Kapitel 1: Verbringung in die Zitadelle
Als Monsieur Doltaire den Salon betrat und sich müde in einen Sessel neben Madam Duvarney und ihre Tochter plumpsen ließ, während er schleppend murmelte: „Der englische Braddock, dieser Narr von General, ist in den Himmel aufgefahren, Captain Moray, und Eure Papierchen könnt Ihr ihm dorthin nachschicken“, bewegte ich mich keinen Deut, aber blickte ihn an - denn erschocken war ich fürwahr - und sagte:
„Der General ist tot?“
Ich getraute mich nicht zu fragen, ob er besiegt worden war, wenngleich dem Gesichtsausdruck Doltaires zu entnehmen war, dass es sich so verhalten haben musste, und mir wurde übel, denn in diesem Augenblick schien dies das Aus unserer Sache zu bedeuten. Aber ich tat so, als hätte ich seine Bemerkung über meine Papiere überhört.
„Mausetot, mein Höfling. Von der Bühne abberufen“, erwiderte er„und da uns jetzt nicht mehr viel zu tun bleibt, werden wir ein bisschen mit der Ratte in der Falle spielen.“
Ich hätte nicht den Mut aufgebracht, hinüber zu Alixe zu blicken, die neben ihrer Mutter stand, denn der Gesang in meinem Blut war zu hellklingend, hätte ich nicht einen kleinen Laut von ihr gehört. Daraufhin erhob ich meinen Blick und bemerkte, dass ihr Gesicht ausdruckslos war, aber ihre Augen funkelten und ihr gesamter Körper schien zu lauschen. Ich riskierte es nicht, mit meinem Blick etwas sagen zu wollen, wenngleich ich es gerne getan hätte. Sie hatte mir sehr geholfen, sie war mir eine gute Freundin gewesen, seit ich aus Fort Necessity als Geisel nach Québec gebracht worden war. Dort, an diesem kleinen Posten am Ohio, hatte Frankreich den Fehdehandschuh hingeworfen und uns den Siebenjährigen Krieg beschert.
Und auch wenn man mich voreiliger Schlüsse bezichtigen kann, bin ich der Meinung, dass sich der Auslöser zu diesem Kummer in meinem Zugriffbereich befunden hatte und dass diese lange Schlächterei hätte vermieden werden können, wenn Frankreich stillgehalten hätte, als sich Österreich und Preußen in die Haare geraten waren. Das Kriegsspiel ha