: Elias Albrecht, Uwe Anton, Marcus Haas, Reiner Krauss, Marc Richter, Hermann Ritter, Armin Rößler, P
: , Jennifer Christina Michels, Mike Hillenbrand
: Corona Magazine 05/2015: Mai 2015 Nur der Himmel ist die Grenze
: In Farbe und Bunt Verlag
: 9783941864108
: 1
: CHF 0.50
:
: Science Fiction, Fantasy
: German
: 200
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Da Corona Magazine ist ein traditionsreiches und nicht-kommerzielles Online-Projekt, das seit 1997 die Freunde von Sciencefiction, Phantastik und guter Unterhaltung mit Informationen und Hintergründen, Analysen und Kommentaren versorgt und bis zu seiner Jubiläumsausgabe 300 im Mai 2014 von mehr als 8.500 Abonnenten in Form eines eMail-Anhang im HTML-Format gelesen wurde. Nach dem Wechsel des Projekts zum Verlag in Farbe und Bunt im Herbst 2014 erscheint es nun im zeitgemäßen E-Book-Gewand. Aus dem Inhalt: - Marvels Phase 2: Die Heldin, das unprofitable Stiefkind - Alexander Gerst im Technikmuseum Speyer Star Trek - Star Trek-Kolumne: Kein Platz mehr für die Enterprise! - Die Stars aus Star Trek in anderen Rollen - Teil 2: William Shatner - TrekMinds - Nachrichten aus der Star Trek-Welt Fernsehen - Das Lexikon der phantastischen Serien, Teil 5 - The Zero Theorem: Terry Gilliams dystopisches Rätselpuzzle - TUBEnews - Nachrichten aus der Welt der Fernsehröhre - Science Fiction als Flop-Garant? - Daredevil - Phönix aus der Asche Kino - Neu im Kino: Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron - Neu im Kino: Ex Machina - cineBEAT - Nachrichten aus der Welt der Kinoleinwand - Kino-Vorschau: Neuerscheinungen im Mai Literatur in Print& Audio - Masters of Fiction #02: About Stories of the (Un)Dead - Leseprobe - Kolumne: 25 Bände Hägar - Humor ist ... - Military SF: Hau drauf aus deutschen Landen - Perry Rhodan: Im Gespräch mit Hubert Haensel - Kurzgeschichte des Monats Weitere Inhalte - Phantastische Spiele: Wiz-War - Krieg der Magier - Wissenschaft: New Horizons - zu Besuch bei Pluto - Subspace Link - Neuigkeiten von über aller Welt und vieles mehr...

1997 und damit in den Urzeiten des öffentlichen Internets wurde das Corona Magazine einst als Newsletter einiger Star Trek-Fans gegründet, entwickelte sich aber schon bald über dieses Thema hinaus zu einem Magazin der gesamten Phantastik. Nie elitär abgrenzend, sondern immer Film-, Fernseh-, Buch- und Spiele-Begeisterte, aber vor allem alle Fans aus der ganzen Gesellschaft mitnehmend, wurde das Magazin schon bald zum größten und erfolgreichsten Online-Projekt der Phantastik. Nicht nur, dass jede Ausgabe des Corona Magazine stets kostenlos war, auch jeder Redakteur arbeitet traditionell unentgeltlich. Knapp drei Dutzend Mitarbeiter bringen seit Herbst 2014 das Magazin im zeitgemäßen E-Book-Gewand auf den Markt. Jedes E-Book ist weiterhin kostenlos, aber prall gefüllt mit fünf verschiedenen Newsblöcken, frischen Reportagen, findigen Analysen, fabulösen Artikeln und meinungsfreudigen Kolumnen. Kino, Fernsehen, Buch, Spiel, das Fandom und die Wissenschaft sind feste Bestandteile des Corona Magazine. Abgerundet wird jede Ausgabe mit der Gewinnergeschichte des fortlaufenden Kurzgeschichtenwettbewerbs.

Marvels Phase 2: Die Heldin, das unprofitable Stiefkind - gesellschaftlicher Fortschritt vs. Marketing-Sexismus


von Bettina Petrik

 

Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron (© Marvel)

 

(bp) –Marvel ist toll. Wer schon mal die Büroräumlichkeiten des Mutterschiffs vomCorona Magazine, deniFuB-Verlag betreten hat, kann bezeugen, dass diese mit Fanartikeln nur so zugepflastert sind. Das geht soweit, dass man sich in der Redaktion darum kabbelt, wer denn nun die heißersehnte Pressevorführung des aktuellenMarvel Cinematic Universe-Films,Marvel's The Avengers 2: Age Of Ultron, besuchen darf, und dass die erste reguläre Vorstellung nach Kinostart zum Betriebsausflug wird. Samt den Mitarbeitern standesgemäß eingekleidet imMarvel-Cosplay (Fotos hiervon zu verbreiten, wurde der Autorin dieses Artikels bedauerlicherweise unter Androhung von Red Bull-Entzug untersagt).

