: Roland Mueller
: Der Clan des Greifen - Staffel I. Sechster Roman: Das Spiel Sechster Roman
: dotbooks
: 9783955207427
: Der Clan des Greifen
: 1
: CHF 2.70
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 116
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Mitreißend und spannend: Die sechsteilige historische Serie 'Der Clan des Greifen' von Roland Mueller jetzt als eBook bei dotbooks. Südtirol im 15. Jahrhundert: Die unbeherrschte Natur des ältesten Greifenberg-Sohns Wolf bricht sich immer mehr Bahn. Gemeinsam mit seinem Bruder nimmt er einen einflussreichen Kaufmann aus Bozen gefangen. Hagen, dem einstigen Gefährten des Grafen von Greifenberg und mittlerweile Liebhaber der Gräfin, ist bewusst, dass dies nicht ohne Folgen bleiben wird. Und richtig - die Stadt Bozen will die Behinderung des Handels nicht hinnehmen und stellt ein Ultimatum. Droht nun ein Krieg? Gräfin Eleonore von Greifenberg ist bereit, Sühnegeld zu zahlen. Bedeutet dies den Ruin für das Lehen der Greifenbergs? Jetzt als eBook kaufen und genießen: Die sechsteilige historische Serie 'Der Clan des Greifen' von Roland Mueller. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Roland Mueller, geboren 1959 in Würzburg, lebt heute in der Nähe von München. Der studierte Sozialwissenschaftler arbeitete in der Erwachsenenbildung, als Rhetorik- und Bewerbungstrainer und unterrichtet heute an der Hochschule der Bayerischen Polizei. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendbücher. Bei dotbooks veröffentlicht sind Roland Muellers historische Romane: »Der Goldschmied« »Das Schwert des Goldschmieds« »Im Land der Orchideenblüten« »Das Erbe des Salzhändlers« »Die Reise des Conquistadors« Die beiden historischen Romane »Der Goldschmied« und »Das Schwert des Goldschmieds« sind ebenso als Sammelband unter dem Titel »Der Meister des Goldes« verfügbar. Außerdem hat Roland Mueller bei dotbooks die historische Serie »Der Clan des Greifen« veröffentlicht, die folgende Bände umfasst: »Die Begegnung. Staffel I - Erster Roman« »Der Pakt. Staffel I - Zweiter Roman« »Das Vermächtnis. Staffel I - Dritter Roman« »Das Erbe. Staffel I - Vierter Roman« »Die Rache. Staffel I - Fünfter Roman« »Das Spiel. Staffel I - Sechster Roman« »Die Hexe. Staffel II - Erster Roman« »Der Betrüger. Staffel II - Zweiter Roman« »Der Greif. Staffel II - Dritter Roman« »Die Verfolgten. Staffel II - Vierter Roman« »Die Braut. Staffel II - Fünfter Roman« »Die Liebenden. Staffel II - Sechster Roman« Die komplette Serie ist außerdem in den drei Sammelbänden »Die Burgherrin«, »Die Kinder der Burgherrin« und »Das Vermächtnis der Burgherrin« enthalten. Daneben hat Roland Mueller die beiden historischen Kinderbücher »Die abenteuerliche Reise des Marco Polo« und »Der Kundschafter des Königs« bei dotbooks veröffentlicht.

Am Anfang hatte sich Eleonore noch selbst dabei ertappt, wenn sie Selbstgespräche führte. Bis dahin hatte sie geglaubt, dass dies nur ganz alte Leute taten, die schon ein wenig wunderlich im Kopf waren. Daher war sie überrascht, dass es auch ihr passierte. Inzwischen fiel es ihr nur noch auf, wenn ihre Kammerzofe sie gleich zwei Mal hintereinander fragte, ob die liebe Frau etwas zu ihr gesagt habe.

»Hagen«, murmelte Eleonore halblaut vor sich hin.

Die Kammerzofe wandte sich zu ihr um.

»Ihr quält Euch, Herrin.«

Eleonore blickte die Frau vor sich still an. In ihrem Kopf war eine Leere, die sie beinahe schmerzte. So etwas kannte sie nicht an sich. Ja, sie hatte seinen Namen genannt, und es fiel ihr schwer, darüber nachzudenken, warum sie es getan hatte. Es war, als wehrten sich ihre Gedanken dagegen, aus Furcht vor der schmerzenden Erkenntnis.

