: Lars Meyer
: Absoluter Wert und allgemeiner Wille Zur Selbstbegründung dialektischer Gesellschaftstheorie
: Transcript Verlag
: 9783839402245
: Edition panta rei
: 1
: CHF 21.30
:
: Philosophie, Religion
: German
: 286
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
Bislang wurde im Diskurs über die Kritische Theorie Adornos die erfahrungstheoretische Selbstbegründung dialektischer Sozialtheorie vernachlässigt. Durch die Rekonstruktion dieses Konzepts wird eine neuartige Kritik an den differenzierungstheoretischen Gesellschaftskonzepten von Habermas und Luhmann möglich. Es wird gezeigt, dass die dort entwickelten Gesellschaftsbegriffe als unreflektierte Bebilderungen der Erfahrung verselbstständigter gesellschaftlicher Verhältnisse verstanden werden können, die die Realität ihres Theorie stiftenden Gegenstands verfehlen. Demgegenüber lässt sich mit Adorno ein realistisches Strukturkonzept der Gesellschaft begründen: Dieses kristallisiert sich um den sozialstrukturellen Dualismus von Ökonomie und Staat und deren basale sozialen Einheitsprinzipien: die Formen des Geldes und des modernen Rechts.

Lars Meyer, geb. 1975, hat Politikwissenschaften und Soziologie in Bremen studiert. Veröffentlichungen: Theorie und Politik des Eigentums in der Wissensgesellschaft, 2004; Gesellschaft als Verkehrung. Perspektiven einer neuen Marx-Lektüre, 2004.
INHALT5
Danksagung9
Einleitung. Eine kurze Standortbestimmung dialektischer Sozialtheorie11
Gesellschaftsstruktur und Dialektik11
Die Krise der Soziologie und die Krisendynamik des Kapitalismus19
Überblick über den Argumentationsgang27
Subjektivität zwischen Theorie und Gesellschaft33
Geist und Gesellschaft von den Anfängen der Neuzeit zu Hegel und dessen Folgen33
Die Klassiker der Soziologie: von Comte und Durkheim zu Weber und mit Lukács an die Schwelle einer Kritischen Theorie der Gesellschaft40
Die Anfänge der Soziologie und die Soziologien Comtes und Durkheims40
Grundzüge und Grenzen des soziologischen Individualismus bei Max Weber45
Kapitalismus und Verdinglichung bei Lukács56
Kontinuitäten und Diskontinuitäten der Kritischen Theorie: vom frühen Horkheimer zum späten Adorno590
Kultur, Gesellschaft und Ideologie beim frühen Horkheimer59
Kritische Theorie in den 1940er Jahren und Soziologie bei Adorno nach 194572
Aufgaben und Grenzen der Soziologie Adornos78
Individuum und totale Vergesellschaftung78
Das Selbstbewusstsein der Gesellschaft zwischen Erfahrung, Deutung und Denken86
Ideologie – Falsches Bewusstsein der Gesellschaft93
Exkurs: Gesellschaftsstruktur und Ideologie bei Marx97
Die Soziologie Adornos109
Die Realität der Struktur in der dialektischen Soziologie Adornos – Zu Adornos Phänomenologie der Produktionsverhältnisse109
Gegenstand und Mehode der Soziologie Adornos121
Begriff und Sache121
Erfahrung und Begriff132
Exkurs: Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins zwischen Philosophie und Soziologie138
Soziologische Deutung – Die deutende Reflexion als Phänomenologie der Verkehrung144
Gesellschaft als Totalität152
Deutung als Methode der Kritik159
Adornos Kritik der Soziologie165
Adornos Kritik an der handlungstheoretischen Soziologie Max Webers165
Adornos Kritik an Durkheims strukturalistischer Soziologie170
Monstrositäten differenzierungstheoretischer Begriffsbildung bei Luhmann und Habermas und die durch Marx eröffnete Perspektive der Auflösung175
Soziale Differenzierung bei Hegel und Parsons175
Hegels Theorie des objektiven Geistes175
Soziale Differenzierung bei Parsons179
Einheit und Gesellschaftsstruktur in der Theorie von Luhmann als Emergenz von Kommunikation und funktionaler Differenzierung gesellschaftlicher Teilsysteme192
Der interventionsstaatliche Erfahrungsgehalt der Systemtheorie der Gesellschaft192
Aporien des systemtheoretischen Gesellschaftsbegriffs (Differenzierungskonstrukt und Subjektaporie, Übergeneralisierungszwang und Scheinableitungen)202
Die Beobachtungsaporie der Systemtheorie210
Gesellschaftliche Objektivität als Entkopplung von System und Lebenswelt und funktionalistische Vernunft in der Theorie des kommunikativen Handelns von Habermas221
System und Lebenswelt221
Die Erfahrung der Krise des Interventionsstaats und die Hinwendung zur politischen Theorie224
Entkopplung von System und Lebenswelt und funktionalistische Vernunft – Der aporetische Auflösungspunkt der Habermasschen Theorie der Moderne228
Der ökonomisch-politische Doppelcharakter der modernen Gesellschaftsstruktur aus der Perspektive von Marx236
Dimensionen gesellschaftstheoretischer Begriffsbildung bei Marx236
Grundbestimmungen des Marxschen Objektivitätsbegriffs im Kontext der frühen Marxschen Kritik an der Hegelschen Rechtsphilosophie240
Staat, Gesellschaft, Religion – Zur impliziten Kritik der Vorstellung multizentrischer gesellschaftlicher Differenzierung bei Marx247
Absoluter Wert und allgemeiner Wille – Preisform und Rechtsform als Strukturprinzipien moderner Gesellschaften253
Preisform und absoluter Wert253
Rechtsform und allgemeiner Wille263
Literatur273