: Christian Schütte-Bäumner
: Que(e)r durch die Soziale Arbeit Professionelle Praxis in den AIDS-Hilfen
: Transcript Verlag
: 9783839407172
: Pädagogik
: 1
: CHF 23.90
:
: Sonstiges
: German
: 304
: Wasserzeichen
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: PDF
Die Soziale Arbeit ist stets darum bemüht, ihre berufliche Identität im Kampf um Anerkennung und gesellschaftliche Legitimation eindeutig festzulegen. Ihre Suche nach dem Prototyp gelungener und effektiver sozialer Dienstleistung verschleiert dabei nicht selten die Komplexität diskursiver Praktiken. Am Beispiel des Berufsfeldes der AIDS-Hilfen hebt diese Studie das Potenzial queerer Perspektiven hervor, die sich reflexiv mit der genealogischen Architektur professioneller Performanz auseinandersetzen. Im Anschluss an die Diskussion um den Nutzen von Care-Work-Alternativen des »Anders Denkens« wird das Konzept der »Queer Professionals« als Konzept kritischer Sozialer Arbeit gefasst. Dem Ruf nach Klärung identitärer Verunsicherung innerhalb der Disziplin wie auch der Profession Sozialer Arbeit wäre damit ein brauchbares, innovatives Konzept an die Hand gegeben.

Christian Schütte-Bäumner (Dr. phil.), Diplom-Pädagoge, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Forschungsschwerpunkte sind Professionalisierung Sozialer Arbeit, Queer Theory und qualitative Sozialforschung.
Inhalt5
Vorher ist nachher oder: Sand im Getriebe7
Einführung13
AIDS ist anders geworden19
Bilder von AIDS: altes und neues AIDS-Bild24
AIDS-Exceptionalism: gemachte Krisenstimmung25
Die ›Erfindung‹ einer Krankheit: AIDS als Geschichte33
AIDS-Hilfe zwischen Bewegung, Selbsthilfe und Professionalisierung37
Schwulenbewegung41
AIDS-Hilfe und Gesundheitsförderung: Entwicklungen47
Lebenswelt – Setting – Qualitätsentwicklung in den AIDS-Hilfen51
Beziehungsarbeit56
(Selbst-)Reflexive Sozialforschung61
Qualitativer Forschungsprozess und Erhebungsinstrument63
Zur Methode: Interviews mit Expert_innen67
Zugang zum Untersuchungsfeld70
Phasen der Interviewauswertung75
Wenn Sozialarbeit ›betroffen‹ ist87
›Direkte Betroffenheit‹: Warum ausgerechnet AIDS-Hilfe?88
»Ich habe natürlich einen ganz persönlichen Hintergrund«90
»Ich kann da auch mehr sein wie ich bin«103
»AIDS-Hilfe bedeutet bereits, dass ich schwul sein könnte«105
»Ich versuche mit diesem Virus auf eine Art und Weise zu leben«113
›Nicht-Betroffenheit‹: Zufällig AIDS-Hilfe122
»Ich habe früher nie etwas mit AIDS zu tun gehabt«122
»Ich brauchte einfach einen neuen Job«127
»Und da hat mich eine Frau angesprochen«128
»Das Thema hat mich nicht losgelassen«133
»Das war nicht unbedingt auf eigenen Wunsch«137
›Indirekte Betroffenheit‹: Mit Abstand doch mittendrin140
»Ich wollte unbedingt zur AIDS-Hilfe«141
»Ich hatte vorher keine Erfahrung mit AIDS-Kranken gehabt«145
Sexualität, Identität und Professionalität151
Reflexionen zur Typologie der ›Betroffenheit‹152
Macht, Wissen und Sexualität155
Identität im Kontext von ›Schwulsein‹, AIDS und AIDS-Hilfe161
Soziale Arbeit und Professionalitäten164
Involvierte Professionalitäten – Que(e)r fällt ein168
Missverstandene »Normalisierung«171
»AIDS-Bonus«182
»so in einen Topf geworfen«197
»Betroffenenkompetenz«: Betroffenheit als Kompetenz?212
Distanzierte Profis – Engagierte Experten230
Professionalitäten Queer Gedacht239
Verqueere Professionalität im Modus reflexiv-kritischer Haltung241
Performanz245
Subversive Resignifikation246
Aussichten auf ungeklärte Professionalitäten248
Kein Junge und kein Mädchen: verqueere Jugendarbeit249
Queer Professionals: ›Identität‹ als Provisorium252
Ohne Ende Queer259
Dankeschön267
Literatur269