: Anabella Wolf
: Spiel mit dem Feuer - Mein geheimes Verlangen
: beHEARTBEAT
: 9783732501946
: Mein geheimes Verlangen
: 1
: CHF 0.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 120
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Schon immer fühlte sich Isabelle zu Jochen, den Mann ihrer besten Freundin Jenny, hingezogen. Schließlich war sie es auch, die Jochen damals auf der Studentenparty als erstes kennen gelernt hatte. Als Jenny ihr dann auch noch erzählt, wie heftig die beiden es auf seinem Flügel treiben, bekommt Jenny dieses Bild nicht mehr aus dem Kopf. Regelmäßig hat sie feuchte Träume, in denen sie und Jochen die Hauptrollen spielen.

Die Situation verschärft sich als Isabelles eigener Ehemann Sebastian immer mehr Zeit im Büro verbringt. Isabelle fühlt sich alleine und ausgerechnet Jochen scheint Verständnis für sie zu haben. Die beiden kommen sich gefährlich nahe. Wird Isabelle sich auf das verbotene Abenteuer einlassen?

Mein geheimes Verlangen erzählt die Geschichten von Frauen im besten Alter und der Erfüllung ihrer heimlichen erotischen Wünsche.

Alina umklammerte die Schultüte mit beiden Händen und kam Schritt für Schritt die drei Stufen herunter. Ich verkniff mir ein Grinsen. Ich hatte sie noch kein einziges Mal so sorgsam mit etwas umgehen sehen. Selbst wenn sie die alte Kristallschüssel meiner Oma auf den Tisch stellen sollte und ich ihr einschärfte, dass das gute Teil auf keinen Fall kaputtgehen durfte, war meine kleine Tochter nicht halb so vorsichtig.

»Wo ist denn dein Bruder?«

Sie hob die Schultern, wobei die Schultüte in ihren Armen ein Stückchen nach unten rutschte. Sie erschrak und drückte die blaue Tüte mit den roten Piraten noch enger an sich. Ich streichelte ihr kurz über die langen schwarzen Haare – eindeutig meine Gene – und lief zur Haustür. »Max!«, rief ich die Treppe hinauf. »Maximilian. Allerhöchste Eisenbahn.«

»Geht das jeden Morgen so?«, fragte Sebastian und kam mit offener Krawatte aus der Küche. Er band sich den Schlips vor dem Spiegel im Flur.

Ich betrachtete ihn und lächelte. Nächsten Winter würden es fünfzehn Jahre sein. Wo war die Zeit geblieben? Wir waren keine dreißig mehr. Sebastian hatte graue Schläfen, obwohl er eigentlich dunkelblond war, und mein Schneewittchen-Schwarz, wie er es nannte, brauchte inzwischen auch ein wenig »Colorationsnachhilfe« von Tina, der Friseurin meines Vertrauens. Aber trotz der offensichtlichen Veränderungen waren die letzten Jahre nur so an mir vorbeigerauscht. An manches erinnerte ich mich, als sei es gestern gewesen. Mein Blick fiel auf Sebastians breite Schultern. Und an manches würde ich gerne denken, als wäre es wirklich gestern gewesen. Und wenn ich dann nachrechnete, wie lange es tatsächlich schon her war …

»Max!« Ich schrie nun fast die Treppe hinauf und seufzte. »Wie soll das erst werden, wenn er in der Pubertät ist und Haargel und Mädchen für sich entdeckt?«

»O Gott.« Sebastian lachte und ging zurück in die Küche. »Vielleicht bleibe ich doch in Frankfurt«, hörte ich ihn sagen, während er mit den Schubladen klapperte.

Seine Worte versetzten mir einen Stich. »Das ist nicht witzig«, sagte ich, während ich ihm folgte.

Er stand vor der Kochinsel, in der einen Hand die Rolle Alufolie, in der anderen die Schere. »Natürlich nicht. Entschuldige.«

Ich lehnte mich an den Türrahmen. »Ich dachte, wir wollen beide, dass du hier in Heidelberg arbeitest und nicht mehr pendeln musst. Jeden Tag Frankfurt und zurück ist zu weit, um deine Kinder aufwachsen zu sehen. Ich dachte, darauf hätten wir uns geeinigt.«

Er lächelte mich an. »Haben wir doch auch, Isa. Ich habe gekündigt, heute ist mein letzter Tag.« Er drehte sich zum Ofen und öffnete ihn. Darin stand der Kuchen, den ich gestern noch für seinen Abschied im Büro gebacken hatte.

»Manchmal gibst du mir das Gefühl, dass du das gar nicht richtig willst.«

»Dein Kuchen riecht fantastisch. Niemand wird die Brötchen vom Caterer wollen.« Er zwinkerte mir zu, aber meine eisige Miene ließ ihn ernst werden. Er kam um die Kücheninsel herum und zog mich an sich. »Ich liebe dich, Isa. Und du hast recht. Es i