Zwei
Piep piep pi…
Der Wecker kommt nicht mal bis zum dritten Pieps, als mein Arm schon unter der Bettdecke hervorschießt und ihn abschaltet. Kaum ist er still, hüpfe – ach, was sage ich,hechte – ich aus dem Bett.
Was schon fast einem jener Wunder gleichkommt, von denen man sonst immer in der Zeitung liest. Wobei, das Antlitz Jesu auf einer Scheibe Toast zu entdecken oder dass ein Toter wieder zum Leben aufersteht, ist nichts verglichen damit, dass ich aus dem Bett aufstehe, ohne vorher mehrere Tausend Mal auf die Snooze-Taste gedrückt zu haben.
Aber heute könnten mich keine zehn Pferde im Bett halten. Denn nach all der langen Zeit kommt Jack heute endlich, endlich an!
Eilig schlüpfe ich in den Bademantel und flitze aufgeregt ins Wohnzimmer. Das ist kaum wiederzuerkennen. Gestern bin ich bis in die frühen Morgenstunden aufgeblieben und habe alles für Jacks Besuch vorbereitet. Meine kleine Wohnung ist wie verwandelt. Ehrlich, es kommt mir fast vor, als sei ich in der Kulisse einer dieser Einrichtungsshows im Fernsehen aufgewacht.
Ich husche in die Küche, in der alles blitzt und blinkt, fülle den Espressokocher, stelle ihn auf den Herd und gehe dann zu Heathcliff, der noch in seinem Körbchen liegt und schläft wie ein Murmeltier. »Morgen, kleiner Kerl«, gurre ich und bücke mich, um seinen seidenweichen kleinen Körper zu streicheln, der fest zusammengeringelt ist wie ein Croissant. Widerstrebend klappt er ein verschlafenes Auge auf und schaut mich an, als wollte er sagen: »Warum um alles in der Welt weckst du mich zu dieser nachtschlafenden Zeit?«
»Jack kommt heute!«, verkünde ich, als sei das die Antwort auf seine Frage. »Ist das nicht aufregend? Heute siehst du Jack wieder!«
Als er Jacks Namen hört, springt Heathcliff aus dem Körbchen und wedelt hocherfreut mit dem Schwanz. Mit anderen Männer ist er manchmal etwas unleidlich – typisch männliches Rüdenkonkurrenzgehabe –, aber Jack liebt er heiß und innig. Genau wie sein Frauchen, denke ich glücklich. Ich nehme ihn auf den Arm und vergrabe die Nase in seinem Fell, und dann tanzen wir zur Feier des Tages ein bisschen durch die Küche. Auf dem Herd blubbert der Espressokocher, passend zu meiner überbordend guten Laune, und ich wirbele Heathcliff von einem Ohr zum anderen grinsend herum, während er mich freudig ankläfft.
So aufgeregt war ich schon seit Jahren nicht mehr. Ich komme mir vor wie ein kleines Kind am Weihnachtsabend. Letzte Nacht konnte ich kaum schlafen, weil ich immer an heute denken musste. Wieder und immer wieder habe ich mir ausgemalt, wie Jac