: Abby Green
: Mit den Waffen der Leidenschaft
: Cora Verlag
: 9783733702045
: Julia
: 1
: CHF 2.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 144
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Die schöne Orla Kennedy ist perfekt auf das Meeting mit den Chatsfields vorbereitet, die das Kennedy-Hotel kaufen wollen. Aber am Abend zuvor will sie sich in der Bar des Londoner Luxushotels einen Drink gegen ihre Nervosität genehmigen. Doch sie findet etwas anderes als Entspannung: Ein attraktiver Mann blickt von seinem Whiskey hoch - und Orlas Welt steht still. Sie fragt nicht, wer er ist, begleitet ihn in seine Suite und genießt die Leidenschaft! Bis sie am nächsten Tag wie vom Donner gerührt sieht: Ihr Lover der letzten Nacht leitet die Verhandlungen - Antonio Chatsfield ...



<p>Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills& Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!</p>

1. KAPITEL

Antonio Chatsfield vermittelte der vollbusigen Brünetten am Bartresen die knappe Botschaft nonverbal und unmissverständlich:Nicht interessiert.

Alles an der aufgetakelten Beauty, die ihn aus kohlschwarz geschminkten Augen herausfordernd fixierte, strapazierte seine angegriffenen Nerven. Sie war zu vordergründig, zu sehr von sich überzeugt, dazu noch übertrieben aufgestylt … wie alles hier.

Um seinen Mund spielte ein zynisches Lächeln, während er das dekadent luxuriöse Bar-Ambiente des Flagship-Hotels begutachtete, das seiner Familie gehörte. Nichts, was Antonio in den letzten zehn, zwölf Jahren zu sehen bekommen hatte, konnte man hiermit vergleichen. Alles war von Chaos, Panik, Leiden und Tod geprägt gewesen.

Doch daran wollte er nicht zurückdenken.Nicht jetzt!

Schließlich war er gerade wegen der dunklen Ecken und des gedämpften Lichts hierhergekommen, anstatt sich in der einsamen Hotelsuite zu betrinken, die er vorübergehend sein Heim nannte. Antonio lächelte grimmig. Was für ein Fortschritt, dass er nicht länger darauf bestand, sich in einem selbst gewählten Exil zu betäuben, sondern in Gegenwart anderer. Sein Therapeut wäre zweifellos stolz auf ihn!

Was andere als selbstverständlich ansahen, war für ihn ein großer Schritt und hatte ihn einige Kämpfe gekostet. Und schon fühlte er das vertraute Frösteln und Prickeln auf der empfindlichen Haut, das ihn nie ganz verließ, ebenso wie das Krampfen in der Magengegend. Dazu reichte ein unerwartetes Hundegebell oder ein anderes, lautes Geräusch, und er war wieder gefangen im Terror seiner verheerenden Erinnerungen.

Doch leider hatte der vorsorgliche doppelte Whisky heute Abend nicht den gewünschten Effekt. Es war, als würde die essigsaure Bitterkeit in seinem Innern die erhoffte Wirkung einfach wegätzen. Selbst die Frau am Tresen verlor das Interesse an ihm und wandte sich einem Gast zu, der gerade die Bar betreten hatte. Antonio sah, wie sie beziehungsvolle Blicke tauschten, bevor der Neuankömmling dem Barkeeper einen Wink gab, der Dame einen weiteren Cocktail zu kredenzen.

Mental prostete Antonio den beiden zu, hatte er doch zu anderen Zeiten etliche Situationen wie diese erlebt und genossen. Momentan jedoch hatte er dafür keinen Sinn. Trotzdem spürte er ein unangenehmes Ziehen im Unterleib, etwas, das er lange nicht gefühlt hatte, da er es vorzog, sich rund um die Uhr zu betäuben, mit harter Arbeit oder Extremsport.

Nach langen Jahren im Exil, unterbrochen von gelegentlichen Trips in seine Heimat, war er erst seit wenigen Monaten zurück in London. Und das auch nur, weil seine Familie in einer ernsthaften Krise steckte. Was seinen Vater dazu veranlasst hatte, Christos Giantrakos als CEO an die Spitze des Familienunternehmens zu setzen – einer weltweiten Kette von Luxushotels, denen seit 1920 ein undefinierbarer Hauch von Exklusivität und Glamour anhaftete.

Doch der Stern der noblen Luxusherbergen befand sich seit Langem im Sinkflug. Gerade in den letzten Jahren war der ehemalige Glanz durch Antonios jüngere Geschwister noch zusätzlich angekratzt worden – durch eine Reihe von Skandalen, in denen einer den anderen förmlich zu übertreffen versuchte. Mit Ausnahme seiner Schwester Lucilla, die ihn um Hilfe gebeten hatte, da sie sich absolut überfordert fühlte.

Auch er hatte sich in jungen Jahren nicht gerade durch Diskretion