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Mit Janne Persson im Schlepptau ging Julia Almliden ins Wohnzimmer, aus dem die Stimme gekommen war, aber in dem Raum mit dem hellen Parkettboden war niemand. Ein Holzrahmensofa aus dem neunzehnten Jahrhundert stand an der einen Wand, darüber hingen drei Lithografien in einer Reihe. Julia hatte sich nie besonders für Kunst interessiert, aber da sie vor zwei Monaten einen Bericht über eine Ausstellung von Madeleine Pyk im Kunstmuseum geschrieben hatte, erkannte sie die fantasievollen bunten Bilder sofort wieder.
Julia Almliden erinnerte sich, dass sie die Künstlerin beneidet und sich gefragt hatte, wie viel Lebensfreude man besitzen musste, um mit so viel Witz und Leichtigkeit malen zu können. Sie wandte den Blick von den Bildern ab, um nicht an all das erinnert zu werden, was sie nicht hatte. In der Mitte des Zimmers standen ein Esstisch und acht Stühle aus Eiche. Eine andere Wand bestand aus verschiebbaren Glasflächen, die zu einer Terrasse führten.
»Jeanette Hyldgaard?«, rief Julia.
»Hier hinten!«
Julia und Janne bogen um eine Ecke und fanden sich im zweiten Teil des L-förmigen Wohnzimmers wieder, der ebenso groß war wie der andere.
Sie gingen an einem offenen Kamin vorbei und kamen zu einem weißen Sessel mit passendem Hocker und einem beigefarbenen Ecksofa, auf dem eine blasse, magere Frau Anfang vierzig saß. Ihr beinahe schwarzes Haar war zu einem lockeren Knoten geschlungen, aus dem sich einige Strähnen gelöst hatten, die ihre hohen Wangenknochen umspielten. Die Frau trug einen viel zu großen grauen Strickpullover und schwarze Jeans. Ihre Augen waren gerötet, die Lider vom Weinen geschwollen. Julia lächelte die Frau an, während sie die Hand auf den weißen Sessel legte und über das Lammfell strich, mit dem er bezogen war. Sie wollte sich gerade vorstellen, als die Frau auf dem Sofa ihr zuvorkam.
»Das ist der Lieblingsplatz meines Mannes, der Sessel, den Sie da streicheln.«
Julia zog die Hand zurück, als hätte sie sich verbrannt. Die Frau wirkte plötzlich verlegen.
»Entschuldigung, so habe ich das nicht gemeint. Bitte, nehmen Sie doch Platz. Viktor sitzt immer in dem Sessel, er schläft sogar darin. Das war auch mein erster Gedanke, als ich heute Morgen aufgewacht bin. Ich bin ins Wohnzimmer gegangen, um ihm zu sagen, dass er ins Bett kommen soll. Aber er war nicht da.«
Die Frau zog die Knie an die Brust u