Tödliche Falle Motorrad-Krimi
: Frank Marx
: Tödliche Falle Motorrad-Krimi
: Highlights Verlag
: 9783945784037
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Dritter Fall: Heimtückischer kann man einen Motorradfahrer nicht ermorden: Ein Drahtseil ist quer über die Landstraße gespannt und köpft Canetti, einen verurteilten Entführer, der gerade erst seine Strafe abgesessen hat. Ganz Köln ist hinter den verschwundenen vier Millionen Euro Lösegeld her. Als sich Kommissar Schröder auf die Suche nach dem Attentäter und dem Lösegeld macht, gerät er selbst in eine tödliche Falle.

1.


„Wo bist du gerade?“

Pauls Anruf war dienstlich, erkannte Axel am Tonfall. Er wünschte, er hätte das Vibrieren seines Handys in der Kombi ignoriert. Axel feierte endlich die Überstunden seiner Arbeit bei der Kölner Mordkommission ab. Als der Anruf seines Freundes und Kollegen Paul Lehmann von der Motorradstaffel kam, drückte er seine Kawasaki gerade an der Tankstelle nach einer schönen Tour vom Hauptständer. Axel hatte dem Verlangen, mit einem anderen Motorradfahrer über seine Ausfahrt zu reden, nicht widerstehen können. Wenn er die Schärfe in Pauls Stimme richtig interpretierte, wollte der aber nichts von seinem Ausflug ins Vorgebirge hören.

„Ich bin quasi zuhause. Habe gerade an meiner Lieblingstankstelle getankt.“

„Dann komm her. Zur kleinen Landstraße von Meschenich Richtung Blutbuchen, am Anfang der Allee. Kurz hinter dem Kölner Ortsschild.“

„Was ist denn los? Ich habe frei, Herrgott noch mal. Feierabend, Siesta, chillen, verstehst du?“

Axel erkannte die Erschütterung seines Kollegen mehr am Tonfall, als an dem, was er sagte.

„Ich stehe hier und sichere einen Tatort ab. Vor mir auf der Straße liegt ein Motorradhelm. Und darin steckt ein Kopf. Von einem Motorrad ist weit und breit nichts zu sehen. Der Rest des Körpers fehlt auch. Etwas ungewöhnlich für einen Verkehrsunfall.“

Axel seufzte. Als Kommissar der Mordkommission interessierte er sich für den Toten auf der Landstraße. Ganz besonders, wenn es ein toter Motorradfahrer war.

„Alles klar, Paul. Bitte verständige die Kollegen von der Spurensicherung, falls du das nicht schon getan hast. Ich bin in zehn Minuten bei dir.“

Axel legte auf. Im selben Augenblick stieß das Handy einen der bizarren Glockentöne aus, mit dem es ihm den Eingang einer neuen SMS mitteilte. Er drückte mit seinem Daumen vorsichtig die Miniaturtasten der Menüführung, um die SMS lesen zu können.Herzlichen Glückwunsch! Der neue Termin für die Freischaltung Ihres Telefonanschlusses ist … Der Rest der Mitteilung bestand nur noch aus sinnfreien Sonderzeichen. Axel seufzte. Seit er vor zwei Wochen bei sich zuhause den Telefonanbieter gewechselt hatte, kämpfte er unentwegt mit Service-Hotlines und versäumten Technikerterminen. Neuerdings erhielt er regelmäßig unleserliche Mitteilungen über die versprochene Freischaltung seines Telefons. Selbstverständlich blieb seine Telefonleitung bisher mausetot. Aber das musste er im Moment ignorieren. Der tote Motorradfahrer bei Meschenich hatte Vorrang.

Axel brauchte nicht auf eine Lücke im abendlichen Pendlerverkehr zu warten, der größte Teil der Autofahrer war bereit