Tödliche Schräglage Motorrad-Krimi
: Frank Marx
: Tödliche Schräglage Motorrad-Krimi
: Highlights Verlag
: 9783945784013
: 1
: CHF 8.70
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Erster Fall: Kommissar Axel Schröder muss seine alte Honda CB 750 aus der Garage holen, denn immer mehr Motorradfahrer verunglücken tödlich auf einer kurvenreichen Strecke in der Eifel. Ist der Black Rebel Motorcycle Club in eine tödliche Auseinandersetzung mit den Lucky Jokern geraten? Oder hat der einschlägig bekannte Motorradhändler Leo Nehls seine Finger im Spiel? Und wer ist eigentlich der mysteriöse Dark Rider? Axel Schröder gerät in seinem ersten Fall in eine mörderische Jagd ...

2.


Axel Schröder lebte seit fünf Tagen von Schoko-Müsli. Am Samstag war der Umzugswagen vorgefahren. Die Männer zeigten ihm die Liste, die er zusammen mit Renate beim Scheidungsanwalt unterschrieben hatte. Sie nahmen den Kühlschrank mit, die Einbauküche mit dem Vorratsschrank und die Mikrowelle. Zurück blieb eine Familienpackung Schoko-Müsli, die sich hinter einem Vorhang auf dem Fensterbrett versteckt hatte. Also saß er in der halbdunklen Küche auf den kalten Fliesen und frühstückte trockenes Schoko-Müsli direkt aus der Packung.

Er stand unter Schock, aber er wollte ins Präsidium. Tatsächlich war er schon früher lieber zur Arbeit gegangen, als zu lange zuhause zu bleiben. Wahrscheinlich war das irgendwann auch Renate aufgefallen. Er schüttelte die letzten Müsliflocken in sich hinein und kaute tapfer. Die Packung war leer. Zeit für einen Großeinkauf. Zeit für einen Neuanfang. Seine Schritte hallten gespenstisch durch die fast leere Wohnung. Auf dem Teppichboden im Wohnzimmer markierten Abdrücke, wo das Bücherregal gestanden hatte. Seine Schallplattensammlung verteilte sich jetzt in Stapeln entlang der Wand. Im Schlafzimmer fehlte der Schrank, seine Kleidung lag in einem wilden Haufen in der Ecke. Die Kommode hatte Renate nicht angerührt, sie hatte das alte Familienerbstück noch nie gemocht. Aber warum war das Ehebett zurückgeblieben?

Axel schlenderte durch den leeren Flur. Im Spiegel an der Garderobe stand er sich gegenüber, mittelgroß, mittelalt, blonde Haare, Seehundsblick. Er zog den Bauch ein, versuchte mit den Augen zu lächeln und nahm sich vor, sich selbst nicht Leid zu tun. Axel steckte seine Walther PK in das Holster und suchte geistesabwesend nach dem BMW-Schlüssel auf dem Schlüsselbrett. Sein letzter Blick auf Renate fiel ihm wieder ein, wie sie mit Vollgas im BMW davonfuhr. Seufzend nahm er den Schlüssel für das Wohnmobil und trat vor die Tür des Einfamilienhauses. Es war bereits warm, ein weiterer schöner Sommertag kündigte sich an. Er schwang sich in die Kabine des Wohnmobils und warf den Motor an. Der Verkehr auf der Dorfstraße war morgens so dicht wie in der Innenstadt, er musste eine Minute warten, bevor er sich in die Schlange der Pendler einreihen konnte. Auf dem Armaturenbrett blinkte hektisch eine Warnleuchte, er musste dringend tanken. Deshalb fuhr er nach wenigen hundert Metern auf die alte Dorf-Tankstelle. Eine geschwungene Beton-Muschel überspannte das Museumsstück, an der ein echter Tankwart mit einem grünen Jägerhut auf dem Kopf die Zapfsäulen bediente. Weil zu wenige Kunden dieses denkmalgeschützte Szenario zu schätzen wussten, hatte der Mann absurderweise ein Internet-Café in das Tankstellenhäuschen integriert. Ab und zu hockten Kids vor dem einsamen Computerbildschirm, aber meistens saß der Tanks