine neue, bessere Welt zu erschaffen.
Nun liegt es an Miriel und Sirion ihn daran zu hindern, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen und ihre Welt zu retten.
Stephanie Rose ist es gelungen, eine fantastische Welt zu schaffen, die fesselt und begeistert. Seite um Seite baut sich ein Spannungsbogen auf, dem sich der Leser nicht entziehen kann. Mit Mystik und Dramatik schafft die Autorin eine zunehmend dichte Atmosphäre, die sich in einem überraschenden Ende entlädt.
Wird es Miriel gelingen, ihren Auftrag zu erfüllen?

Kapitel 1


Es war dunkel, als Eliya nach Hause kam, und es regnete.

Ihre langen, hellbraunen Haare hingen ihr in Strähnen ins Gesicht und verdeckten ihr die Sicht, doch das störte sie nicht. Im Gegenteil, es war gut so, denn so konnte sie die Blessuren verstecken, die ihr Gesicht zierten.

Sie zog den Hausschlüssel aus ihrer Hosentasche und öffnete vorsichtig die Tür; doch statt einzutreten und der Kälte zu entfliehen, drehte sie sich ein letztes Mal um.

Ihr Herz schlug schneller, als sie eine dunkle Gestalt auf der anderen Straßenseite hinter einem Baum bemerkte. Statt Angst empfand sie plötzlich eine unbeschreibliche Wärme, die sogar die Kälte in ihren Gliedern vertrieb. Sie erschauerte und schüttelte den Kopf.

Als sie den Blick noch einmal in Richtung der Gestalt wandte, war diese verschwunden.

Langsam ging sie ins Haus und schloss die Tür so leise sie konnte.

Ihren Eltern war es in der Zwischenzeit egal geworden, ob und wann sie nach Hause kam, was ihr jedes Mal aufs Neue die Tränen in die Augen trieb.

Selbst auf das leiseHallo!, das ihre Lippen fast hauchten, bekam sie keine Antwort; dabei war sie sich sicher, dass man sie gehört hatte, denn für einen Moment war Stille eingekehrt im Wohnzimmer. Keine zwei Sekunden später wurde das Gespräch allerdings in weitaus lauterem Ton fortgesetzt, um alle Geräusche außerhalb des Zimmers zu übertönen.

Das Gefühl der Einsamkeit, das sich in ihrem Herzen breitmachte, wurde von Tag zu Tag stärker, und es schien nichts auf der Welt zu geben, das ihr diese Einsamkeit nehmen konnte.

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