: Natalie Standiford
: Verflixt, vertauscht, verliebt
: Carlsen Verlag GmbH
: 9783646926477
: 1
: CHF 7.90
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Scarlet und Lavender könnten unterschiedlicher nicht sein. Scarlet ist hübsch, sportlich und beliebt, Lavender hingegen das genaue Gegenteil. Es gibt nur eine Gemeinsamkeit: Sie haben beide am selben Tag Geburtstag. Bisher hat sie das einander nicht näher gebracht. Dann aber gehen ihre Geburtstagswünsche auf unerwartete Weise in Erfüllung und am Morgen danach wacht jede im Körper der anderen auf. Um zurücktauschen zu können, müssen sie aber erst einmal herausfinden, wie es ist, jemand ganz anderes zu sein.

wurde in Baltimore geboren. Sie studierte Russische Literatur und verbrachte ein Jahr in Sankt Petersburg. Danach arbeitete sie in New York in einer Buchhandlung und in einem großen Verlag. Heute ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. In ihrer Freizeit spielt sie Bassgitarre in einer Schriftstellerband.

Lavender Blue

Ich hatte keine großen Erwartungen an meinen dreizehnten Geburtstag. Ich war also vor genau dreizehn Jahren auf die Welt gekommen. Und? Das war noch lange kein Grund, dass dieser Montag anders sein würde als alle anderen.

Die ersten zwölf Jahre, elf Monate und dreißig Tage meines Lebens hatten mich gelehrt, mir keine übertriebenen Hoffnungen zu machen.

In der Schule kam Maybelle Dawson auf mich zugerannt und überreichte mir ein Päckchen, das in blasslila, um nicht zu sagenlavendelfarbenes Papier eingewickelt war. Maybelle Dawson war meine beste Freundin. Na gut, meine einzige Freundin.

»Herzlichen Glückwunsch, Schmitzy!«, rief sie.

Mein vollständiger Name lautet Lavender Myrtle Schmitz. Ganz richtig: Lavender. Myrtle. Schmitz. Da Maybelle wusste, dass ich meinen Namen hasste (bei Lavendel dachte doch jeder sofort an alte Omis oder Klospray), nannte sie mich Schmitzy. Was meine Mutter zum Heulen brachte.

Maybelle war sehr hübsch, sie hatte lockige Haare, strahlend blaue Augen und runde rosige Wangen. Ihre Hände hatten allerdings die Größe von Kohlenschaufeln und wegen ihrer Plattfüße war ihr Gang ungefähr so elegant wie der eines Ackergauls. Vermutlich reichte das, um sie in die Losertruppe zu verbannen. Bei mir war es offensichtlicher: kurz geratenes, haariges Neandertalermädchen + Brille = Loser.

Ich kannte es nicht anders.

»Pack dein Geschenk aus«, drängte Maybelle. Unter dem Seidenpapier kam ein gerahmtes Foto von mir zum Vorschein, auf dem ich beim Falls-Road-Middle-School-Talentwettbewerb Ukulele spiele. Den Rahmen hatte Maybelle selbst gebastelt und mit winzigen Papp-Ukulelen und Lavendelzweigen verschönert.

»Danke, Maybelle«, sagte ich. »Vielen Dank auch, dass du mich an einen der schlimmsten Momente meines Lebens erinnerst. So gerate ich bestimmt nie wieder in Versuchung, in der Öffentlichkeit zu spielen.«

Ihre Miene verdüsterte sich und ich bereute meinen Kommentar sofort. Die Worte waren mir einfach so herausgerutscht.

»Ich fand dich toll an dem Abend«, sagte Maybelle. »Du hättest den ersten Preis verdient gehabt.«

Bei dem Talentwettbewerb hatte ich vor der versammelten Schule den hawaiianischen PopsongTiny Bubbles gesungen und mich dabei selbst auf der Ukulele begleitet. Ich hatte monatelang geübt und am Tag des Wettbewerbs fand ich mich ziemlich gut. Während ich hinter der Bühne darauf wartete, dass ich drankommen würde, sah ich mir die anderen an. Die meisten Mädchen sangen Taylor-Swift-Songs oder tanzten zu Hip-Hop-Musik. Ein Junge führte einen Zaubertrick vor, der aber niemandem zu gefallen schien. Je länger ich zusah, umso nervöser wurde ich.Tiny Bubbles war eine fatale Fehlentscheidung. Keiner meiner Mitschüler würde den Song kennen. Ich hätte etwas Bekannteres raussuchen sollen – oder zumindest etwas aus diesem Jahrhundert.

Ich bekam feuchte, zittrige Hände. Mein Gesicht glühte. Als mich Mr Brummel, unser Musiklehrer und der Conférencier für diesen Abend, aufrief, erkannte ich meinen eig