: Sérgio Costa
: Vom Nordatlantik zum »Black Atlantic« Postkoloniale Konfigurationen und Paradoxien transnationaler Politik
: Transcript Verlag
: 9783839407028
: Postcolonial Studies
: 1
: CHF 23.50
:
: Sonstiges
: German
: 292
: Wasserzeichen
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: PDF
Im Ausgang von einer Untersuchung der Beziehungen zwischen antirassistischen Bewegungen in Brasilien und in den USA thematisiert dieser Band die Paradoxien einer transnationalen Politik von unten. Im Zentrum des Interesses stehen demokratietheoretische und soziologische Fragestellungen, die mit Hilfe dreier Theorieansätze diskutiert werden: Habermas' Ausführungen zur postnationalen Konstellation, die Theorie der reflexiven Moderne von Giddens und Beck sowie die soziologische Rezeption der Postcolonial Studies. Durch fundierte empirische Arbeit und präzise Theoriekritik arbeitet die Studie gegen den »Mainstream« eine konstruktiv dezentrierte soziologische Perspektive aus, in der sich die globale Gesellschaftsordnung jenseits epistemologischer Eurozentrismen zeigt. Das Buch schlägt damit eine Brücke zwischen den Diskursen der Cultural bzw. Postcolonial Studies auf der einen Seite und der Soziologie auf der anderen Seite.

Sérgio Costa ist Professor für Soziologie an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Demokratie und Rechtstaatlichkeit, vergleichende Soziologie, Rassismus und Antirassismus, Multikulturalismus und postkoloniale Theorien.
Inhalt5
Danksagung7
Einleitung: Sozialtheorie, Antirassismus, Kosmopolitismus9
Kapitel 1. Jürgen Habermas und die postnationale Konstellation19
Der demokratische Staat unter Globalisierungsdruck20
Postnationale Demokratie in Europa25
Demokratie und Menschenrechte weltweit33
Abschließende Bemerkungen und neue Herausforderungen45
Kapitel 2. Anthony Giddens und Ulrich Beck: Risiko, Reflexivität, Kosmopolitismus49
Ulrich Beck und die Risikogesellschaft52
Anthony Giddens: Strukturierung und Reflexivität64
Reflexivität und Kosmopolitisierung80
Schlussbetrachtungen: die unerfüllten Verheißungen einer reflexiven Globalisierung86
Kapitel 3. Jenseits der Differenz: die postkolonialen Studien und die Soziologie91
Das Wissen verorten: die postkoloniale Erkenntnistheorie94
Die postkoloniale Geschichte: Kritik am teleologischen Modemi täts begriff100
Der Ort postkolonialen Sprechens: das Lob des Hybriden103
Von der Differenz zum Subjekt110
(Un-)Möglichkeiten einer postkolonialen Soziologie117
Kapitel 4. Zwischenbilanz: Diaspora, Black Atlantic, transnationale Handlungszusammenhänge123
Artikulationen der Diaspora: der Beitrag von Stuart Hall und Paul Gilroy123
Transnationale Handlungskontexte134
Schlussbetrachtungen142
Kapitel 5. Jüngste kulturelle Transformationen in Brasilien: von der Mestifagem zu den neuen Ethnizitäten145
Die Erfindung der Mestiçagem148
Kulturelle Heterogenisierung und Überwindung des Mestiçagem-Diskurses154
Die Schwarzenbewegung und gegenwärtige Reafrikanisierungstendenzen158
Schlussbetrachtungen175
Kapitel 6. Der wissenschaftliche Rassismus und seine Rezeption in Brasilien177
Evolution, Degeneration, Adaptation: Themen des rassentheoretischen Denkens in Brasilien und ihre Ursprünge177
Zwei Versionen des wissenschaftlichen Rassismus in Brasilien190
Der Antirassismus von Manoel Bornfirn und Alberto Torres213
Kapitel 7. Paradoxien des Antirassismus: racial studies und ihre Kritiker223
Die soziologische Neuerfindung der race in Brasilien227
Die Kritiker der racial studies248
Schlussbetrachtungen251
Schlussfolgerung: vom Nordatlantik zum Black Atlantic259
Bibliographie263
Namensregister287