: Shawn Levy
: Robert de Niro Ein Leben
: S. Fischer Verlag GmbH
: 9783104034775
: 1
: CHF 14.00
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: Biographien, Autobiographien
: German
: 672
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
***Die fulminante Biographie des großen Filmidols*** Robert De Niro gehört zu den besten und erfolgreichsten Schauspielern der Welt (»Taxi Driver«,»Der Pate«, »Es war einmal in Amerika«). Der New-York-Times-Bestseller-Aut r Shawn Levy hat bislang unveröffentlichtes Material und private Aufzeichnungen De Niros zusammengetragen, darunter Gespräche mit Scorsese, Coppola und Pacino. Er eröffnet ein neues faszinierendes Bild der grandiosen Arbeit des zweifachen Oscar-Preisträgers mit seltenen Einblicken in das private Leben des öffentlichkeitsscheuen Schauspielers. Mit großem Bildteil

Shawn Levy ist Autor der New-York-Times-Bestseller- Biographie »Paul Newman. A Life«. Zwischen 1997 und 2012 war er als Filmkritiker bei »The Oregonian« tätig und darüber hinaus als Chefredakteur bei der Zeitschrift »American Film«. Levy schreibt u. a. für die »New York Times«, »Los Angeles Times«, »San Francisco Chronicle«, »The Guardian«, »The Independent«, »Film Comment« und »Movieline«. Shawn Levy gelang erstmals der Zugang zu De Niros persönlichen Recherche- und Produktionsmaterialien. Damit eröffnet er eine neue Sicht auf die Arbeitsweise und den Aufwand, den der Schauspieler für seine legendären Auftritte betrieb. Die Erkenntnisse aus De Niros intensivem Arbeitsprozess ermöglichen eine bislang nicht dagewesene Perspektive auf sein Denken sowie seine schauspielerischen Leistungen. Levy sprach auch mit De Niros Kollegen und Freunden, um seine Entwicklung vom ehrgeizigen jungen Mann zu einem fesselnden und rätselhaften Künstler und Kulturschaffenden nachzuvollziehen.

Einführung


Das Filmfestival in Cannes gehört zu den renommiertesten und wichtigsten Kulturereignissen des Jahres. Auch im Frühjahr2012 richtet sich die Aufmerksamkeit der Filmliebhaber weltweit auf das ehemalige Fischerdorf an der französischen Mittelmeerküste.

An einem Freitagabend dringt vor dem berühmten Palais des Festivals eine getragene Melodie durch die schwüle Luft, die dreißig Jahre zuvor für einen Film über Hunger, Sehnsucht, Unschuld, Gewalt, Verbrechen, Betrug und die Macht der Erinnerungen geschrieben wurde.

Es war einmal in Amerika ist ein Epos – sowohl was seine Entstehungsgeschichte angeht (es dauerte zwölf Jahre, das Skript zu schreiben, und die Dreharbeiten zogen sich über elf Monate hin), als auch was die Vision des Regisseurs betrifft. Sergio Leones Lieblingsversion war fast viereinhalb Stunden lang. Der Film hatte1984 mit einer leicht gekürzten Fassung in Cannes Premiere und verzückte das Publikum – ein Gast erinnerte sich an fünfzehnminütige Standing Ovations. Aber das Schicksal, das den Film nach dem Festival ereilte, war ebenso legendär wie katastrophal. Die Verleiher zerhackten den Film auf die halbe Länge und verliehen der Erzählung eine andere Struktur, was fast zwangsläufig zu negativen Kritiken und lauen Verkaufszahlen führte. Leone geriet schnell in Vergessenheit und starb fünf Jahre später, ohne noch einen einzigen Film gemacht zu haben.

Mit der Zeit jedoch kam der Film zu Ehren – was zum einen daran lag, dass sein Regisseur posthum Ruhm erlangte, zum anderen wurden immer neue Versionen veröffentlicht, die sich Schritt für Schritt dem Originalschnitt annäherten. Darüber hinaus bewerteten einige seiner Verfechter ihn als Meilenstein seines Genres, als Inbegriff des amerikanischen Gangsterfilms.

Und so wird an diesem Abend im Mai2012, achtundzwanzig Jahre nach seiner Premiere, eine restaurierte Version vonEs war einmal in Amerika in just dem Filmtheater in Cannes gezeigt, wo die Erstaufführung stattgefunden hatte – der Film dauerte fünfundzwanzig Minuten länger als beim ersten Mal. Es ist in Cannes ein Anlass wie jeder andere für eine typische Luxusgala.

In der einsetzenden Dämmerung betritt der Star des Films, Robert De Niro, den legendären roten Teppich, während aus den Lautsprechern Ennio Morricones opulente und gespenstische Filmmusik ertönt.

De Niro hat guten Grund, sentimental zu sein. Bereits achtmal war er in Cannes zu Gast, zweimal gewann er hier den Hauptpreis, und erst im Jahr zuvor stand er der Jury vor. Sein Leben lang hat er diesen Ort in verschiedenen Funktionen besucht.

Sicherlich ist es ebenfalls aufwühlend, dass Leone nicht hier ist, dass De Niro die anderen Stars wiedertrifft, von denen er manche seit dem Dreh nicht mehr gesehen hat, und vor allem die Tatsache, sein jüngeres Ich auf der Leinwand zu betrachten.

Jedoch hat De Niro all das schon viele Male zuvor erlebt, und man sagt ihm nach, bei solchen Gelegenheiten stets eine unergründliche und stoische Miene zur Schau zu tragen und abgeklärt, ja desinteressiert zu wirken.

Aber irgendetwas setzt ihm an diesem Abend zu, Gefühle, die er normalerweise nur in dem engen Rahmen einer Filmrolle oder in den verborgenen Gemächern seines Privatlebens enthüllt. Während er die Stufen hinaufsteigt, kommen ihm die Tränen. Später sind Fotos im Umlauf, die ihn neben seiner Frau im Smoking zeigen, wie er beim Versuch, seine Gefühle im Zaum zu halten, die Zähne zusammenbeißt.

Vielleicht liegt es an der Musik, über den traurigen Streic