: Tanja Bogusz
: Institution und Utopie Ost-West-Transformationen an der Berliner Volksbühne
: Transcript Verlag
: 9783839407820
: Sozialtheorie
: 1
: CHF 28.40
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: Bildende Kunst
: German
: 354
: Wasserzeichen
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Die Berliner Volksbühne übernahm inmitten des deutsch-deutschen Vereinigungsprozesses die institutionelle Federführung des gesamtdeutschen hauptstädtischen Kulturlebens. Wie aber kam es dazu? Auf der Grundlage teilnehmender Beobachtung, zeitgeschichtlicher Analyse und theoretischer Reflexionen erhält der Begriff der Kulturproduktion hier seinen soziologischen Sinn: als eine spezifische Praxis, deren Bedingtheit gerade auf ihren Verallgemeinerungscharakter verweist. Das Gebiet der Soziologie beschreibt damit die Aufgabe, das Alleinstellungsmerkmal der Kulturproduktion mit seinen gesellschaftlichen Rahmungen zu verbinden und die ihnen zugrunde liegenden Strukturen hervorzuheben.

Tanja Bogusz (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universitä Jena. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte sind Vergleichende Wissenssoziologie und Praxistheorie.
INHALT5
Vorwort7
Einleitung9
1. Kulturproduktion als Vergesellschaftungsprozess17
1.1 Zur Sozialfigur des Kulturproduzenten18
1.1.1 Frühe soziologische Perspektiven: Die relative Autonomie18
1.1.2 Ethnographie der Methode: Pierre Bourdieu26
1.1.3 Classe normative und Vorbild Bohème34
1.2 Praxeologische Wechselwirkungen46
1.2.1 Prinzip und Praxis: Anomie47
1.2.2 Utopie und Institution54
1.2.3 Von der Wissenschaft zur Wirklichkeit63
2. Der staatssozialistische Kulturrahmen: Offizielle und inoffizielle Wirklichkeiten67
2.1 Das Projekt der sozialistischen Moderne als Avantgarde71
2.1.1 Die russische Kunstlinke74
2.1.2 Sozialistischer Realismus als coincidentia oppositorum: Georg Lukács83
2.1.3 Veralltäglichung des Posthistoire93
2.2 Konsensdiktatur DDR: Gestaltungswille und Gestaltungszwang105
2.2.1 Das Feld der Kunstproduktion in der DDR105
2.2.2 Anomie und Utopie im Spätsozialismus116
3. Merkmale der Theaterfelder in Ost- und Westberlin121
3.1 Kritik und Affirmation121
3.1.1 „Fürstenerziehung“? Das Ostberliner Theaterfeld124
3.1.2 Der Westen damals und heute: Nomos und Polyvalenz138
3.1.3 Simul et Singulis: Produktionspraxis149
3.1.4 Das Theater als Bedürfnissystem153
4. Die Volksbühne als stabilisierte Leitidee161
4.1 Auftrag zur performativen Differenzproduktion161
4.2 Struktur und Praxis: die Akteure172
4.2.1 Abweichende Linienführung: Frank Castorf172
4.2.2 Autonome Raumkontrolle: Bert Neumann191
4.2.3 Scheitern als Chance: Christoph Schlingensief206
4.2.4 Homologien als Stabilisierungsfaktoren217
4.2.5 Exkurs: René Pollesch223
4.3 Instituierung und Institution231
4.4 Symbolische Wirklichkeitsorganisation238
4.4.1 „Nordamerikanischer Zynismus“238
4.4.2 Relative Autonomie247
4.4.3 Ästhetischer Empirismus250
4.4.4 Modellfall freie Arbeit267
4.5 Stabilisierte Spannung273
5. Schluss: Institution und Utopie281
Post scriptum: Risiken, Nebenwirkungen und ein Missverständnis297
Literatur- und Quellenverzeichnis319