Muttersprache als Ressource?! Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern
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Anastasia Schmidt
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Muttersprache als Ressource?! Zweitspracherwerb bei Migrantenkindern
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Diplomica Verlag GmbH
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9783842819504
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1
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CHF 31.20
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Pädagogik
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German
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91
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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PDF
Sprachförderung für die Kinder mit Migrationshintergrund ist bereits in den deutschen Kindergärten keine Seltenheit mehr. Vor allem als die Pisa-Studie die gravierenden Ergebnisse der Leistungen von Kindern aus Migrationsfamilien vorstellt, nimmt dieses Thema einen anderen Stellenwert in der Bildungspolitik ein. Es werden viele Sprachförderkonzepte entwickelt und eingesetzt. Die Mehrheit der Sprachförderkonzepte konzentrieren sich jedoch ausschließlich auf die Zweitsprache Deutsch. Sind solche Förderkonzepte wirklich erfolgreich? Welche Relevanz hat dabei die Ressource der Muttersprache? Diese und andere Fragen geht dieses Buch systematisch nach. Ausgehend von den theoretischen Grundlagen des Zweitspracherwerbs werden in dem Buch die Grundlagen einer Sprachförderung sowie ein Sprachförderkonzept explizit dargestellt. Um die Frage nach der Relevanz der Muttersprache für das Zweitspracherwerb beantworten zu können, wird nun die Spracherwerbsforschung näher betrachtet. Das Buch liefert viele Grundlagen und praktische Hinweise für alle die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Auch die Eltern profitieren von diesem Buch. Denn nur eine Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten kann zum Erfolg führen.
Anastasia Schmidt, 1. Staatsexamen für Lehramt an Haupt- und Realschulen, Diplom-Pädagogin wurde 1983 in Kemerowo (Russland) geboren. Im Jahre 1998 kommt sie mit Ihrer Familie nach Deutschland und macht 2005 die allgemeine Hochschulreife in Fulda. Sie studiert danach das Lehramt an Haupt und Realschulen mit den Fächern Biologie und evangelische Religion an der Goethe Universität in Frankfurt am Main. Bereits während des Studiums sammelt sie zahlreiche praktische Erfahrungen in den Bereichen Spracherwerb, Sprachförderung und der kindlichen Entwicklung. Die Arbeit mit Kleinkindern und Frühförderung fasziniert sie. Nachdem sie die Lehramtsprüfung erfolgreich abgeschlossen hat, war sie in einer Kindertagesstätte tätig und absolvierte parallel das Diplom in Pädagogik. Das breite Spektrum an praktischen Erfahrungen und das erworbene Fachwissen, sowie die eigene familiäre Herkunftsgeschichte stellen eine unentbehrliche Basis bei der Entstehung dieses Buches.
Textprobe: 3, Theoretische Grundlagen zum Zweitspracherwerb: 3.1, Begrifflichkeiten: Die Spracherwerbsforschung unterscheidet grundsätzlich zwischen Erstsprache, Muttersprache, Zweitsprache sowie Fremdsprache. In der Fachliteratur wird oft die Bezeichnung 'L1' für die Erstsprache und 'L2' für die Zweitsprache verwendet. Die Begriffe Erstsprache und Muttersprache, aber auch Zweitsprache und Fremdsprache werden meist gleichgestellt. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass alle diese Begriffe eine spezielle Definition haben. In Bezug auf die Leitfragen dieses Buches und weitere Auseinandersetzung mit der Problematik des Schriftspracherwerbs bei Migrantenkindern ist es unentbehrlich die Begrifflichkeiten und die Spracherwerbstheorien zu klären und zu verstehen. 3.1.1, Erstsprache: Die Erstsprache ist eine der wichtigsten Sprachen im Leben eines Menschen. Sie ist dementsprechend die erste Sprache, die der Mensch erwirbt. Die Erstsprache wird von dem Kind in seinen ersten Lebensjahren erworben und begleitet es meistens durch das ganze Leben. Die Erstsprache gilt als erstes Kommunikationsmittel. Beherrscht man die Erstsprache, so sind auch ebenfalls die formalen Sprachstrukturen verfestigt. Auch die Gefühle und besondere Erfahrungen werden meistens in der Erstsprache am besten übermittelt. Natürlich wird auch die Kultur, die zu dieser Sprache gehört, so eingeprägt und mit dem Spracherwerb erworben. In der wissenschaftlichen Literatur wird meist die Erstsprache von der Muttersprache unterschieden. Jedoch entsteht in der heutigen Gesellschaft ein Bild, dass in vielen Familien die Muttersprache auch die Erstsprache ist, die das Kind erlernt. Die Muttersprache ist daher auch die Erstsprache, die durch den Kontakt mit der Mutter bzw. Vater erworben wird. Viele Sprachwissenschaftler vertreten in der Fachliteratur die Meinung, dass der Begriff Erstsprache anstelle von Muttersprache neutraler und angemessener erscheint. Daraus lässt sich formulieren, dass die beiden Begriffe
INHALTSVERZEICHNIS
3
1. Einleitung
5
1.1 Aufbau
6
2. Die Situation der Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem
9
2.1 Ergebnisse der PISA – Studie
9
2.2 Kinder mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem
11
3. Theoretische Grundlagen zum Zweitspracherwerb
14
3.1 Begrifflichkeiten
14
3.2 Spracherwerbstheorien
20
4. Sprachförderung bei Migrantenkindern
25
4.1 Aktuelle Situation
25
4.2 Überblick über die Verfahren zur Sprachstandsbestimmung
26
4.3 Überblick über verschiedene Förderkonzepte
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4.4 Die Integration der Herkunftssprachen in der Institution Schule
35
5. Ausführliche Darstellung eines Förderkonzeptes: Rucksackprojekt
38
5.1 Vorstellung des Projektes
38
5.2 Ziele des Projekts
38
5.3 Ablauf des Projektes
39
5.4 Darstellung der Ergebnisse / Evaluation
42
5.5 Resümee des Rucksackprojektes
48
6. Darstellung der Forschungsuntersuchungen zum Spracherwerb in der Zweitsprache sowie der Erstsprache
50
6.1 Darstellung der Studie von Lambert/Tucker (1972)
50
6.2 Darstellung der Studie von Skutnabb-Kangas/Toukomaa (1976)
55
6.3 Empfehlungen der Studien
63
6.4 Langzeitstudie aus Wien „A kuci sprecham Deutsch“
64
6.5 Empfehlungen der Studie
78
7. Fazit
80
8. Ausblick
85
9. Literaturverzeichnis
87