: Birgit Kiupel
: Zwischen Krieg, Liebe und Ehe Studien zur Konstruktion von Geschlecht und Liebe in den Libretti der Hamburger Gänsemarkt-Oper (1687-1738)
: Centaurus Verlag& Media
: 9783862262724
: 1
: CHF 20.40
:
: Frauen- und Geschlechterforschung
: German
: 683
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Kultur- und Alltagsgeschichte Hamburgs zur Zeit der Frühaufklärung sind bisher nur wenig erforscht. Diesen unbefriedigenden Forschungsstand beklagt Birgit Kiupel in ihren Studien zu den Libretti der Hamburger Gänsemarkt-Oper immer wieder, wenn sie nach Bezügen zwischen den Operntexten, den personalen Konstellationen, die auf der Bühne inszeniert werden, und der Lebenswirklichkeit in den verschiedenen Ständen, von Männern und Frauen in Hamburg um 1700 fragt. Gleichzeitig aber leistet gerade sie selbst mit ihren schöpferischen Fragen nach zeitgenössischen Realitätsaspekten in den Opern einen außerordentlich eindrucksvollen Beitrag, um diese Forschungslücken zu füllen. Das Quellenmaterial, das die Autorin über die Libretti hinaus auswertet, ist beeindruckend breit und vielfältig. Untersuchungsgegenstand sind über dreihundert, durch glückliche Zufälle überlieferte Textbücher der Gänsemarkt-Oper: große Opern, aber auch Schwänke und Intermezzi als Pausenvergnügen des damaligen Publikums. Die Musik ist zu den meisten Libretti nicht überliefert.
Cover1
Half-Title2
Title4
Copyright5
Contents7
Einleitung13
I. Teil A Krieg, Gewalt und Frieden: Realitäten45
1. Realitäten in Hamburg45
1.1. Kriege nicht nur vor den Stadttoren45
1.1.1. Exkurs: Zum Begriff Gewalt aus Gender-Perspektive48
1.2. Konflikte innerhalb der Stadtmauern49
1.2.1. Alltägliche Gewalt51
1.3. Bürgerwehr und Bürgermilitär54
1.3.1. Die Bürgerwehr als Kulturträger: Mars tanzt mit Venus57
1.4. Soldaten und Söldner59
1.5. Mann gegen Mann: Duelle61
2. Der Krieg als Schule der Männlichkeiten und Weiblichkeiten66
2.1. Der adlige Mann: kriegerisch und Frieden bringend66
2.1.1. Ideale Männerbilder: z.B. Herkules und Mars67
2.1.2. Der Hof als Zivilisierungsfaktor für adlige Krieger?69
2.2. Frauen, Waffen, Gewalt und Krieg: eine Frage des Standes70
2.2.1. Wehrhafte Heldinnen70
2.2.2. Adlige Frauen: begeisterte Jägerinnen74
2.2.3. Herrscherinnen und Regentinnen mit militärischenFührungsaufgaben78
2.3. Frauen aus bürgerlichen und unteren Schichten: Waffen im Haus und auf dem Schlachtfeld79
2.3.1. Die Feder: eine wirksamere Waffe?83
3. Frauen im Krieg84
3.1. Frauen von Stand im Kriegslager und auf dem Schlachtfeld84
3.2. Am Hof auf den Helden wartend: die adlige Frau86
3.3. Frauen aus den unteren und bürgerlichen Schichten87
I. Teil B Krieg, Gewalt und Frieden: die Libretti89
4. Inszenierungen bei Hofe und auf der Opernbühne89
4.1. Das Geschlecht des Krieges und des Friedens89
4.2. Der adlige Säugling als angehender Kriegsheld und die Pflichten der Mutter99
4.3. Der vorbildliche adlige Held auf dem Schlachtfeld und in der Liebe107
4.4. Der bedrohte Frieden in den Schäferspielen110
5. Feldherrenvielfalt und Soldatenleben in den Libretti112
