: Terry Pratchett
: Das Licht der Fantasie Ein Roman von der bizarren Scheibenwelt
: Piper Verlag
: 9783492972246
: Scheibenwelt
: 1
: CHF 8.90
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 288
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Fichtenstamm bewahrt den ungeschickten Rincewind vor dem Absturz vom Rand der Scheibenwelt. Der Zauberer findet sich in einem von intelligenten Bäumen bevölkerten Wald wieder und trifft erneut auf den Touristen Zweiblum. Währenddessen droht der Planet von einem roten Stern verschlungen zu werden. Nur ein Zauberspruch kann die Scheibenwelt noch retten, doch der befindet sich ausgerechnet in Rincewinds Kopf ...

Terry Pratchett, geboren 1948 in Beaconsfield, England, erfand in den Achtzigerjahren eine ungemein flache Welt, die auf dem Rücken von vier Elefanten und einer Riesenschildkröte ruht, und hatte damit einen schier unglaublichen Erfolg: Ein Prozent aller in Großbritannien verkauften Bücher sind Scheibenweltromane. Jeder achte Deutsche besitzt ein Pratchett-Buch. Bei Piper liegen der erste Scheibenweltroman »Die Farben der Magie« sowie die frühen Bände um Rincewind, Gevatter Tod, die Hexen und die Wachen vor - Meisterwerke, die unter den Fans einhellig als nach wie vor unerreicht gelten. Terry Pratchett erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den »World Fantasy Lifetime Achievement Award« 2010. Zuletzt lebte der Autor in einem Anwesen in Broad Chalke in der Grafschaft Wiltshire, wo er am 12. März 2015 verstarb.

Die Druiden der Scheibenwelt waren sehr stolz auf ihre modernen Forschungen in Bezug auf die Mysterien des Universums, und sie rühmten sich, schon achthundertneunzehn Antworten auf fünfhundertdreiundvierzig Fragen gefunden zu haben. Wie ganz normale Druiden glaubten sie an die essentielle Einheit des Lebens, die Heilkraft von Pflanzen und den natürlichen Wechsel der Jahreszeiten. Außerdem vertraten sie die Ansicht, dass all diejenigen, die solchen Wundern nicht mit der richtigen Einstellung begegneten, es verdienten, auf dem Scheiterhaufen zu schmoren. Sie hatten lange und gründlich über das eigentliche Fundament der Schöpfung nachgedacht und folgende Theorie entwickelt:

Die richtige Funktionsweise des Universums, so behaupteten sie, basiert auf dem Gleichgewicht von vier Elementarkräften: Zauber, Überzeugungskraft, Ungewissheit und Verdammte Sturheit.

Sonne und Mond umkreisten die Scheibenwelt deshalb, weil man sie überredete, nicht herunterzufallen – und Ungewissheit hinderte sie daran, einfach fortzufliegen. Zauber erlaubte es Bäumen zu wachsen, und wegen Verdammter Sturheit fielen sie nicht um. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Einige Druiden klagten über gewisse Ungereimtheiten in dieser Theorie, doch die weisesten unter ihnen wiesen großzügig darauf hin, im Gebäude ihrer Anschauungen gebe es durchaus Zimmer, in denen man ruhige Gespräche und wissenschaftliche Debatten führen könne. Was jedoch nichts daran änderte, dass die Kritiker bei der nächsten Sonnenwende in einem großen Zeremonienfeuer verbrannten.

»Du bist also Astronom?«, fragte Zweiblum.

»O, nein«, widersprach Belafon, als der Felsen langsam an der gewölbten Flanke eines hohen Berges vorbeischwebte. »Ich bin Berater in Sachen Computer-Hardware.«

»Computer-Hardware? Was ist das?«

»Nun, dies hier«, sagte der Druide und stampfte mit dem Fuß auf bläulich glänzendes Gestein. »Zumindest ein Teil davon. Es handelt sich um eine neue Komponente, und meine Aufgabe besteht darin, sie zu liefern. Offenbar gibt es einige Probleme mit den großen Schaltkreisen drüben in der Wirbel-Ebene. So heißt es jedenfalls. Ach, ich wünschte, ich bekäme ein silbernes Amulett für jeden Anwender, der es versäumt, das Benutzerhandbuch zu lesen.« Er zuckte die Schultern.

»Zu was nützt ein Steincomputer?«, fragte Rincewind, um sich von der Tiefe abzulenken.

»Damit kann man zum Beispiel die … die Jahreszeit feststellen«, sagte Belafon.

»Ah. Du meinst, wenn sich Schneewehen darauf bilden, ist Winter?«

»Ja. Das heißt, nein.« Der Druide suchte nach den richtigen Worten. »Angenommen, man möchte wissen, welcher Stern wo aufgeht …«

»Warum?«, fragte Zweiblum und zeigte höfliches Interesse.

»Stellt euch vor, ihr wollt den richtigen Zeitpunkt für die Saat bestimmen«, fuhr Belafon fort und begann zu schwitzen.

»Ich könnte dir meinen Almanach leihen«, bot sich Zweiblum an.

»Almanach?«

»Ein Buch