: Roger Hobbs
: Killing Games Thriller
: Goldmann Verlag
: 9783641174415
: 1
: CHF 2.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 384
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Jack weiß, wie man Spuren verwischt, Menschen verschwinden lässt und sich selbst fast unsichtbar macht. Er ist ein Ghostman und dazu noch ein sehr guter. Nur einmal in seinem Leben hat er einen Coup vermasselt. Seitdem hat er seine damalige Mentorin Angela nicht mehr gesehen. Als sie ihn jetzt um Hilfe bittet, zögert er keine Sekunde. Es geht um einen missglückten Überfall, bei dem Angelas Leute wohl mehr entwendet haben als nur Edelsteine. Angela hat sich damit Feinde in gefährlichen Kreisen gemacht, die jetzt hinter der Beute her sind, und über Leichen gehen. Jack ist Angela noch etwas schuldig. Damals hat sie sein Leben gerettet. Jetzt ist es an ihm, sich zu revanchieren …

Roger Hobbs stellte die Rohfassung seines ersten Romans »Ghostman« bereits fertig, als er noch zum College ging. Für sein Debüt erhielt er nicht nur begeisterte Rezensionen, sondern sicherte sich auf Anhieb wochenlang einen Platz auf der New-York-Times- und der Kultur-Spiegel-Bestsellerlist . Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt »Ghostman« außerdem als bester Thriller des Jahres den renommierten »Ian Flemming Steel Dagger«. Auch der Nachfolgeband, »Killing Games«, begeisterte Kritiker und Publikum gleichermaßen und zeigte das große Talent dieses Ausnahmeautors. Völlig überraschend und viel zu früh verstarb der Autor im November 2016 im Alter von nur 28 Jahren.

PROLOG

Südchinesisches Meer

Ein paar Stunden, bevor der Morgen zu seinem letzten Auftrag anbrach, legte Sabo Park sich bäuchlings neben das Gewehr in den Bug seines Fischerbootes, schob sich in eine bequeme Schussposition und nahm die Kappe vom Objektiv seines Nachtsicht-Zielfernrohrs. Er kontrollierte kurz die Visiervorrichtung, zog dann ein Paar weiße Ohrhörer hervor, setzte sie ein und drückte auf denPLAY-Button an seinem iPod. Das einzige Stück auf der Playlist war Nina SimonesSinnerman, und es dauerte zehn Minuten und zwanzig Sekunden.

Wenn es zu Ende wäre, würde Sabo so viele Leute umbringen, wie er konnte.

Es ging um Folgendes: Im Südchinesischen Meer trieben sich mehr Schmuggler herum als irgendwo sonst in der Welt. Es verbindet Häfen in China, den Philippinen, Malaysia, Taiwan und Vietnam miteinander. Durch diese kleine Pfütze läuft mehr Ladung als anderswo in der Region. Das meiste ist natürlich legal, aber nicht alles. Jedes illegale Produkt, das den Verkauf lohnt, kommt hier durch. Menschenhändler in Kambodscha stopfen alte Frachtcontainer mit Kindern voll, stellen zwei Kanister Kaloriendrinks und einen Fäkalieneimer hinein und verschiffen sieen gros nach China, um sie dort als Sklaven zu verkaufen. In Vietnam schicken die Kartelle ganze Flotten los, bis oben hin beladen mit Dope aus dem Goldenen Dreieck. Jeden Tag verlassen Schnellboote mit gefälschten Luxusgütern den Hafen von Hongkong, und Fischereischiffe bringen illegal gejagtes Walfleisch nach Norden zu den hungrigen Japanern. Russland liefert Waffen, aus Thailand kommt Meth, aus Korea Falschgeld und aus Shanghai schwarz gebrannter Alkohol. Das Südchinesische Meer ist, wie man es auch sehen mag, das Epizentrum des illegalen Schiffsverkehrs dieser Welt.

Und wo es illegalen Schiffsverkehr gibt, da gibt es auch Piraten.

Wer an Piraten denkt, hat normalerweise nicht einen Mann wie Sabo Park vor Augen. Moderne Piraten sind somalische Kids mit Kalaschnikows, zugedröhnt mit Khat, und keine dürren Koreaner mit einem Hang zur Seekrankheit. Sabo sah eher aus wie ein Fashion Model, nicht wie ein abgehärteter Verbrecher. Er war fast zwei Meter groß und trug eine Windjacke von Hugo Boss, ein blaues Eton-Hemd mit Nadelstreifen, eine enge Jeans und ein Paar Zwölfhundert-Dollar-Designerstiefel, die noch niemals Schlamm gesehen hatten. Er hatte eine Rolex Daytona und einen iPod mit vierzehnkarätiger Goldauflage. Nur die Skimaske aus dicker Baumwolle und die Latexhandschuhe verrieten, was er wirklich war.

Sabo Park war ein bewaffneter Räuber.

Aber heute Nacht würde er nicht irgendetwas X-Beliebiges stehlen. Er hatte es auf etwas abgesehen, das klein genug war, um in seine hohle Hand zu passen, und wertvoll genug, um einen ganzen Container mit Heroin aus dem Goldenen Dreieck zu kaufen. Im Laufe der Jahre hatten Tausende Männer wie er um ein solches Objekt gekämpft und waren dafür gestorben. Was Sabo stehlen wollte, war dem Gewicht nach eine der wertvollsten Substanzen der Welt.

Heute Nacht würde Sabo einen blauen Saphir stehlen.

Man muss wissen, dass mehr als die Hälfte aller blauen Saphire auf der Welt zu irgendeinem Zeitpunkt geschmuggelt werden, denn die besten kommen aus einem kleinen Land namens Burma. Genauer gesagt, aus der Stadt Mogok in der Region Mandalay. Das Problem ist, Burma gibt es nicht mehr. Das Land nennt sich jetzt Myanmar, und ein paar Jahrzehnte lang wurde es von einer Militärjunta regiert, die es in Grund und Boden gewirtschaftet hat. Noch immer schickten die Bosse