: Eike Faber
: Von Ulfila bis Rekkared Die Goten und ihr Christentum
: Franz Steiner Verlag
: 9783515109291
: Potsdamer altertumswissenschaftliche Beiträge
: 1
: CHF 65.10
:
: Altertum
: German
: 300
: Wasserzeichen/DRM
: PC/MAC/eReader/Tablet
: PDF

Für etwa 200 Jahre, vom Ende des 4. Jahrhunderts bis 589 n. Chr., gehören die Westgoten einem von der Orthodoxie der Reichskirche abweichenden christlichen Bekenntnis an. Auf dem 3. Konzil von Toledo beendet König Rekkared diesen Zustand religiöser Alterität durch die Konversion zum Katholizismus. Die antiken Berichte zeichnen nur vordergründig ein kohärentes Bild des Christentums der Goten. Dagegen weist Eike Faber Widersprüche und Fehler in der Überlieferung nach und bietet eine Reihe neuer Interpretationen an. Die genauere Betrachtung vermag dabei sowohl den dogmatischen Gehalt des Christentums der Goten schärfer zu konturieren als auch die Beweggründe für die Annahme des neuen Glaubens herauszustellen und die traditionelle Datierung dieses Vorgangs zu widerlegen. Schließlich wird deutlich, welche Funktion das fortgesetzte Festhalten an einer demonstrativ anderen religiösen Überzeugung für die Goten hatte. Prägnante Wegmarken der gotischen Geschichte, wie die Bibelübersetzung Ulfilas, die Eroberung und Plünderung Roms 410 n. Chr. oder die demonstrative Aufgabe der religiösen Differenz durch König Rekkared, werden erst durch diesen neuen, umfassenden Kontext verständlich.



Eike Faber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für die Geschichte des Altertums an der Universität Potsdam. Er forscht über die Geschichte und Religionsgeschichte der Spätantike, den Umgang mit Kriegstoten im archaischen und klassischen Griechenland sowie Amazonenmythen.
INHALT6
VORWORT10
1 EINLEITUNG12
1.2 THESEN UND FRAGESTELLUNG13
1.3 GLIEDERUNG DER ARBEIT15
1.4 FORSCHUNGSBERICHT19
2 WER WAREN DIE GOTEN?24
2.1 ETHNOGENESE24
2.2 SCHRIFTLICHE ZEUGNISSE30
2.3 ARCHÄOLOGISCHE ZEUGNISSE41
2.4 ZUSAMMENFASSUNG44
3 DIE TERWINGEN IM 4. JAHRHUNDERT48
3.1 DIE MATERIELLEN LEBENSUMSTÄNDE49
3.2 DIE ORGANISATION DES STAMMES53
3.3 DIE BEZIEHUNGEN ZUM IMPERIUM ROMANUM56
3.4 ZUSAMMENFASSUNG67
4 ULFILA UND DAS GOTISCHE CHRISTENTUM70
4.1 DIE VOR-CHRISTLICHE RELIGION DER GOTEN70
4.2 ULFILAS WERDEGANG77
4.3 ULFILAS BIBELÜBERSETZUNG84
4.4 ULFILAS THEOLOGIE88
4.5 CHRISTENTUM UNTER DEN GOTEN NÖRDLICH DER DONAU105
4.6 DIE KLEINGOTEN126
4.7 ZUSAMMENFASSUNG128
5 VON ADRIANOPEL BIS TOULOUSE130
5.1 VON DER DONAUÜBERQUERUNGBIS ZUR SCHLACHT VON ADRIANOPEL131
5.2 KEINE KONVERSION DER TERWINGEN138
5.3 THEODOSIUS I. UND DIE GOTEN146
5.4 ALARICH158
5.5 ATHAULF162
5.6 DIE KONVERSION DER WESTGOTEN165
5.7 ZUSAMMENFASSUNG175
6 EXKURS: CONSTANTINOPEL UND DIE GOTEN178
6.1 ‚ANTIGERMANISMUS‘178
6.2 GOTEN UND CHRISTENTUM190
7 TOULOUSE – DIE WESTGOTEN IN GALLIEN196
7.1 DIE ANSIEDLUNG DER GOTISCHEN FÖDERATENIN GALLIEN198
7.2 THEODERICH I., THORISMUND UND THEODERICH II.200
7.3 EURICH207
7.4 ALARICH II.209
7.5 DIE KONVERSION CHLODWIGSUND DIE SCHLACHT AN DER VOUILLÉ (507)215
7.6 ZUSAMMENFASSUNG217
8 TOLEDO – DAS SPANISCHE WESTGOTENREICH BISZUR KONVERSION REKKAREDS220
8.1 UNTER OSTGOTISCHER VORHERRSCHAFT220
8.2 REGNUM TOLEDANUM223
8.3 LEOVIGILD226
8.4 REKKARED230
8.5 DAS DRITTE KONZIL VON TOLEDO (589)233
8.6 ZUSAMMENFASSUNG236
9 SCHLUSSBETRACHTUNG240
10 QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS248
10.1 QUELLENVERZEICHNIS248
10.2 LITERATURVERZEICHNIS251
11 ANHANG264
11.1 PASSIO S. SABAE GOTHI264
11.2 DEFINITIONEN273
11.3 ABBILDUNGEN281
12 REGISTER288
12.1 STELLEN288
288288
12.2 NAMEN, PERSONEN293
12.3 ORTE299