: Karl-Heinrich Bette, Uwe Schimank
: Die Dopingfalle Soziologische Betrachtungen
: Transcript Verlag
: 9783839405376
: X-Texte zu Kultur und Gesellschaft
: 1
: CHF 21.30
:
: Sonstiges
: German
: 275
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Immer mehr Spitzensportler nutzen offenbar verbotene Mittel, um die eigenen Leistungen zu steigern und tatsächliche oder nur befürchtete Nachteile gegenüber den Mitkonkurrenten aus der Welt zu schaffen. Die Autoren durchleuchten in ihrer Arbeit die strukturellen Dynamiken und Beziehungsfallen, die hinter dem Rücken der Akteure wirksam sind und der Dopingverwendung national und international und über alle Disziplingrenzen hinweg Vorschub leisten. Auf der Grundlage ihrer Analyse schlagen sie einen zusätzlichen, über Kontrolle und Aufklärung hinausgehenden neuen Weg vor, wie die Sportorganisationen in Zusammenarbeit mit den an der Problemerzeugung beteiligten gesellschaftlichen Gruppierungen Doping zukünftig erfolgreicher als bisher eindämmen könnten. Das Buch liefert einen wichtigen Beitrag zur gegenwärtigen Dopingdiskussion.

Karl-Heinrich Bette ist Professor für Sportwissenschaft an der Technischen Universität Darmstadt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Sportsoziologie, der Soziologie des Körpers sowie der neueren soziologischen Systemtheorie. Uwe Schimank ist Professor für Soziologie an der FernUniversität Hagen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der soziologischen System- und Akteurtheorien, der Theorien gesellschaftlicher Differenzierung sowie der Organisations-, Wissenschafts- und Sportsoziologie.
Inhalt5
Einleitung7
I Doping als Konstellationseffekt19
1 »Dopingsünder«: Personalisierung als Diskursstrategie20
1.1 Personalisierung im Spitzensport22
1.2 Personalisierung in Massenmedien, Jurisprudenz und Pädagogik25
1.3 Folgen kollektiver Personalisierung35
1.4 Entsubjektivierung als soziologisches Erkenntnisprogramm37
2 Spitzensportliche Karrieredynamiken39
2.1 Hyperinklusion in den Spitzensport41
2.2 Sportartspezifische Regimes biographischer Steuerung68
3 Biographische Risiken88
3.1 Erfolglosigkeit während der Karriere89
3.2 Zukunftsunsicherheit nach der Sportkarriere107
3.3 Risikosteigerung durch Anspruchsinflationierung111
4 Coping durch Doping113
4.1 Individuelle Risikobewältigung und Motivkonstellationen114
4.2 Doping als illegitime Innovation121
4.3 Dopingabstinenz: intervenierende Bedingungen als Moraläquivalente127
5 Doping und Terrorismus: Abweichungsdynamiken im Vergleich129
5.1 Handlungen und Handlungsverstrickungen131
5.2 Dopingspirale134
II Doping: Teilsystemisches Risiko und Risikomanagement145
6 Spitzensport: Entbehrlichkeit als Achillesferse146
6.1 Teilsysteminterdependenzen147
6.2 Inklusion155
7 Teilsystemische Selbstdiffamierung durch Doping160
7.1 Skandalierung in den Massenmedien162
7.2 Desillusionierung des Publikums166
8 Grenzen rechtlicher Dopingbekämpfung174
8.1 Dopingdefinitionen als soziale Konstruktionen175
8.2 Kontrollintensivierung189
9 Sportverbände in der Dopingfalle200
9.1 Zwickmühle der Verbände202
9.2 Entkopplung von Reden und Tun214
10 Konstellationsmanagement: ein möglicher Weg aus der Dopingfalle223
10.1 Personenfixierung: zwischen Hilflosigkeit und Alibifunktion225
10.2 Dopingbekämpfung: ein struktureller Ansatz233
10.3 Etablierung von Doppelstrategien241
Anhang247
Anmerkungen247
Siglen261
Abbildungen262
Literatur263
Textnachweise272