: Hannelore Bublitz
: In der Zerstreuung organisiert Paradoxien und Phantasmen der Massenkultur
: Transcript Verlag
: 9783839401958
: Sozialtheorie
: 1
: CHF 14.10
:
: Soziologie
: German
: 172
: Wasserzeichen
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: PDF
Massenkultur gilt ihren Kritikern als bloße Zerstreuung, die jedem emanzipatorischen Anspruch entsagt. Doch sie hält die »zerstreute Masse« keineswegs in einem Zustand tagträumerischer »Geistesabwesenheit«, sondern führt sie in die moderne Wirklichkeit hinein, nicht heraus. Der Text rekonstruiert Massenkultur im Anschluss an Foucault als sozial- und selbsttechnologische Chiffre der kulturellen Gegenwart. Damit gerät die transparente Masse als flexibles Medium sozialer Normalität in den Blick, die, in den Blickrastern massenkultureller Ereignisse angeordnet, ihre bedrohliche Materialität verliert. Die Autorin analysiert die Paradoxien einer Kultur, die nach einer Lesart Slavoj Zizeks der Unvorhersehbarkeit moderner Existenz mit einem phantasmatischen Mehr-Begehren begegnet.

Hannelore Bublitz ist Professorin für Soziologie an der Universität Paderborn. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich poststrukturalistischer Geschlechter- und Gesellschaftsanalysen.
Inhalt5
Vorwort7
Einleitung: Strategische Anordnungen – Verdeckte Automatismen – Phantasmen des Begehrens. Eine gesellschaftstheoretisch angeleitete Lesart der Massenkultur9
1. Das Phantasma der Masse. Von der bedrohlichen Materialität zum Medium sozialer Optimierung31
›Masse‹ als Kampfbegriff. Kulturkritische Redeweisen31
Die ›rohe Masse‹ als formbare Materie: Automat und gelehriger Körper34
Die Massenseele (Le Bon)38
Masse als Kulturfaktor (Freud)40
»Masse und Macht«: Masse als ein Körper (Canetti)42
Entsubjektivierung der Masse45
Masse als ästhetisches Ornament und künstliche Anordnung (Kracauer)45
Technische Apparaturen und Anordnungen (Benjamin)48
Masse als Struktur und Funktionsbegriff52
Normalisierung I: Die Internalisierung der Masse und der »außen-geleitete Mensch« (Riesman et al.)52
Normalisierung II: Alle gleich, jeder anders. Masse als Medium normalisierender Optimierung59
2. Das Phantasma der Massenkultur – Chiffre einer diskursiven Ökonomie65
Verführerische Zerstreuung65
Massenkultur als Chiffre einer diskursiven Ökonomie67
»Immer mehr Gesellschaft«: Der historische Ort der Massenkultur85
Gesellschaft als produktive Größe89
Massenkultur – Einschreibung pauperisierter Schichten in die Gesellschaft90
Kulturgefährdung durch technisch-zivilisatorischen Fortschritt91
Die anwachsende Kraft der Gesellschaft im individualistischen Zeitalter97
Exkurs: Der Einschluss des Menschen in den »Bann der Gesellschaft«100
Zur Dynamik und Praxis der Massenkultur oder: Wie man aus Bildern Welten macht105
Performativität, Ereignis-Individualität und Präsenz112
3. Das Phantasmatische der Massenkultur: Mehr-Begehren119
Ökonomie des Begehrens119
Die ›Spiegelprothese‹ – Gründungsmatrix des Subjekts (Lacan)125
Spie(ge)l des Begehrens130
Der Kreislauf des Begehrens und seine phantasmatische Struktur135
Massenkultur als Spiegel- und Projektionsfläche des Begehrens140
Verräumlichung des Begehrens in der Warenästhetik140
Regulierung und Normalisierung des Mehr-Begehrens146
Schluss: Zur Immanenz der Massenkultur oder: Es gibt kein Außen151
Literatur159