: Thorsten Kubitza
: Identität - Verkörperung - Bildung Pädagogische Perspektiven der Philosophischen Anthropologie Helmuth Plessners
: Transcript Verlag
: 9783839403181
: Pädagogik
: 1
: CHF 23.00
:
: Philosophie, Religion
: German
: 352
: Wasserzeichen
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Erweist sich die auch in pädagogischen Diskursen gängige Rede von der 'eigenen Identität' wirklich als eine angemessene Selbstthematisierungsformel? Die Anthropologie Plessners bietet stattdessen einen differenztheoretischen Zugang zur Beschreibung menschlicher Selbst- und Weltverhältnisse. Eine zentrale Bedeutung kommt dabei dem Prinzip der 'Verkörperung' zu, das darüber hinaus auf seine bildungstheoretischen Gehalte befragt wird. Mit der Betrachtung von Plessners Werk unter pädagogisch relevanten Gesichtspunkten verbindet sich das Anliegen, die Potenziale seiner Forschung erstmals in systematischer Weise für diese Disziplin zu erschließen.

Thorsten Kubitza (Dr. phil.) lehrt Pädagogik an den Universitäten Bochum und Osnabrück. Seine Forschungsschwerpunkte sind Identitäts- und Bildungstheorien, Leibphänomenologie und Philosophische Anthropologie.
Inhalt5
Vorwort9
Einleitung11
I. Anthropologie und Pädagogik – Skizzen einer problematischen Allianz21
1. Präliminarien zu einer ›Anthropologie des Zwischen‹23
2. Probleme einer »anthropologischen Betrachtungsweise in der Pädagogik«27
3. ›Grenzforschung‹ als Korrektiv – Anspruch und Selbstverständnis der Philosophischen Anthropologie Plessners31
4. Wesenhafte Unergründlichkeit – Der Mensch als ›offene Frage‹36
5. Zur pädagogischen Rezeptionsweise von Plessners Werk44
II. ›Identität‹ – Anfragen an eine pädagogische Leitkategorie55
1. Notizen zur Geschichte, Konjunktur und Kritik des Identitätsbegriffs56
2. »Vergessene Zusammenhänge« – Zur Stellung der Leiblichkeit und des Anderen in identitätstheoretischen Diskursen60
3. Lebensführung und -gestaltung mit oder ohne Identität?86
4. Ansätze einer pädagogisch-sozialwissenschaftlichen Identitätskritik91
III. »Nur an dem anderen seiner selbst hat er – sich« – Zur Verschränkungs-Struktur leiblich-exzentrischer Subjektivität101
1. Vorwissenschaftliche Erfahrung als Leitfaden – Anmerkungen zur Methodik und Terminologie der Plessner’schen Anthropologie106
2. Dualismus versus Doppelaspektivität – Plessners Kritik der Vorgelagertheit des Selbst innerhalb der cartesianischen ›divisio mundi‹110
3. Das ›Zwischen‹ als ›Verschränkung‹ – Zu einem Grundmotiv von Plessners Denken115
A. Grenzverhältnisse I: Nicht-Koinzidenz und Selbst-Transzendenz – Die leiblich-exzentrische Seinsweise des Menschen121
1. Exzentrisches Sein als ›Verschränkung‹ – Zur Genese und Charakteristik eines leiblich-exzentrischen Selbst124
2. Der Körper als Übergang – Die offene Dialektik der ›Grenze‹127
3. Das Merkmal der ›Positionalität‹ und der Entwicklungscharakter des Lebendigen131
4. »›Ich bin, aber ich habe mich nicht‹« – Das Paradox der exzentrischen Seinsweise des Menschen137
5. Leibgebundene Reflexion – Zur Stellung des Bewusstseins in Plessners Anthropologie145
B. Grenzverhältnisse II: Archäologie der Innenwelt – Zur Problematik einer Identität des Ich151
1. Fremdheit des Eigenen und Vertrautheit im Fremden155
2. Die »ontologische Zweideutigkeit« des Psychischen – Zur Struktur der Innenwelt159
3. Zur Funktion und Genese des Ich in Plessners Philosophie164
C. Grenzverhältnisse III: Zwischen Nähe und Ferne – Spuren des Anderen in Plessners Anthropologie191
1. Die vermittelte Unmittelbarkeit des menschlichen Selbst- und Weltverhältnisses196
2. Generalität und Anonymität des Sozialen – Die Sphäre der Mitwelt200
3. Zugänge zum Anderen – Leibliche Inter-Subjektivität im Vollzug205
4. Die Responsivität menschlichen Verhaltens – Lachen und Weinen als ›Antwortregister‹226
5. Relevanz und Grenzen sprachvermittelter Inter-Subjektivität229
IV. Selbstsein als Anderswerden – Plessners Konzept der ›Verkörperung‹ in inter-subjektivitäts- und bildungstheoretischer Perspektive237
A. »›Persona heißt Maske‹« – Die Verkörperungsdimension der menschlichen Existenz241
1. Die Verkörperungsfunktion der Sinne – Das Projekt einer ›Ästhesiologie des Leibes‹242
2. Die Verkörperung eines Anderen des Selbst im Selbst – Plessners rollentheoretischer Ansatz251
3. Lebensführung als leibliche Inszenierung – Das Schauspiel der ›Verkörperung‹279
B. Die ›Verkörperung‹ als Bildungs-Prinzip287
1. Zur Leibgebundenheit von Bildungsprozessen – Historische Impulse288
2. Pädagogische Weichenstellungen – Mollenhauers »Korrekturen am Bildungsbegriff«292
3. Bildung als ›Verkörperung‹297
4. Verkörperungen als habitualisierte Haltungen – Möglichkeiten eines Dialogs zwischen Plessner und Bourdieu302
V. Exzentrische Subjektivität, Verkörperung und Bildung – Ein Resümee309
Siglen313
Literatur315
1. Schriften Plessners315
2. Zum Werk Helmuth Plessners315
3. Zur Philosophischen und Pädagogischen Anthropologie322
4. Weitere Literatur326