: Angelo Gilles
: Sozialkapital, Translokalität und Wissen Händlernetzwerke zwischen Afrika und China
: Franz Steiner Verlag
: 9783515111713
: Erdkundliches Wissen
: 1
: CHF 45.30
:
: Geografie
: German
: 256
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Im Zuge wirtschaftlicher Transformationsprozesse avancierten die ostchinesischen Küstenprovinzen zu Knotenpunkten nationaler wie globaler Waren- und Kapitalströme. Vor allem die Stadt Guangzhou im Perlflussdelta entwickelte sich zu einem Zentrum exportorientierter Industrien und zu einer der am schnellsten wachsenden Metropolen der Welt. Als eine Folge aber auch als Triebkraft dieses Prozesses nehmen nicht nur intranationale Land-Stadt-Wanderungen zu - auch internationale Wanderungsbewegungen führen zu neuartigen Migrationsregimen.

Hier eröffnet die Analyse der Entstehung, Aufrechterhaltung und Transformation translokaler Händlernetzwerke zwischen Afrika und China sowie inhärenter Migrationsformen und Organisationsmechanismen ein junges und noch unzureichend bearbeitetes Forschungsfeld. Die Studie zeigt durch einen Verschnitt individualistisch-handlungsth oretischer und kollektivistisch-praktikenthe retischer Erklärungsmodelle eine relationale, sozialräumliche Perspektive auf diese Netzwerke und liefert mit der Auseinandersetzung um Ressourcen, Organisation und unternehmerische Handlungsfähigkeit einen vielschichtigen Erklärungsbeitrag für die grenzüberschreitenden Lebens- und Wirtschaftsweisen von Migranten.



Angelo Gilles, Diplom 2008 im Rahmen eines DAAD-Stipendiums zur wissenschaftlichen Fort- und Ausbildung im Ausland zum Thema 'Internationale Migration nach Europa - eine Analyse von Migrationsbiographien senegalesischer Einwanderer in Turin/Italien', Promotion 2014 im Rahmen des DFG-Projektes 'Konstituierung transnationaler Händlernetzwerke - Sozioökonomische Organisation afrikanischer Migranten in Guangzhou/China'. Seit 2015 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Geographischen Institut der CAU Kiel. Forschungsschwerpunkte: Geographische Migrations- und Mobilitätsforschung, relationale Raumkonzepte, Transnationalismus und Translokalität sowie Qualitative Sozialforschung.
INHALTSVERZEICHNIS6
ZUSAMMENFASSUNG10
VORWORT14
1. EINLEITUNG16
2. SOZIALE NETZWERKE – EINE RELATIONALE PERSPEKTIVE AUF UNTERNEHMERISCHES HANDELN IN DER MIGRATION22
2.1 EINE KURZE HISTORISCHE EINORDNUNG DER NETZWERKPERSPEKTIVE22
2.2 EINE PROZESSUALE PERSPEKTIVE AUF SOZIALE FORMATIONEN24
2.3 DIE „LOGIK DER SITUATION“ IM PROZESS DER NETZWERKHERSTELLUNG27
2.4 EINE RESSOURCENORIENTIERTE PERSPEKTIVE AUF UNTERNEHMERISCHES HANDELN IN DER MIGRATION30
2.4.1 Ermöglichende und einschränkende Eigenschaften sozialer Netzwerke32
2.4.2 Grenzen kollektiver Sanktionsmacht36
