Corentins Rache
Corentin stieg aus und besichtigte ein paar Augenblicke die Stelle. Er sah sich die beiden einander gegenüberstehenden Ulmen an, wovon eine an der Parkmauer, die andre auf der Böschung des Rondels stand, die von dem Gemeindeweg durchschnitten wurde. Dann erblickte er etwas, was noch niemand entdeckt hatte, einen Uniformknopf im Staube des Weges, und hob ihn auf. Als er den Pavillon betrat, sah er Michu und Violette am Tisch in der Küche; sie stritten noch immer miteinander. Violette stand auf, begrüßte Corentin und bot ihm zu trinken an.
»Danke... Ich möchte den Brigadier sehen«, sagte der junge Mann, der mit einem Blick erriet, daß Violette seit mehr als zwölf Stunden betrunken war.
»Meine Frau pflegt ihn oben«, sagte Michu.
»Nun, Brigadier, wie geht es Ihnen?« fragte Corentin, der die Treppe hinaufgeeilt war und den Gendarmen mit einer Kompresse auf dem Kopfe auf Frau Michus Bett fand. Sein Hut, Säbel und Lederzeug lagen auf einem Stuhl.
Martha, die dem weiblichen Empfinden treu blieb und zudem nichts von dem Heldenstück ihres Sohnes wußte, pflegte den Brigadier mitsamt ihrer Mutter.
»Wir warten auf Herrn Varlet, den Arzt aus Arcis«, sagte Frau Michu. »Gaucher ist fort, um ihn zu holen.«
»Lassen Sie uns einen Augenblick allein«, sagte Corentin, ziemlich überrascht von diesem Schauspiel, das für die Unschuld der beiden Frauen zeugte.
»Wie wurde Sie getroffen?« fragte er und blickte auf die Uniform.
»An der Brust«, antwortete der Brigadier.
»Lassen Sie mal Ihr Lederzeug sehen«, sagte Corentin.
Auf der gelben, weißbesäumten Binde, die der sogenannten Nationalgendarmerie durch ein neues Gesetz verliehen war, das die geringsten Einzelheiten ihrer Uniform vorschrieb, befand sich ein Schild, ähnlich dem unsrer jetzigen Feldhüter, auf dem nach der Vorschrift des Gesetzes die eigenartigen Worte eingraviert waren: »Achtung vor den Personen und dem Eigentum!« Der Strick hatte notwendig das Lederzeug getroffen und es stark gequetscht. Corentin nahm den Rock und besah sich die Stelle, wo der auf der Stra