Frühkindliche Traumatisierungen: Auswirkungen sowie Präventions- und Interventionsangebote aus Sicht der Bindungstheorie
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Sabrina Barche
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Frühkindliche Traumatisierungen: Auswirkungen sowie Präventions- und Interventionsangebote aus Sicht der Bindungstheorie
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Diplomica Verlag GmbH
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9783842812604
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1
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CHF 22.20
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Sozialpädagogik, Soziale Arbeit
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German
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130
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Wasserzeichen/DRM
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Frühkindliche sichere Bindungen sind der Schlüssel zum Erfolg. Dies wusste schon der britische Psychiater und Psychoanalytiker John Bowlby (1907-1990). Doch nicht jedem Menschen wird es ermöglicht, diese in der Kindheit aufzubauen. Viel zu oft kommt es vor, dass Kinder schwere psychische Traumata erleiden. Was es aus der Sicht von Bowlbys Bindungstheorie genau bedeutet, als kleines Kind Traumatisierungen unterschiedlicher Art durchleben zu müssen, soll in diesem Buch näher beleuchtet werden. Dabei wird belegt, dass seelische Traumatisierungen in den ersten Lebensjahren eines Kindes zu schweren Beeinträchtigungen bezüglich der Bindungsfähigkeit sowohl im Kindes- als auch im Jugend- und Erwachsenenalter führen können. Das Ziel dieses Buches ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, die immense Bedeutung der Bindungstheorie für die sozialpädagogische Arbeit, insbesondere mit frühkindlichen beziehungstraumatisierten Kindern, zu verdeutlichten. Dabei werden die frühe Kindheit und die Aussagen der Bindungstheorie näher untersucht sowie schwerwiegende frühkindliche Traumatisierungen mit ihren Auswirkungen betrachtet. Abschließend werden erfolgsversprechende bindungsbasierte Präventions-und Interventionsangebote vorgestellt.
Dipl. Päd. Sabrina Barche wurde 1985 in Köthen geboren. Ihr Studium der Erziehungswissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg schloss die Autorin im Jahre 2010 mit dem akademischen Grad der Diplom-Pädagogin erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte die Autorin umfassende praktische Erfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Fasziniert von Bowlbys Ansätzen der Bindungstheorie und den dadurch offen gelegten verbesserten Möglichkeiten des Umgangs mit frühkindlich traumatisierten Kindern, verbrachte die Autorin ein halbes Jahr in Südafrika, um dort die Besonderheiten der Thematik im Hinblick auf früh traumatisierte Aidswaisen näher zu betrachten. Die Erkenntnis über die Wichtigkeit der Anwendung der Bindungstheorie im pädagogischen Setting, v.a. in der ambulanten und stationären Kinder -und Jugendhilfe, motivierte sie, sich der Thematik des vorliegenden Buches zu widmen.
Textprobe: Kapitel 3.1.4, Die Bedeutung der Feinfühligkeit: Schon sehr früh in seiner Forschungstätigkeit stellte Bowlby heraus, dass '(...) die Art der elterlichen Zuwendung, die das Kind in den ersten Lebensjahren erfährt, von entscheidender Bedeutung für dessen späteren geistigen Gesundheitszustand ist (...).'(Bowlby 1973, S.15). Als Mitarbeiterin von John Bowlby untersuchte auch Mary Ainsworth (1974) die Bedeutung des feinfühligen Pflegeverhaltens der Bindungsperson und stellte die Feinfühligkeit explizit als zentrales Konzept der empirischen Bindungsforschung heraus Sie fand heraus, dass Säuglinge sich an diejenige Bezugsperson binden, die ihre Bedürfnisse in einer feinfühligen Weise beantwortet. Dies bedeutet, dass die Pflegeperson die Signale des Säuglings richtig wahrnimmt und sie ohne Verzerrungen durch eigene Bedürfnisse und Wünsche auch richtig interpretiert. Weiterhin müssen die Bedürfnisse des Säuglings angemessen und prompt sowie entsprechend dem jeweiligen Alter durch die Bindungsperson beantwortet werden (vgl. Grossmann, Grossmann 2004, S.119). Der Sensibilität der Mutter für die Signale ihres Säuglings sowie ihrer emotionalen Verfügbarkeit entspricht eine intrapsychische Repräsentation, die von George und Solomon (1989) auch als 'internal model of caregiving' bezeichnet wird. Wenn Mütter in Interviews über ihr potenzielles Verhalten in bindungsrelevanten Situationen befragt werden, so schildern sie- abhängig von ihrer eigenen Bindungshaltung-, wie sie in solchen Situationen voraussichtlich gegenüber ihrem Kind reagieren würden. In der tä
1 Einleitung
7
2 Die frühe Kindheit – ein vulnerabler Lebensabschnitt
12
2.1 Definitorische Annäherung
12
2.2 Grundlegende Entwicklungsschritte
17
2.3 Die Grundbedürfnisse des Kindes
24
3 Die Bindungstheorie
29
3.1 Grundlegende Aspekte der Annahmenvon Bowlby und Ainsworth
30
3.2 Die Diagnostik von Bindungen
43
4 Traumatisierungen in der frühen Kindheit
55
4.1 Zum Begriff der Psychotraumatologie
55
4.2 Geschichte der Psychotraumatologie
56
4.3 Das Trauma –Verletzung von Körper oder Seele?
59
4.4 Frühe Traumatisierungen
61
5 Auswirkungen frühkindlicher Traumataaus Sicht der Bindungstheorie
82
5.1 Bindungsentwicklung bei traumatisierten Kindern
82
5.2 Bindung im Verlauf des Lebens
89
6 Förderliche Präventionsangebote zurVerhinderung von Bindungstraumata
95
6.1 Bedeutung von Prävention im Zusammenhangmit der Bindungstheorie
95
6.2 Ausgewählte bedeutsame Präventionsprogramme
97
7 Interventionen bei frühkindlichen Bindungstraumataim Bereich der Kinder- und Jugendhilfe
109
7.1 Bindungsgeleitetes Vorgehen in Krippenund Kindertageseinrichtungen
109
7.2 Bindungsorientierte Interventionen in derstationären Heimunterbringung
112
8 Resümee
116
9 Literaturverzeichnis
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