ACHT
KAPPE kam am nächsten Morgen mit einer miserablen Laune ins Präsidium. Als er dann auch noch Brettschieß im Flur auf sich zueilen sah, wusste er sofort, der Tag würde schrecklich werden.
«Schön, dass Sie endlich da sind. Ich habe eine dienstliche Anweisung für Sie, Kappe. Beschaffen Sie in den nächsten 48 Stunden genügend Material für eine staatsanwaltschaftliche Anklage gegen Prof. August Bier!»
«In 48 Stunden?»
«Ja, bis um 8.24 Uhr am Donnerstagmorgen.»
«Und was ist dann?»
«Wann?»
«Am Donnerstag um 8.24 Uhr.»
Brettschieß blies die Backen auf. Er sah aus, als hätte er die ganze Nacht kein Auge zugetan. «Dann legen Sie mir Ihre Beweise gegen diesen Bier vor. Und wenn nicht, tragen Sie die Konsequenzen!»
«Und die wären?»
Brettschieß machte ein, zwei kleine Schritte rückwärts. «Kappe, wie reden Sie mit mir? Ich bin Ihr Vorgesetzter! Haben Se das etwa vergessen?»
«Nö, deshalb frage ich ja.» Kappe fand sich selbst unverschämt. Aber wenn Brettschieß ihn schon morgens mit solch einem Anschiss empfing, blieb ihm gar nichts anderes übrig.
«Was fragen Sie, Kappe?»
«Was passiert, wenn ich am Donnerstag keine Beweise vorlege?»
«Nun, Kappe …» Brettschieß trat von einem Bein auf das andere. Offensichtlich hatte er sich zu viel zugemutet und wusste jetzt nicht mehr, wie er unbeschadet aus dem Schlamassel herauskommen sollte. «Dann werde ich Sie zur Verkehrspolizei versetzen lassen.»
Kappe musste grinsen. «Das meinen Sie jetzt nicht ernst.» Brettschieß biss sich auf die Unterlippe. «Doch, Kappe. Ich werde Sie am Donnerstag zur Verkehrspolizei schicken, wenn Sie meine Dienstanweisung missachten.» Und dann verstockt: «Das werde ich. Bei meinem Diensteid!»
Kappe wurde schwarz vor Augen. Das konnte doch nicht sein. Dieser Brettschieß m