5.1. Der Wüstling112
5.2. Der an «Liebesdingen» Desinteressierte113
5.3. Der tapfere Militär, aber übergriffige Galan113
5.4. Der friedliebende und fromme Held114
5.5. Der verheiratete Feldherr116
5.6. Der hochrangige Militär ohne Familienanschluss116
5.7. Aspekte des Soldatenlebens: Prächtige Kleidung, Rituale, Liebesgaben117
5.8. Die niederen Ränge: mehr Wein als Weib und Waffen?118
5.9. Der Krieg als Erwerbsquelle für Männer der unteren Schichten120
6. Weibliche Bühnenfiguren im Theater des Krieges123
6.1. Regentinnen und Heerführerinnen123
6.2. Adlige Frauen auf der Jagd127
6.3. Frauen als «Kriegsbeute» ? sexuelle Gewalt während des Krieges129
6.3.1. Frauen im Schlafzimmer und im Serail, der Gewalt und Schaulust preisgegeben133
6.4. Weibliche Todesopfer136
6.5. Der Krieg als Erwerbsquelle für die Frau138
7. Das Duell: Mann gegen Mann138
7.1. Ein verbotener Männlichkeitsbeweis138
7.2. Das Duell in der Kritik141
8. Das Duell der Geschlechter144
8.1. Kämpfende Frauen146
8.2. Tragische Zweikämpfe150
8.3. Amazonen kämpfen gegen Männer153
8.4. Frauen in zivil, die mit Waffen gegen Männer vorgehen158
8.5. Zauberische Kämpferinnen162
8.6. Frau kämpft gegen Frau163
8.7. Komödiantische Kämpfe der Geschlechter164
9. Frauen an der Heimatfront167
9.1. Das Warten der Frauen167
9.2. Die eifersüchtigen Kriegsheimkehrer170
9.3. Krieg gegen die Liebe und die Frau171
9.4. Friedensschluss durch die Ehe: der Hausfrieden oder die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln172
Zwischen-Halt: Doing gender in the opera175
II. Teil179
1. Liebe, Ehe und die Konstruktion von Geschlecht. Was ist Liebe?179
1.1. Legitime Liebe nur in der Ehe183
1.2. Die Ehe: Ordnung der Geschlechter und der Gefühle184
1.3. Heiratsverordnungen185
1.4. Eheanbahnungen in Adel und Bürgertum: zwischen Arrangement und «freiem Willen»191
1.5. Die zwangsverheiratete Braut195
1.5.1. Eheanbahnung im höheren Adel197
1.5.2. Eheanbahnung im niederen Adel: ein Negativbeispiel200
1.5.3. Die Oper Bretislaus (1725)212
1.5.4. Widerstandsformen von Bräuten gegen ihre Verheiratung in der Oper218
1.6. Der zwangsverheiratete Bräutigam in der Oper219
1.6.1. Die Oper Miriways (1728)220
2. Innenansichten von Ehen224
2.1. Das Ideal einer glücklichen Ehe trotz aller Zwänge224
2.2. Hochzeitsfeiern: Oper privat226
2.3. Bürgerliche Männer über ihre Ehen229
2.4. Die Ehe: Ordnung der Geschlechter unter das Primat des Mannes232
2.4.1. «Double standard»: zur Polarisierung der Geschlechter237
2.4.2. Das umstrittene männliche Primat244
2.5. Konflikte und Gewalt in der Ehe247
2.5.1. Unglückliche Ehen247
2.5.2. Gewalt in der Ehe: Züchtigungsrecht und «Hauskreuz»250
2.5.3. Satirische Ehebilder in der Literatur255
2.6. Die Scheidung: ein selten legitimer Ausweg260
3. Eheanbahnung und Ehekrieg im Bürgertum und in den unteren Schichten. Intermezzi, komische Szenen und komische Opern263
3.1. Komik als Schlüssel zur Realität von Geschlechterverhältnissen in Hamburg?263
3.2. Intermezzi: komödiantische Kurzschriften über das Geschlechter-Gelächte