: Angela Jannelli
: Wilde Museen Zur Museologie des Amateurmuseums
: Transcript Verlag
: 9783839419854
: Kultur- und Medientheorie
: 1
: CHF 29.30
:
: Sonstiges
: German
: 390
: Wasserzeichen/DRM
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: PDF
In den letzten Jahrzehnten sind im Zuge des Museumsbooms auch zahlreiche von Amateuren betriebene Museen entstanden. Was aber motiviert sie dazu? Was ist so attraktiv am Sammeln und Ausstellen? Inspiriert von Claude Lévi-Strauss' Theorie des »wilden Denkens« hat Angela Jannelli eine Feldforschung in drei Amateurmuseen durchgeführt und dort erstmalig das Sammeln und Ausstellen als kulturelle Praxis untersucht. Die so gewonnenen Einsichten werfen nicht nur ein neues Licht auf die Bedeutung von Dingen und den musealen Umgang mit ihnen, sondern auch auf das Museum als Wissensort und symbolischen Handlungsraum. Für professionelle Museumsmacher bietet die Studie darüber hinaus wertvolle Anregungen für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen oder die Realisierung partizipativer Projekte.

Angela Jannelli (Dr. phil.), Kulturanthropologin und Museologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Historischen Museum Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind das Museum als performativer bzw. symbolischer Handlungsraum sowie die partizipative Museumsarbeit.
Inhalt7
Dank11
DAS WILDE MUSEUM – EINE EIGENSTÄNDIGE MUSEUMSFORM13
Warum machen Menschen Museen? Anstoß zur Arbeit und Erkenntnisinteresse15
Begriffsklärung: Was ist ein wildes Museum?21
Ein Sammelbegriff für Amateur-Museen21
Lévi-Strauss Konzept des wilden Denkens als Ausgangspunkt24
Forschungsstand37
Amateure und Laien im Museum37
Spuren des Wilden im Heimat- und Alltagsmuseum41
Musealisierung und Kompensationstheorie52
Spuren des Wilden im heritage-Konzept54
Spuren des Wilden in der New Museology-Bewegung59
Die Krise der Repräsentation und die Frage nach Autorität und Deutungsmacht62
WILDE MUSEEN ANALYSIEREN – THEORIEN, METHODEN UND ERKENNTNISMITTEL65
Das wilde Denken als symbolisches Denken verstehen67
Museumsanalyse als Methoden-Bricolage68
Ausstellungsanalyse, symbolisches Denken und Performanztheorie73
Vorgehen und Analyseinstrumente: Theorien und Methoden79
Die performativ ausgerichtete Ausstellungsanalyse79
Feldforschung als „Meta-Methode“107
VORSTELLUNG DER UNTERSUCHTEN WILDEN MUSEEN115
Portraits der drei untersuchten wilden Museen117
McNair-Museum117
Museum Elbinsel Wilhelmsburg119
Bienenmuseum Moorrege122
ANALYSEN125
McNair-Museum – ein Ort der Sammlung für eine aufgelöste Gemeinschaft127
Zugang: „Off Limits to Unauthorized Personnel/Zugang nur für Befugte“127
Die Museumsräume: Treffpunkt und Begegnungsstätte132
Die Museumsdinge: beziehungsreiche Dinge139
Das McNair-Museum: Geschichten vom „Sich-Sammeln“163
Museum Elbinsel Wilhelmsburg ? ein Heimatmuseum ohne Heimat171
Zugang: eine unerwartete Idylle171
Repräsentationen einer Insel: Wohnort, Heimat oder Zuhause?175
Die Museumsräume: sozialer Treffpunkt und schönes Ambiente190
Die Museumsdinge: Requisiten der Erinnerung196
Das Museum Elbinsel Wilhelmsburg als Gegenerzählung und Heterotopie209
Bienenmuseum Moorrege ? „Willst du Gottes Wunder sehn, musst du zu den Bienen gehn!“217
Zugang: „Wo Bienen fliegen, ist die Welt in Ordnung“217
„Hier ist Leben drinne!“ – Das Bienenmuseum als ‚Kultort‘ der Wissensgemeinschaft der Imker222
Die Museumsdinge: versammeltes Know-how238
Das Bienenmuseum Moorrege „Schatzkästlein der Bienenfreunde“264
WILDE MUSEEN UND IHRE VERWENDUNGEN271
Das wilde Museum und der Museumsboom273
Das wilde Museum als populäre kulturelle Äußerungsform273
‚Es ist genug Kultur für alle da!‘274
Das Museum als institutionalisierte Raumvorstellung278
Das Museum als symbolische Form279
Wilde Museen als Orte des Erfahrungswissens280
Erzählen über Dinge285
Wilde Museen als Orte des Erzählens zwischen Fakten und Fiktion285
Das performative Potential der Dinge294
Exkurs: Über das Wirken und Bedeuten von Museumsdingen298
Das wilde Museum – versammeln, (sich) sammeln und ordnen301
Wilde Museen als populäre kulturelle Äußerungsform der Spätmoderne313
WILD WERDEN? ANWENDUNG DER ERGEBNISSE FÜR DIE WISSENSCHAFTLICHE MUSEUMSPRAXIS319
Museen und die Frage nach ihrer gesellschaftlichen Relevanz321
Museumsobjekte als symbolische Dinge323
Die ästhetische Wirkung der Dinge oder die „Wiederkehr der Wunderkammer“324
Die versammelnde Wirkung der Dinge oder das Museum als „Parlament der Dinge“328
Museen als „Agents of Social Inclusion“343
Repräsentation345
Partizipation346
Zugänglichkeit351
Das Museum als symbolischer Handlungsraum357
Literatur- und Quellenverzeichnis359
Literaturverzeichnis359
Links und Internetquellen386