Wenngleich bisher die Stellung der Frau im Mittelalter und der Frühneuzeit überwiegend als von Unterdrückung bestimmt beschrieben worden ist, erlaubt eine kritische Analyse von Texten, die von Frauen geschrieben worden sind, und von Texten, in denen männliche Autoren sich über Frauen äußerten, zu wichtigen neuen Einsichten zu gelangen. Wir entdecken z.B. explizite Verurteilungen von Gewalt gegen Frauen, die Idealisierung von klösterlichen Frauengemeinschaften, die Identifizierung von nicht männlich dominierten Textgattungen, politische Selbstbehauptung mittels literarischer Produktion und einen weiblichen Autoritätsanspruch auf Grund von mystischen Visionen. |