2.4.3 Potenziale (und Grenzen) einer ressourcenorientierten Perspektive38
2.5 EINE TRANSLOKALE PERSPEKTIVE AUF UNTERNEHMERISCHES HANDELN IN DER MIGRATION41
2.5.1 Der „transnational turn“ in der Migrationsforschung42
2.5.2 Das Konzept der Translokalität45
2.5.3 Translokale Opportunitätsstrukturen von Migrantenökonomien49
2.5.4 Zwischen ethnischem Unternehmertum und gemischten Ökonomien52
2.6 EINE PRAKTIKENTHEORETISCHE PERSPEKTIVE AUF UNTERNEHMERISCHES HANDELN IN DER MIGRATION57
2.6.1 Wissen als Ressource – eine Einordnung58
2.6.2 Wissen im Sinne einer „Epistemologie des Besitzes“60
2.6.3 Wissen im Sinne einer „Epistemologie der Praktik“62
2.6.4 Ein kosmopolitischer Blick auf praktisches Wissen70
3. FORSCHUNGSDESIGN, FORSCHUNGSMETHODIK UND FRAGESTELLUNGEN80
3.1 EINE METHODISCH-ANALYTISCHE PERSPEKTIVE AUF SOZIALE FORMATIONEN80
3.2 EIN MULTIPLES, HERMENEUTISCH-INTERPRETATIVES FORSCHUNGSDESIGN85
3.3 DAS METHODISCH-ANALYTISCHE VORGEHEN IM FELD89
3.4 AUSWAHL UND AUSWERTUNG DES EMPIRISCHEN MATERIALS101
3.5 KONKRETISIERUNG DER FRAGESTELLUNGEN104
4. EINE (MAKRO-STRUKTURELLE) MOMENTAUFNAHME DES UNTERSUCHUNGSPHÄNOMENS110
4.1 WIRTSCHAFTLICHE UND SOZIALE TRANSFORMATIONSPROZESSE IN CHINA UND GUANGZHOU110
4.2 NEUE MIGRATIONSPHÄNOMENE IN CHINA UND GUANGZHOU113
4.3 DIE AFRIKANISCHE PRÄSENZ IN DER VR CHINA116
4.4 JÜNGSTE SINO-AFRIKANISCHE HANDELS- UND WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN118
4.5 DIE BEDEUTUNG NICHT-STAATLICHER, INFORMELLER HÄNDLERNETZWERKE IM SINO-AFRIKANISCHEN (KLEIN-)HANDEL123
5. AFRIKANISCHE HÄNDLER AUF DEM WEG NACH CHINA127
5.1 EINE HÄNDLERBIOGRAPHIE AUS MALI127
5.2 ETABLIERTE AFRIKANISCHE HÄNDLER IN GUANGZHOU134
5.2.1 Die Tätigkeit als Zwischenhändler in China136
5.2.2 Die Bedeutung von Hong Kong als Finanzzentrum139
5.2.3 Zwischen Kleinhandel und anderen Geschäftsmodellen140
5.3 NEUE AFRIKANISCHE AKTEURE IM SINO-AFRIKANISCHEN HANDEL143
5.3.1 Eine Händlerbiographie aus Burundi144
5.3.2 Handel und Migration im Kontext gesellschaftlicher Ordnungen159
5.4 STRUKTURMOMENTE EINER EINBETTUNG IN SOZIALE NETZWERKE IM KONTEXT DES UNTERNEHMERISCHEN HANDELNS IN DER MIGRATION173
6. (TRANS-)LOKALE STRUKTURMOMENTE IM KONTEXT DES UNTERNEHMERISCHEN HANDELNS IN DERMIGRATION190
6.1 DYNAMIKEN VON GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN191
6.2 TRANSFORMATION VON MOBILITÄTSPRAKTIKEN201
7. LOKALE STRUKTURMOMENTE IM KONTEXT DES UNTERNEHMERISCHEN HANDELNS IN DER MIGRATION213
7.1 AFRIKANISCHE ZWISCHENHÄNDLER IN GUANGZHOU/CHINA –EIN KURZER BLICK ZURÜCK214
7.2 „SOZIALE RÄUME DER VERSTÄNDIGUNG“ IN MULTIKULTURELLEN HANDLUNGSZUSAMMENHÄNGEN217
7.3 DIE BEDEUTUNG INHÄRENTER WISSENSFORMEN IN MULTIKULTURELLEN HANDLUNGSZUSAMMENHÄNGEN221
8. SCHLUSSBETRACHTUNG(EN)229
9. LITERATUR238