: Elke Heinemann
: Meret Oppenheim. Eine Portrait-Collage
: CULTurBOOKS
: 9783959880299
: 1
: CHF 7.00
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 166
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Über das Buch Meret Oppenheim ist mehr als die Pelztasse! In Elke Heinemanns biografischer Annäherung an die Künstlerin werden Klischees wie das vom hübschen Mädchen der Surrealisten schnell absurd. Es wird von ihrer Kindheit erzählt, von ihrem frühen Erfolg, von der langen Schaffenskrise und deren Überwindung, schließlich vom späten Comeback mit internationalen Ausstellungen. Deutlich wird, dass Meret Oppenheim sich nicht auf jene Klischees reduzieren lässt, die sie als Libertine im Kreis der Surrealisten ausweisen oder als Ikone des Feminismus. Vielmehr hat sie um künstlerische Eigenständigkeit gekämpft und sich gegen jede Art der Vereinnahmung gewehrt. Elke Heinemann hat aus den Erinnerungen ihrer Gesprächspartner eine Portrait-Collage der Künstlerin gestaltet. Zu Wort kommen Meret Oppenheims Freundin Ruth Henry, ihr Freund Christoph Bürgi, ihr Kollege Daniel Spoerri, ihre Mitarbeiterin Dominique Bürgi, ihr Galerist Thomas Levy, ihre Biografin Bice Curiger, die Herausgeberin ihres literarischen Werks Christiane Meyer-Thoss sowie die Kuratorin Therese Bhattacharya-Stettler u.a. Meret Oppenheim, wurde am 6. Oktober 1913 in Berlin geboren und wuchs in der Schweiz auf. Beginn des Kunststudiums in Paris 1931, dort Teilnahme an Ausstellungen der Surrealisten. 1934-35 mit Max Ernst liiert. 1937 Umzug nach Basel, Beginn einer bis 1954 andauernden Schaffenskrise. Danach zahlreiche Ausstellungen und Preise bis zu ihrem Tod am 15. November 1985. »Die Herausgeberin Elke Heinemann montiert Aussagen verschiedener Weggefährte/inn/en der Künstlerin zu einem fiktiven Diskurs über Meret Oppenheim (1913-1985). Das ist amüsant und informativ und in jedem Fall eine gute Idee. Die Leserin erfährt darin Biographisches, Anekdotisches und Informationen über den künstlerischen Werdegang und das Werk der Schweizer Surrealistin.« Frauenbuchkritik Virginia Über die Autorin Elke Heinemann wurde in Essen geboren. Sie studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte, erhielt Stipendien in Grenoble und Oxford, promovierte an der Freien Universität Berlin über William Beckford und besuchte die Henri-Nannen-Schule für Journalismus in Hamburg. Nach längeren Aufenthalten in Paris und London lebt sie als Schriftstellerin und Publizistin in Berlin. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet.

... das Meretlein ...


Burkhard Wenger Sie hat gern Masken angezogen und sich kostümiert, das hat sie sehr gern gemacht, in einem metallisch-schillernden Kleid war sie das kleine Meretlein von Gottfried Keller, das böse Kind, das nicht gelernt hat, nicht geglaubt hat, nicht gefolgt hat, alle Männer verhext hat, das war schon eine lustige Namenwahl, nomen est omen, kann man da schon sagen!

Thomas Levy ... ja, das Meretlein, das ist, glaub ich, oh Gott, das ist doch so ein Schweizer Hutschidiputschili, es gibt irgend so einen anderen Schweizer Ausdruck dafür, aber ich finde, dass sie das nicht war ...

Ruth Henry ... sie war ja Schweizerin zur Hälfte ...

Daniel Spoerri ... sie ist ’13 geboren, genau, der Bruder ist ’19 geboren, genau ...

Burkhard Wenger Ich bin 6 Jahre jünger als sie. Sie liebte die Eltern und die Eltern liebten sie, sie war das Traumkind meiner Mutter.

Thomas Levy ... ich meine, sie ist nicht die Hexe oder das Kräutermädchen, die da was macht oder kocht, dafür war sie viel zu realistisch, sie stand schon mit beiden Beinen im Leben ...

Burkhard Wenger ... meine Mutter hatte sich immer gewünscht: ein schönes Kind, ein gescheites Kind und ein liebes Kind. Sie haben ja vorhin das Schild gesehen: Meret-Oppenheim-Straße ...

Martin Bühler ... die Straße ist grauenhaft, Medienmarkt und andere grauenhafte Sachen ...

Burkhard Wenger ... bei der Einweihung dieser Straße in Basel hab ich diese Geschichte auch erzählt ...

Martin Bühler ... es sah noch viel grässlicher aus, man hätte, in Anführungszeichen »man«, da hätte ich auch zugehört, sich wehren können und sagen, kommt nicht in Frage, und »man« hat’s dann aber nicht gemacht, mir war’s einfach auch egal, ich hab mich damals, als die ganze Sache akut wurde, nicht so fest gekümmert ...

Burkhard Wenger ... und hab dann gesagt, es ist genauso herausgekommen: Meret war ein wunderschönes Kind, Kristin hochgescheit, und dann hab ich nichts mehr gesagt ...

Martin Bühler ... bin dann erst später wieder eingestiegen und habe gesagt, ich möchte auch als Teil der Familie sagen, so, das machen wir, das machen wir nicht ...

Burkhard Wenger Es war eine alte Tradition in der Familie, dass man sich gut mochte. Meret hat sich gut gefühlt in der Familie, das muss man schon sagen, auch in der großelterlichen. Sie liebte den Großvater, Theo Wenger, und die Großmutter heiß, die hatten ein wunderschönes Haus im Jura, in Delsberg, Delémont. Da haben Meret, ihre Mutter und ihre Schwester viele Monate im Ersten Weltkrieg verbracht, als mein Vater als Sanitätsoffizier, ich weiß nicht mehr welchen Grades, Major oder so, im Feld war.

Daniel Spoerri ... die Schwester war übrigens Grafologin, die mochte sie sehr ...

Martin Bühler Meine Mutter und Meret, die hatten’s gut miteinander.

Burkhard Wenger Sie h