 

Nicht umsonst werden allerdings gerade in Fan- und Kritikerkreisen wie diesem bis lange nach Dienstschluss hitzige Diskussionen über eins der erfolgreichsten Franchises unserer Zeit geführt. DasMCU steht nicht nur für Unterhaltsamkeit, atemberaubende Effekte und auf einzigartige Weise ineinander verschlungene Elemente, eine Idee, die längst Schule macht. WasMarvel 2008 mitIron Man begann, hat es vorher in dieser Form nicht gegeben, und der Erfolg ist verdient.

 

Das perfekte Bild bröckelt

 

Und doch schwächelt dasMCU in den letzten Jahren. Da gab es von den Kritikern verrissene Fortsetzungen wieIron Man 3 und TV-Serien wieMarvel's Agents Of S.H.I.E.L.D. (beide 2013), die völlig im Glanz derDC-Konkurrenz verblassten. Da wurden den Zusehern an uninteressanten Bösewichten leidende Filme wieThor – The Dark Kingdom (2014) vorgesetzt. Und vor allem eine Facette der Mega-Blockbuster inMarvelsPhase 2 (Filme abIron Man 3 bisAnt-Man [2015]) gerät immer wieder ins mediale Kreuzfeuer: das Frauenbild.

 

InPhase 1 gab es dabei trotz eines fehlenden Solofilms für eineMarvel-Heldin nicht viel zu bemängeln. Die eigentliche Planung der Ursprungsgeschichten rund um Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans) und Thor (Chris Hemsworth) sah auch einenBlack Widow-Film vor, der aber letztendlich nicht ins Konzept passte. Dafür wurden Figuren wie Peggy Carter (Hayley Atwell), Pepper Potts (Gwyneth Paltrow), Jane Foster (Natalie Portman) und Betty Ross (Liv Tyler) vorgestellt. Jede auf ihre eigene Art stark und hervorstechend, was das veraltete Hollywood-Klischee des schmachtenden, verletzlichen Mädchens an der Seite des strahlenden Helden geradezu zerschmetterte.

 

Umso größer war die Enttäuschung, als auch inPhase 2 weit und breit von einem Heldinnen-Einzelfilm nichts zu sehen war. Erst als der größte Konkurrent am Markt,DC, letzten Herbst mittels der Freigabe fürWonder Woman (2017) mit gutem Beispiel voranging, gerietMarvel in Zugzwang. Nun kann man sich in der mitCaptain America 3 (2016) beginnendenPhase 3 aufCaptain Marvel (2018) freuen, ein ebenso wie Black Widow sehr beliebter, für Feminismus stehender Comic-Charakter. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn es auch befremdlich anmutet, dass das Startdatum dieses Films sofort verschoben wurde, alsMarvel Anfang 2015 endlich den lange ersehnten Deal mitSony schloss und nun auch Spider-Man in dasMCU holen kann. Hierbei muss man bedenken, dass die Standard-Ausrede derMarvel-Produzenten, wenn Fans nach einemBlack Widow-Film verlangten, war, dass man dafür nicht den sogenannten großen Plan des Franchises ändern könnte. Für Spider-Man ist man offensichtlich gewillt, sich zu verbiegen. Für eine Heldin nicht.

 

Die Frage nach dem Warum

 

Traurig, überraschend jedoch nicht. Spider-Man ist sogar im sonst eher Superhelden-verwaisten deutschen Raum so gut wie der einzigeMarvel-Held, den man auch in jedem ordinären Supermarkt auf Fan-Artikeln bewundern kann. Die Jungs lieben ihn – die großen und die kleinen. Das Zielpublikum von Comic-Verfilmungen ist eben hauptsächlich männlich. EinDisney-Insider gab kürzlich ein brisantes Geheimnis aus denMarvel-Studios bekannt. Dort ist der allgemeine Konsens, dassDisney dieMarvel-Studios schlicht nicht für das weibliche Publikum aufgekauft hat. Für die gibt es schließlich die Prinzessinnen.

 

Dieser Herabsetzung gegenüber stehen andere Zahlen aus dem Fandom. Auf derSan Diego Comic-Con – auch von der Autorin dieses Artikels besucht – ist der Anteil an weiblichen Besuchern überwältigend. Um auf der SDCC in die berühmteHall H-Vorführung vonMarvel undDC zu kommen, ist tagelanges Zelten und Durchhaltevermögen gefragt – und auch hier waren die rund 6.000 glückliche