: Conn Iggulden
: Drei Könige - Die Rosenkriege 3 - Roman
: Heyne
: 9783641155070
: Die Rosenkriege-Serie
: 1
: CHF 8.90
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: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 528
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
England, im Winter 1461: Der Krieg zwischen den Herrscherhäusern Lancaster und York hat viele Opfer gekostet. Richard von York, der nach der Krone griff, ist tot, König Henry wird abgesetzt und gefangen gehalten. Die Königsgattin setzt den Kampf gegen das Haus York fort. Doch ihr Triumph ist nur von kurzer Dauer. Der junge Edward von York will England wieder in der Hand eines starken Königs sehen. In einem Sog von Niedertracht und Verrat wird Blut die Erde des Reiches tränken ...

Conn Iggulden unterrichtete Englisch an der Universität von London und arbeitete sieben Jahre als Lehrer, bevor er schließlich mit dem Schreiben historischer Abenteuerromane begann. Er lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen im englischen Hertfordshire. Die Romane seiner 'Emperor'-Trilogie stürmten binnen Kurzem die britischen Bestsellerlisten. 2006 gefolgt von seinem ersten Sachbuch dem 'Dangerous Book for Boys', das er zusammen mit seinem Bruder Hal schrieb und das das als 'Buch des Jahres' bei den British Book Awards ausgezeichnet worden ist. Ein Buch wie das 'Dangerous Book' hätten sie damals gerne zur Hand gehabt. Nun haben sie es selbst geschrieben und der goldenen Zeit der Kindheit und der Abenteuer ein Denkmal gesetzt.

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»Ihr übertreibt, Brewer!«, fuhr Somerset ihn an, der beim Reiten sein Gesicht in den Wind hielt. »›Der Herr zog in einer Wolkensäule vor ihnen her‹, richtig?Columna nubis, wenn Ihr mit dem Buch Exodus vertraut seid. Schwarze Rußflocken in der Luft, Brewer! Das versetzt doch gerade diejenigen in Angst und Schrecken, die sonst immer noch gegen uns sein könnten. Und dagegen habe ichgar nichtseinzuwenden.« Der junge Duke blickte zurück auf die dichten Qualmwolken, die immer noch hinter ihnen aufstiegen. »Die Männer müssen essen, das ist der langen Rede kurzer Sinn. Was sind denn schon ein paar Dörfer, nach allem, was wir erreicht haben? Ich würde sogar den Himmel in Brand setzen, wenn ich dadurch meine Männer satt kriege. Oder? Und überhaupt, bei dieser Kälte sollte man annehmen, dass die Menschen ein schönes Feuer zu schätzen wissen.«

»Aber die Nachricht davon wird uns vorauseilen, Mylord«, sagte Derry Brewer, der auf den Sarkasmus des Duke nicht einging. Er bemühte sich, höflich zu bleiben, obwohl auch ihm der Magen vor Hunger entsetzlich knurrte. In solchen Situationen vermisste er Somersets Vater, er vermisste dessen Scharfsinn und Verstand. Der Sohn war gewiss recht pfiffig und aufgeweckt, aber ihm fehlte ein gewisser Ernst. Mit seinen fünfundzwanzig Jahren hatte Henry Beaufort schon eine gute Portion jener militärischen Autorität, der sich die Leute gern unterordneten. Er hätte einen anständigen Hauptmann abgegeben. Doch leider war er der alleinige Befehlshaber sämtlicher Truppen der Königin. Daran dachte Derry, als er abermals versuchte, seinen Standpunkt klarzumachen.

»Mylord, es ist schlimm genug, dass Boten mit der Nachricht von Yorks Tod nach Süden unterwegs sind, während wir uns in jeder Stadt um Verpflegung bemühen müssen. Unsere Vorhut plündert und mordet, und die Leute brauchen den ganzen Tag, um mit ihnen Schritt zu halten – und inzwischen rennen die einheimischen Jungen ins nächste Dorf und warnen die Bewohner vor uns. Es dürfte immer schwerer werden, Verpflegung aufzutreiben, Mylord, wenn die Bauern ihre Vorräte verstecken. Und natürlich wisst Ihr auch, warum die Männer Feuer legen. Aber wenn sie in jedem Dorf, durch das wir kommen, ihre Untaten auf diese Weise zu vertuschen suchen, bringen wir das ganze Land gegen uns auf, noch ehe wir London erreicht haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Eurem Sinne ist, Mylord.«

»Ich bin überzeugt, Ihr könntet mit Eurem Gerede einen Mann dazu bringen, Euch seine Kinder zu verkaufen, Brewer«, erwiderte Somerset. »Ihr redet zu viel, Brewer. Ihr wart einfach zu lange im Dienste einerKönigin.« Somerset war sich seines Ranges und seiner Macht so sicher, dass er kein Problem damit hatte, seine Worte auf diese beleidigende Weise zu betonen. »Ja, ich denke, das ist das Problem. Aber alles hat seine Zeit, Brewer. Eure gründliche, um nicht zu sagen, langwierige, Art zu planen, das ganze … französische Getuschel, Brewer, das mag angebracht sein, wenn wir in London sind. Aber hier? Wenn es nach Euch ginge, sollten wir wohl auf den Märkten um eine Schüssel Suppe oder ein paar Hühner betteln, oder wie?« Seine Stimme wurde lauter, damit die Männer, die in den Kolonnen um sie herum marschierten, ihn hörten. »Der heutige Tag gehört diesen Männern,