: Marquis de Sade
: Juliette oder Die Wonnen des Lasters
: OTB eBook publishing
: 9783956765346
: 1
: CHF 1.80
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: Erzählende Literatur
: German
: 72
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Juliet e wird schon in der Klosterschule verdorben und feiert ihre erste Orgie in den Katakomben des Klosters auf den Särgen der verstorbenen Nonnen. Sie macht als Prostituierte Karriere und freundet sich mit dem verbrecherischen Libertin Noirceuil an, den sie sogar dafür bewundert, dass er ihre Eltern erst ruiniert und dann vergiftet hat. Über Noirceuil lernt sie den Staatsminister Saint-Fond kennen, der auf Staatskosten mit einem lasterhaften Kreis von Gleichgesinnten ständig verbrecherische Sex- und Gewaltorgien feiert, die jeden Monat 30 Frauen zu Tode bringen. Nachdem sie ihren ersten Mord an einer anderen Frau begangen hat, die sich weigerte, mit ihr sexuell zu verkehren, versichert sich der Minister der Dienste Juliettes beim Vergiften seiner Widersacher. Lady Clairwil, eine weitere Person aus dem Umfeld der verbrecherischen Lüstlinge, wird Juliettes beste Freundin, und über diese erhält sie Zugang zur „Gesellschaft der Freunde des Verbrechens“, die sich satzungsgemäß verpflichten, jede erdenkliche Art von Verbrechen als vergnügliche Sportart zu betreiben. (Auszug aus Wikipedia)

Aufzählung verschiedener Sitten und Gebräuche bei allen Nationen, um die Rechtmäßigkeit der von der Gesellschaft der »Freunde des Verbrechens« angenommenen Grundsätze zu beweisen


Wir schätzen die Jungfernschaft einer Braut sehr hoch. Die Einwohner der Philippinen aber machen sich gar nichts daraus, ja man hat auf diesen Inseln eigene gut bezahlte Beamte, welche die Pflicht haben, die jungen Mädchen am Vorabend ihrer Hochzeit zu entjungfern.

In Sparta war der Ehebruch gesetzlich gestattet.

Wir verachten die Mädchen, die sich für Geld hingeben, die Lydierinnen dagegen wurden nur nach der Anzahl ihrer Liebhaber geachtet und was sie durch ihre Prostitution verdienten, machte einzig und allein ihre Mitgift aus.

Die Zypriotinnen boten sich um sich zu bereichern, öffentlich für Geld jedem Fremden an, der auf ihrer Insel landete.

Die Verderbtheit der Sitten ist in einem Staate durchaus notwendig; das begriffen die Römer, die deshalb auch in dem ganzen umfangreichen Gebiete der Republik Bordelle mit männlichen und weiblichen Insassen errichteten und ebenso Schaubühnen, auf welchen nackte Mädchen tanzten.

Die Babylonierinnen gaben sich einmal jährlich im Tempel der Venus dem Ersten Besten preis.

Die Armenierinnen waren gehalten, ihre Jungfernschaften den Priestern des Tanais zu opfern; diese fickten sie jedoch erst in den Arsch und nur wenn das Mädchen dies mutig ausgehalten hatte, wurde ihm die Ehre der Entjungferung zuteil; eine Weigerung, eine Träne, ein einziges Zurückziehen, ein Schrei und es war des Angriffs von vorn unwürdig und fand dann auch keinen Mann.

Die Einwohner der Stadt Goa – Vorderindien, Canara-Küste – unterziehen ihre Töchter einer noch ganz anderen Folter; diese müssen sich mit einem Götzenbild prostituieren, welches einen unmäßig großen Penis von Eisen hat, den man erst glühend macht, ehe man ihn dem Mädchen gewaltsam in die Scheide stößt und nur auf diese grausame Weise erweitert, ist es dem armen Kinde möglich, einen Gatten zu finden; ohne diese vorangegangene Zeremonie würde sie keiner heiraten.

Die Kainiten, eine im zweiten Jahrhundert entstandene Sekte, stellten die Behauptung auf, daß man nur durch Unkeuschheit zur ewigen Seligkeit gelangen könne, sowie ferner, daß jede Greueltat ihren Schutzengel habe und sie verehrten diesen Schutzgeist, indem sie sich den unglaublichen Ausschweifungen ergaben.

Ewen, einer der ältesten Könige Englands, erließ ein Gesetz, laut welchem kein Mädchen heiraten durfte, ohne daß er sie vorher entjungfert hatte; in Schottland und in einigen Teilen Frankreichs genossen die vornehmen Vasallen dieses Vorrecht.

Die Unzucht treibt sowohl Männer als Frauen allmählich zur Grausamkeit. Als die Spanier (1532) zur Zeit des letzten selbstständigen Inca Atahualpa Peru eroberten, gaben sich ihnen sofort dreihundert eingeborene Weiber preis und halfen ihnen dann, ihre eigenen Ehemänner zu massakrieren.

Die Sod