Register und digitale Bücher Problematik, Erstellung und Gebrauchsmehrwert
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Dörthe Fröhlich
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Register und digitale Bücher Problematik, Erstellung und Gebrauchsmehrwert
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Mainzer Institut für Buchwissenschaft
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9783945883174
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1
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CHF 4.40
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Medienwissenschaft
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German
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51
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Register dienen seit jeher als wichtiges Hilfsmittel zum Auffinden von Informationen in Büchern. Im Hinblick auf kontinuierlich steigende Umsatzzahlen von E-Books kommt dabei die Frage auf, welche Rolle Registern in digitalen Büchern zukommt. Eben dieser Thematik widmet sich die Buchwissenschaftlerin Dörthe Fröhlich in ihrer Arbeit. Untersucht wird neben der Relevanz von Registern in digitalen Büchern - insbesondere in Bezug auf mögliche Alternativen zur Informationsrecherche wie der Volltextsuche - auch deren technische Umsetzung respektive notwendige Anpassungen im Erstellungsprozess. Zudem wird erörtert, welchen Nutzen Register für die Leser von E-Books haben. Diese Arbeit ist Teil der Reihe Initialen, in deren Rahmen herausragende Abschlussarbeiten der Mainzer Buchwissenschaft veröffentlicht werden.
Dörthe Fröhlich, 1990 in Hamm geboren, studierte Buchwissenschaft und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und verbrachte ein Auslandssemester an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki am Department of Journalism and Mass Media Communication. Während des Studiums sammelte sie durch Praktika und Werkstudententätigkeit Erfahrungen bei Branchenverbänden und Verlagen in den Bereichen PR/Öffentlichkeitsarbeit, Marketing und Vertrieb. Zusätzlich engagierte sie sich im Fachschaftsrat des Instituts fu?r Buchwissenschaft und in der Studenteninitiative fu?r Marketing und Medien communicate! e.V. Seit ihrem Abschluss ist sie bei einem Kinder- und Jugendbuchverlag im Bereich E-Publishing tätig.
1Einleitung und Forschungsbericht Register stellen für die verschiedensten Arten von Dokumenten seit langem eine wichtige Möglichkeit dar, Informationen über bestimmte, im Dokument behandelte Themengebiete zu strukturieren und dem Nutzer auf diese Weise ein einfaches Auffinden dieser zu ermöglichen. Die Ursprünge der Registererstellung als Methode zur inhaltlichen Erschließung von Informationssammlungen lassen sich mehrere tausend Jahre weit zurückverfolgen.[1] Dabei unterlag der Prozess des Indexierens stetigen Veränderungen - sowohl im Hinblick auf die exakte methodische Vorgehensweise und den konkreten Aufbau von Registern als auch bezüglich der sich wandelnden materiellen Trägermedien der Informationen. So gelten Verzeichnisse von auf Tontafeln festgehaltenen Texten, welche um 1.800 vor Christus unter anderem in der heutigen Türkei angefertigt wurden, als erste historisch nachweisbare Vorläufer von Registern. Der erste Index[2] im heutigen Sinn findet sich hingegen in dem auf Papyrusrollen geschriebenen altägyptischen Jenseitsbuch »Amduat« und umfasst neben bildhaften Beschreibungen des thematisierten Inhalts bereits begleitende Kommentare sowie ein separates Namensregister. Mit der Etablierung der Kodexform im ersten Jahrtausend nach Christus erhöhte sich die Benutzerfreundlichkeit von Indexen, da diese aufgrund der Paginierung nun auf schnell auffindbare Seiten verweisen konnten. Durch die Verbreitung des Buchdrucks ab Mitte des 15. Jahrhunderts stieg schließlich die Notwendigkeit weiter an, Zugang zu den in einer ständig wachsenden Anzahl an Büchern verteilten Informationen zu erlangen. Infolgedessen setzten sich in den nachfolgenden Jahrhunderten weitere Elemente moderner Register, wie etwa Querverweise oder genauere Schlagworte, durch.[3] Auch heutzutage müssen Register und dementsprechend auch der zugehörige Erstellungsvorgang an die sich ändernden Gegebenheiten im Publikationswesen angepasst werden. Hierunter fallen vor allen Dingen digitale Wandlungsprozesse, welche die Buchbranche seit langem stark beeinflussen. Neben technischen Veränderungen in allen Bereichen der Herstellung und Verbreitung von gedruckten Büchern, betreffen diese in erster Linie das Aufkommen von digitalen Büchern als neue Produktform. Aus buchwissenschaftlicher Perspektive ist hierbei besonders interessant, welche Rolle Register in dem wachsenden Segment der E-Books einnehmen. Dabei kommt vermehrt die Frage auf, ob Indexe in digitalen Büchern immer noch von Relevanz sind oder ob diese aufgrund von neuen technischen Möglichkeiten zum Auffinden von Informationen in E-Books, wie etwa der Option zur Volltextsuche, bereits als obsolet angesehen werden können. Gleichzeitig bleibt offen, inwieweit eine geeignete Umsetzung von Registern in digitalen Büchern aufgrund der speziellen Eigenschaften der verschiedenen E-Book-Formate und Lesegeräte überhaupt realisierbar ist. In der vorliegenden Arbeit soll daher erörtert werden, welche Bedeutung Registern unter Berücksichtigung möglicher Substitute zur Informationsrecherche in digitalen Büchern zukommt. Darüber hinaus soll ergründet werden, inwiefern formatspezifische Eigenschaften von E-Books die technische Erstellung von Registern beeinflussen beziehungsweise welche Anpassungen hierbei von Nöten sind. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf der Frage, welchen Nutzen Register für den Leser von digitalen Büchern haben. Die Untersuchung stützt sich dabei auf vorhandene Literatur aus untersc