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Hardin
Das Holz bricht krachend.
»Hör auf, Hardin!«, höre ich Vance wie von fern.
Wieder kracht es, dann splittert Glas. Das Geräusch gefällt mirund verstärkt meinen Hunger auf Gewalt. Ich muss Sachen zerlegen, irgendwas kaputt machen, auch wenn es nur ein Gegenstand ist.
Und das tue ich.
Schreie reißen mich aus meiner Trance. Ich sehe nach unten und entdecke ein zerbrochenes Stuhlbein in meinen Händen. Ich blicke auf und sehe in die leeren Gesichter aufgeschreckter Barbesucher. Mich interessiert nur ein Gesicht: Tessas. Aber sie ist nicht da, und in meiner Wut weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht ist. Sie wäre verängstigt. Sie würde sich Sorgen um mich machen und panisch meinen Namen rufen, um den Krach zu übertönen.
Ich lasse das Stuhlbein fallen, als hätte ich mich daran verbrannt. Irgendjemand umfasst meine Schultern.
»Bring ihn weg, bevor sie die Polizei rufen!«, sagt Mike so laut, wie ich ihn noch nie gehört habe.
»Lass mich los!« Ich entwinde mich Vance starre ihn an, obwohl ich vor Wut fast blind bin.
»Willst du ins Gefängnis?«, schreit er mir ins Gesicht.
Ich will ihn zu Boden stoßen, ihm die Hände um den Hals legen …
Doch wieder kreischen Frauen und bewahren mich davor, noch einmal in diesem Strudel zu versinken. Ich sehe mich in der schicken Bar um, sehe Whiskey-Gläser in Scherben, den zersplitterten Stuhl, die entsetzten Gesichter von Gästen, die mit Krawall nichts zu tun haben wollen. Es wird nicht lange dauern, bis ihr Schreck in Wut umschlägt, weil ich sie bei ihrem überteuerten Genuss gestört habe.
Christian begleitet mich, als ich an der Kellnerin vorbei nach draußen stürme. »Setz dich in mein Auto, ich erkläre dir alles«, schnaubt er.
Da die Bullen vermutlich wirklich jeden Moment auftauchen, folge ich seinem Rat, aber ich bin völlig vor den Kopf geschlagen. Ich kann einfach nicht glauben, was er mir gesagt hat. Es ist lächerlich.
Ich setze mich auf den Beifahrersitz, Christian geht zur Fahrerseite. »Du kannst nicht mein Vater sein, wie soll das gehen? Das ist doch Bullshit – alles.« Ich betrachte den teuren Mietwagen und frage mich, ob das heißt, dass Tessa in diesem verdammten Park festsitzt, wo ich sie rausgelassen habe. »Hat Kimberly ein eigenes Auto?«
Vance sieht mich ungläubig an. »Natürlich.« Das Schnurren des Motors wird lauter, als er sich in den Verkehr einordnet. »Es tut mir leid, dass du es so erfahren hast. Es lief gerade so gut, aber dann geriet alles durcheinander.«
Ich schweige, denn wenn ich den Mund aufmache, flippe ich aus – das weiß ich. Meine Finger graben sich in meine Schenkel, und der leichte Schmerz beruhigt mich.
»Ich will es dir erklären, aber bitte mach nicht von vornherein zu, okay?« Er sieht mich mitleidig an.
Ich will kein Mitleid. »Behandle mich nicht wie e