: Jaroslav Hašek
: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
: ModerneZeiten
: 9783956904875
: 1
: CHF 0.90
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: Erzählende Literatur
: German
: 700
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Jaroslav Ha?ek: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
Voll verlinkt, und mit eBook-Inhaltsverzeichnis
? Neu editiert, mit zahlreichen verlinkten Fußnoten, zur Erklärung der tschechisch-böhmischen Redewendungen
? Mit einem Begleitwort des Herausgebers (Feb/2015)

Jaroslav Ha?ek (1883?1923), der tschechische Schriftsteller und Satiriker, schuf mit seinem ?braven Soldaten Schwejk? eine der bekanntesten Figuren der Literaturgeschichte. Der Autor verarbeitete in dem Buch ironisch, jedoch mit ernsten und nachdenklichen Zwischentönen, seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg.

Ha?ek war ein erfahrener und scharfzüngiger Redakteur, Kolumnist und Satiriker, der für verschiedene Prager Zeitungen arbeitete. Kennzeichnend für seinen Schreibstil im ?Schwejk? ist die üppige Verwendung der oft derben und vulgären Volkssprache, die er seinen Protagonisten in den Mund legte ? während er selbst als Erzähler im Hochdeutschen blieb.

Die Erlebnisse des ?braven Soldaten Schwejk? sind in der Folgezeit vielfach nacherzählt und verfilmt worden. Und der ?Schwejk? wurde zum Sinnbild des schlitzohrigen, subversiven ?Kriegsdienstverweigerers?.
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Die kongeniale Übersetzung dieses Buches stammt von Grete Reiner (1892?1944) Was anderen Übersetzern unmöglich erschien, nämlich die tschechisch-böhmische Alltagssprache, die zwischen derb und ungehobelt, augenzwinkernd und ironisch schwankt, angemessen ins Deutsche zu übertragen, gelang ihr aufs Beste.

Zweiter Teil – An der Front

1 – Schwejks Missgeschick im Zug

In einem Kupee2. Klasse des Schnellzugs Prag–Budweis befanden sich drei Personen. Oberleutnant Lukasch, ihm gegenüber ein älterer, vollständig kahlköpfiger Herr und Schwejk, der bescheiden bei der Kupeetür stand. Er schickte sich gerade an, einen neuen Ansturm Oberleutnant Lukaschs über sich ergehen zu lassen, der, ohne die Anwesenheit des kahlköpfigen Zivilisten zu beachten, auf der ganzen Strecke, die sie durchfuhren, Schwejk andonnerte, er sei ein Rindvieh Gottes usw.

Es handelte sich um nichts anderes als um eine Kleinigkeit, nämlich um die Zahl der Gepäckstücke, auf die Schwejk achtzugeben hatte.

»Man hat uns einen Koffer gestohlen«, warf der Oberleutnant Schwejk vor, »das ist leicht gesagt, du Lump!«

»Melde gehorsamst, Herr Oberlajtnant«, ließ sich Schwejk leise vernehmen, »man hat uns ihn wirklich gestohlen. Aufm Bahnhof treiben sich immer viel solcher Schwindler herum, und ich stell mir halt so vor, dass einem von ihnen unbedingt Ihr Koffer gefallen hat und dass der Kerl wahrscheinlich die Gelegenheit ausgenützt hat, wie ich vom Gepäck weggegangen bin, um Ihnen zu melden, dass mit unserm Gepäck alles in Ordnung is. Er hat uns den Koffer grad nur in so einem günstigen Moment stehlen können. Auf so einen Moment lauern diese Gauner. Vor zwei Jahren ham sie aufm Nordwestbahnhof einer Frau ein Wagerl mitsamt einem Mäderl im Wickelbett gestohlen und waren so nobel, dass sie das Mäderl aufm Polizeikommissariat bei uns in der Gasse abgegeben ham, dass sies herich in einem Hausflur gefunden ham. Dann ham die Zeitungen aus der armen Frau eine Rabenmutter gemacht.«

Und Schwejk erklärte nachdrücklich: »Am Bahnhof is immer gestohlen worn und wird weiter gestohlen wern. Anders gehts nicht.«

»Ich bin überzeugt, Schwejk«, ergriff der Oberleutnant das Wort, »dass es mit Ihnen einmal schlecht enden wird. Ich weiß noch immer nicht, machen Sie einen Ochsen aus sich, oder sind Sie schon als Ochs zur Welt gekommen. Was war in dem Koffer?«

»Im ganzen nichts, Herr Oberlajtnant«, entgegnete Schwejk, ohne die Augen von dem kahlen Schädel des Zivilisten abzuwenden, der dem Oberleutnant gegenübersaß und, wie es schien, nicht das geringste Interesse für die ganze Angelegenheit zeigte, sondern die »Neue Freie Presse« las. »In dem ganzen Koffer war nur der Spiegel ausm Zimmer und der eiserne Hutrechen ausm Vorzimmer, so dass wir eigentlich keinen Verlust erlitten ham, weil der Spiegel und der Rechen dem Hausherrn gehört ham.«

Als er die fürchterliche Grimasse des Oberleutnants sah, fuhr Schwejk mit liebenswürdiger Stimme fort: »Melde gehorsamst, Herr Oberlajtnant, dass ich davon, dass der Koffer gestohlen wern wird, im voraus nichts gewusst hab, und was den Spiegel und den Hutrechen betrifft, so hab ichs dem Hausherrn gesagt, dass wirs ihm zurückgeben wern, bis wir ausm Krieg nach Haus kommen. In den feindlichen Ländern gibts so viel Spiegel und Rechen, so dass wir in diesem Fall mitn Hausherrn keine Schwierigkeiten ham können. Gleich wie wir irgendeine Stadt erobern …«

»Kus