: Alastair Gunn
: Der Valentinsmörder Thriller - Ein Fall für Antonia Hawkins 2
: Goldmann Verlag
: 9783641173401
: 1
: CHF 2.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 448
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
DCI Antonia Hawkins ist nur knapp einem Serienmörder entkommen und leidet unter schweren körperlichen und seelischen Verletzungen. Doch für Erholung ist keine Zeit, denn kaum ist sie wieder zurück im Londoner Kommissariat, erreicht sie eine schockierende Nachricht: Eine junge Frau wurde am Valentinstag mit einem Hammer erschlagen. Die Tote, Samantha Philips, war gerade aus dem Gefängnis entlassen worden – sie hatte den Mann erstochen, der sie vor einiger Zeit vergewaltigt hatte. Antonia muss alles daran setzen, den Valentinsmörder zu finden, denn schon bald taucht ein zweites Opfer auf ...

Alastair Gunn ist Journalist, er schreibt für Zeitschriften und Magazine. Mit"Der Adventkiller" begann seine Serie um DCI Antonia Hawkins. Gunn lebt mit seiner Verlobten Anna in Hertfordshire.

PROLOG

Sie haben mir beigebracht, unsichtbar zu sein; das war das Gute.

Vielleicht daseinzig Gute.

Bull ging intuitiv vor. Als er das Ende der Gasse erreicht hatte, blieb er im tiefschwarzen Schatten stehen und schaute zu dem Tandoori-Restaurant in der Hauptstraße hinüber. Seine Schritte hatten keinerlei Geräusch verursacht, denn man hatte ihm gezeigt, wie er sich lautlos fortbewegen konnte, unabhängig davon, auf welchem Untergrund er ging oder welche Schuhe er trug.

Er zog die Nachtluft durch die Nase ein. Sie war trocken und kalt. Ob der Brandgeruch real oder bloß eine Erinnerung war, vermochte er nicht zu sagen. Das ständige Klingeln in seinen Ohren verwirrte ihn, ließ die Unterschiede zwischen jetzt und damals verschwimmen.

Er schaute auf seine Uhr.

Es war fast so weit.

Schritte von links, zwei Personen, noch knapp zehn Meter entfernt. Bull reagierte blitzschnell und griff in seine Jackentasche. Als das Paar auf seiner Höhe war, hatte er sich die Zigarette schon angezündet und stand mit dem Gesicht zur Wand, rauchend, schwankend, pinkelnd. Es gab für sie nichts zu sehen.

Er wartete, bis sie vorbeigegangen waren, und ließ noch einige Sekunden verstreichen, ehe er sich wieder umdrehte und kurz zu der Kamera über ihm aufschaute; sie zielte auf die Straße zu seiner Rechten. Auf keinen Fall konnte sie ihn aufnehmen, denn sie war nicht direkt nach unten gerichtet. Auch die beiden nächsten Kameras waren nicht so positioniert, dass sie ihn hätten erfassen können. Mit surrendem Motor schwenkte die Kamera herum, und er stellte sich einen fetten Sicherheitsbeamten in Zivilkleidung vor, der in einem winzigen Kontrollraum saß, auf einem Burger herumkaute und auf betrunkene Teenagerinnen zoomte, wenn diese aus den Pubs heraustaumelten.

Als sich genau nach Zeitplan die Tür auf der anderen Straßenseite öffnete, glitt er noch tiefer ins Dunkel.

Und da war sie.

Rosa trat auf den Gehsteig; zaghaft, allein, um den zerbrechlichen Hals einen Schal gewickelt; ihre Handtasche hielt sie dicht an die Seite gepresst. Er betrachtete ihr Gesicht aus der Dunkelheit heraus und erkannte die üblichen Zeichen. Die Schultern gebeugt, der Blick leer …

Tief in ihm, begraben unter Jahren von Qual und Schmerz, war etwas, das ihn zu ihr hinzog, und dieses Etwas ließ ihn fast aus seiner Deckung treten. Doch er hielt sich zurück. Sich jetzt zu zeigen wäre für keinen von ihnen beiden hilfreich; für so etwas war es viel zu spät. Für Mitlei