»Der edle Herr Hagen ist fort, liebe Frau.«

»Fort ...«, murmelte Eleonore, und sie nickte kaum merklich.

»Ja, ich weiß.«

Auch früher schon hatte er die Burg verlassen. Viele Male. Sie selbst hatte ihn ja oft genug losgeschickt. Keine Aufgabe und kein noch so geringer Gefallen, den er ihr nicht erfüllt hätte. Aber immer wieder war er zu ihr zurückgekehrt. Wie lange seine Reisen auch dauerten und wer immer ihn dabei begleitete, am Ende kehrte Hagen wieder heim. Zu ihr. So war es doch gewesen, oder? Ja, das sagte sie sich in den Momenten des Zweifels wieder und wieder. So war es, nicht anders. Wie sehr hatten sie ihr heimliches Glück genossen! So sehr, dass die Erinnerung daran jetzt tatsächlich schmerzte. Als ob ihr Kopf die Gedanken nicht aushalten könne. Ja, dieses Mal war es ungewiss, ob er zurückkehren würde. Die Kammerzofe trat zu ihr und nahm sie bei der Hand.

»Setzt Euch hier ans Fenster, und seht das Licht über den Bergen an. Das tut Euch gut, edle Frau, und dann müsst Ihr Euch ausruhen.«

»Nein«, murmelte Eleonore, »ich will mich nicht ausruhen.«

Ja, das hatte sie aus ihren Gedanken verdrängt. Dass er fort war und dass es ihre Schuld war. Ganz allein ihre Schuld ...

***

Erst am späten Abend kam von Schlüsselberg in Bozen an. Der Büttel erwartete ihn zu Pferd bereits am Tor der Stadt und gebot ihm, ihm zu folgen. Hintereinander ritten sie durch die nachtschlafende Stadt. Vor dem Zunfthaus hielten sie schließlich ihre Pferde an. Der Büttel sprang zuerst aus dem Sattel und eilte ins Haus, und von Schlüsselberg tat es ihm nach. Ein Page trat ihnen in den Weg, aber der Büttel scheuchte ihn mit einer Handbewegung zur Seite und eilte, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinauf. In dem großen, prächtigen Versammlungssaal warteten bereits seit einer Weile sämtliche Vertreter der Zünfte wie auch der Händler. Von Schlüsselberg fand gerade genug Zeit, um sich den Staub aus den Kleidern zu klopfen. Er war todmüde, und die Vorstellung, vor dem Rat die Forderungen des Greifen vorzubringen, bereitete ihm Magenschmerzen. Ausgerechnet er, der es nicht mochte, vor Menschen zu sprechen. Aber hatte er eine Wahl? Mit seinem Leben als Leibwache eines reichen Händlers war er bisher ganz zufrieden gewesen. Die Vorstellung, seinen Brotherrn als Geisel zurückgelassen zu haben, behagte ihm ganz und gar nicht. Nicht etwa, weil er Silberhorn besonders schätzte, sondern weil sein eigenes angenehmes Leben vorbei sein würde, sollte dem Mann etwas zustoßen.

Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt und erstaunlich hell von zahlreichen Kerzen erleuchtet. Der Büttel stellte ihn mit lauter Stimme vor, bevor er ihn bat, vor den Rat zu treten und zu sprechen. Also erzählte der Junker, was ihm und seinem Herrn widerfahren war. Als er berichtete, wie man Silberhorn in das Kloster verschleppt hatte, machte sich das erste Mal Unmut unter den Zuhörern breit. Als er schließlich die Forderungen der Räuber vortrug, setzte lautstarker Tumult ein. Einer der Räte sprang von seinem Platz auf und hob beschwichtigend die Arme. Allmählich ließ der Lärm nach. Am Ende war es still. Von Schlüsselberg kannte diesen Mann. Zweimal war er Meister Truchmann bereits begegnet, wenn sie auch niemals miteinander gesprochen hatten. Der leicht korpulente Händler galt als eines der einflussreichsten Ratsmitglieder der Stadt. Als angesehener Tuchhändler war er weit über die Grenzen von Bozen hinaus bekannt. Er galt als fromm und gottesfürchtig. Mit einer deutlich jüngeren Frau verheiratet, die ihm sieben Kinder geboren hatte, lenkte er die Belange der Stadt mit dem gleichen Geschick wie seine Geschäfte. Er war der offizielle Sprecher dieser Runde, und sein Wort hatte auch darüber hinaus ü