: Kien Nghi Ha
: Unrein und vermischt Postkoloniale Grenzgänge durch die Kulturgeschichte der Hybridität und der kolonialen »Rassenbastarde«
: Transcript Verlag
: 9783839413319
: Postcolonial Studies
: 1
: CHF 24.40
:
: Geschichte
: German
: 320
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF
»Hybridität« hat sich zu einem modischen Schlagwort entwickelt. Mit diesem Band erscheint international erstmalig eine umfassende Analyse der Kulturgeschichte dieses Begriffs. Ausgehend von einer Kritik der deutschsprachigen Rezeption arbeitet Kien Nghi Ha aus einer postkolonialen Perspektive die unterschiedlichen historischen Phasen und gesellschaftlichen Kontexte von der europäischen Antike über die koloniale Moderne bis zur Gegenwart auf. Gestützt auf eine breite Materiallage kann er zeigen, dass Hybridität als gesellschaftsdefinierende Frage der sozio-kulturellen Grenzüberschreitung und »Rassenvermischung« stets mit ambivalenten Formen der Rassifizierung, Hierarchisierung und Verwertung verbunden ist.

Kien Nghi Ha (Dr. phil.) ist Kultur- und Politikwissenschaftler. Er war Visiting Scholar am Asian/Pacific/American-Instit te der New York University und danach Research Fellow am Graduate Programme for Transcultural Studies der Universität Heidelberg. Gegenwärtig kuratiert er am Hebbel am Ufer Theater (Berlin) ein diskursives Programm zur vietnamesisch-deutschen Diaspora im Herbst 2010 und arbeitet als Ko-Kurator der Asien-Pazifik-Wochen 2011 im Haus der Kulturen der Welt (Berlin). Seine Forschungsschwerpunkte sind postkoloniale Kritik, Rassismus, Migration und Asian Diasporic Studies. Zahlreiche Beiträge zu Fragen kultureller Hybridität, Identitätspolitik und kolonialer Präsenzen mit Fokus auf den deutschen Kontext.
Inhalt7
Danksagung9
Einleitung13
Fragestellungen und Diskursverständnis17
Forschungsstand und Quellenlage30
Vorgehensweise und Aufbau der Studie38
Postkoloniale Kritik und Hybridität43
Selektive Rezeptionstendenzen kultureller Hybridität in der BRD65
Ein Fallbeispiel: Das Erlanger Transdifferenz-Konzept95
Konjunkturen und Leerstellen: Etymologische und philosophische Bedeutungskontexte109
„Bastarde“ und „Barbaren“: Vermischung als Symptom von Kulturverfall und Gesellschaftskrise112
Neuzeitliche Diskursüberschneidungen: „hybrid“112
Neuzeitliche Diskursüberschneidungen: „hybrid“112
120112
Hybridität als „Rassenvermischung“ im kolonialen Wissenschaftsdiskurs129
Hybridität im historischen Kontext „aufklärerischer“ Rassendiskurse der westlichen Moderne130
Die heimliche Unheimlichkeit des „Bastards“139
Rassistische Differenzierungsprobleme: „Bastarde“ als Phänomen der Pathologisierung und Dämonisierung148
„Bastarde“ als Kategorie der Eugenik und „Rassenhygiene“ im 20. Jahrhundert159
Wissenschaftliche Kontinuitätslinien der deutschen „Rassenhygiene“ nach 1945178
Hype um Hybridität in der Spätmoderne195
Hybride Revolution – Das postmoderne Versprechen einer unentdeckten Terra Nova196
Hybridität als kulturelle Dominante im postmodernen Spätkapitalismus211
Umkämpfte Hybridisierungen: Zwischen Konsumkultur und postkolonialem Signifying229
Popkulturelle Verwertungen und die Warenförmigkeit von Otherness229
„Germany 12 Points!“ – Hybridität als nationale Modernisierung und kulturelle Fremdaneignung247
Postkoloniales Signifying – Der „Kanake“ als anti-rassistische Allegorie?259
Bibliographie281